Microsoft verstößt gegen Vergleich

Konkurrenz unzufrieden mit Windows-Servicepaket
Die Konkurrenz des Softwaregiganten Microsoft ist mit den Änderungen am Betriebssystem Windows XP unzufrieden und hält diese für unzureichend. In einem Brief an das US-Justizministerium beklagt die Unternehmensinitiative ProComp, dass Microsoft gegen den Vergleich aus dem Kartellverfahren "in mindestens sechs Punkten" verstoße. ProComp steht für "Promote Competition". In der Initiative haben sich, wie ddp berichtet, unter anderem die Softwarehersteller Corel, Netscape, Oracle und Sun Microsystems zusammengeschlossen. Link

Der Softwarekonzern sei seinen Verpflichtungen aus dem Gerichtsverfahren nicht nachgekommen, schreibt ProComp. Die neuen Funktionen des Windows-Betriebssystems seien schwer zu finden und kaum nutzbar. Microsoft hatte am 9. September das erste Servicepaket für Windows XP freigegeben und damit nach eigener Auffassung alle Auflagen des Vergleichs im Kartellprozess erfüllt. Nutzer können nach der Installation unter anderem ihren Webbrowser frei wählen. Bisher war es zwar möglich, weitere Browser zu installieren, der Internet-Explorer konnte jedoch nicht entfernt werden.

Im Kartellprozess gegen den Softwarehersteller hatte sich Microsoft mit dem US-Justizministerium in einem Vergleich darauf geeinigt, bestimmte Anwendungsprogramme, darunter den Internet Explorer und den Windows Media Player, in Zukuft nicht mehr unmittelbar in das Betriebssystem einzubauen. Nach Auffassung des Gerichts hatte Microsoft damit gegen US-amerikanisches Wettbewerbsrecht verstoßen und alternative Anbieter aus dem Markt gedrängt. (pte)
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