Deutsche nutzen KI primär für eine Sache - dafür ist sie aber ungeeignet
Künstliche Intelligenz ist im Alltag der Deutschen angekommen, doch die Nutzung offenbart einen Widerspruch. Während fast alle Anwender Tools wie ChatGPT nutzen, hat nur etwa die Hälfte auch Vertrauen in die gelieferten Ergebnisse - aus gutem Grund.
Die meisten Anwender nutzen Chatbots nämlich nicht für kreative Aufgaben, sondern als Ersatz für klassische Suchmaschinen. Laut aktuellen Daten dienen KI-Tools bei 72 Prozent der Nutzer primär der Recherche. Es ist also ein hohes Maß an Vertrauen in die Richtigkeit der Antworten und gelieferten Informationen erforderlich. Dieses Vertrauen hat ein großer Teil der Nutzer paradoxerweise jedoch gar nicht.
Ein Grund dafür ist wohl auch die eigene Erfahrung. Denn 51 Prozent der Befragten gaben an, bereits auf KI-generierte Falschinformationen hereingefallen zu sein und Inhalte für richtig oder echt gehalten zu haben, die falsch oder rein synthetisch waren.
Joachim Bühler, Geschäftsführer des Verbands, warnt in diesem Zusammenhang davor, dass die Kompetenz der Nutzer nicht mit der Verbreitung der Tools Schritt hält. Besonders die Bedrohung durch Deepfakes sieht er problematisch. Jeder zweite Befragte ist eigenen Angaben zufolge bereits auf manipulierte Videos gestoßen, die KI-generierte Abbilder realer Personen in fiktiven Kontexten zeigen. Die Angst vor Desinformation dominiert das Stimmungsbild, denn 83 Prozent der Befragten sehen in KI-Manipulationen eine konkrete Gefahr für den gesellschaftlichen Diskurs und die Demokratie.
Problematisch ist jedoch vor allem, dass KI-Tools als alternative Suchmaschinen grundsätzlich nicht gut geeignet sind. Denn weiteren Studien zufolge sind große Teile der Antworten, die als Fakten präsentiert werden, unvollständig, fehlerhaft oder sogar komplett erfunden.
Die Wahrnehmung der KI verschiebt sich indes ins Emotionale. Denn durch verbesserte Sprachmodi betrachten bereits 27 Prozent der Nutzer die KI als eine Art persönlichen Coach, sechs Prozent sehen in dem Chatbot sogar einen freundschaftlichen Begleiter.
Weitere Ergebnisse und Einzelheiten der Erhebung wie Geschlechterverteilung, Gründe für die KI-Nutzung oder Meinungen zur KI-Regulierung finden Interessierte in einer Zusammenfassung der Umfrageergebnisse (PDF) auf der Webseite des TÜV-Verbandes.
Nutzt ihr KI-Tools primär für die Recherche oder traut ihr den Ergebnissen bisher nicht ausreichend über den Weg? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen, eventuell auch mit Halluzinationen oder Deepfakes. Schreibt es uns in die Kommentare!
Siehe auch:
KI ist angekommen
Drei Jahre nach der Veröffentlichung von ChatGPT hat sich generative künstliche Intelligenz fest in der deutschen Gesellschaft etabliert. Während die Technologie im Jahr 2024 noch von 53 Prozent der Bundesbürger genutzt wurde, greifen aktuell bereits 65 Prozent regelmäßig auf KI-Anwendungen zu. Besonders in der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen ist KI mit einer Verbreitung von 91 Prozent kaum noch aus dem Alltag wegzudenken. Hinter diesen hohen Nutzungszahlen verbirgt sich jedoch teils ein problematisches Anwendungsverhalten.Die meisten Anwender nutzen Chatbots nämlich nicht für kreative Aufgaben, sondern als Ersatz für klassische Suchmaschinen. Laut aktuellen Daten dienen KI-Tools bei 72 Prozent der Nutzer primär der Recherche. Es ist also ein hohes Maß an Vertrauen in die Richtigkeit der Antworten und gelieferten Informationen erforderlich. Dieses Vertrauen hat ein großer Teil der Nutzer paradoxerweise jedoch gar nicht.
Anwenderquote hoch, Vertrauen gering
Wie der TÜV-Verband in seiner am 26. November 2025 veröffentlichten repräsentativen Studie aufzeigt, herrscht bei knapp der Hälfte der Anwender eine tiefe Skepsis. Die von Forsa durchgeführte Befragung unter 1005 Personen ab 16 Jahren ergab, dass 45 Prozent der Teilnehmer eher geringes oder kein Vertrauen in die Richtigkeit der Antworten von KI-Modellen und -Tools haben.Ein Grund dafür ist wohl auch die eigene Erfahrung. Denn 51 Prozent der Befragten gaben an, bereits auf KI-generierte Falschinformationen hereingefallen zu sein und Inhalte für richtig oder echt gehalten zu haben, die falsch oder rein synthetisch waren.
Joachim Bühler, Geschäftsführer des Verbands, warnt in diesem Zusammenhang davor, dass die Kompetenz der Nutzer nicht mit der Verbreitung der Tools Schritt hält. Besonders die Bedrohung durch Deepfakes sieht er problematisch. Jeder zweite Befragte ist eigenen Angaben zufolge bereits auf manipulierte Videos gestoßen, die KI-generierte Abbilder realer Personen in fiktiven Kontexten zeigen. Die Angst vor Desinformation dominiert das Stimmungsbild, denn 83 Prozent der Befragten sehen in KI-Manipulationen eine konkrete Gefahr für den gesellschaftlichen Diskurs und die Demokratie.
Problematisch ist jedoch vor allem, dass KI-Tools als alternative Suchmaschinen grundsätzlich nicht gut geeignet sind. Denn weiteren Studien zufolge sind große Teile der Antworten, die als Fakten präsentiert werden, unvollständig, fehlerhaft oder sogar komplett erfunden.
Marktmacht und Emotionalisierung
Bei den verwendeten Plattformen zeigt sich weiterhin eine Dominanz von OpenAI, wenngleich sich der Markt diversifiziert. ChatGPT bleibt mit 85 Prozent Nutzungsanteil der Platzhirsch. Dahinter folgen Google Gemini mit 33 Prozent und Microsoft Copilot mit 26 Prozent. Erwähnenswert ist allerdings auch die starke Position des Kölner Unternehmens DeepL, das von 20 Prozent der Nutzer verwendet wird und sich damit als erfolgreichster europäischer Akteur im Bereich der KI-Übersetzung und Textverbesserung behauptet. Andere Modelle wie Claude oder Perplexity spielen in der breiten Masse nur eine untergeordnete Rolle.Die Wahrnehmung der KI verschiebt sich indes ins Emotionale. Denn durch verbesserte Sprachmodi betrachten bereits 27 Prozent der Nutzer die KI als eine Art persönlichen Coach, sechs Prozent sehen in dem Chatbot sogar einen freundschaftlichen Begleiter.
Weitere Ergebnisse und Einzelheiten der Erhebung wie Geschlechterverteilung, Gründe für die KI-Nutzung oder Meinungen zur KI-Regulierung finden Interessierte in einer Zusammenfassung der Umfrageergebnisse (PDF) auf der Webseite des TÜV-Verbandes.
Nutzt ihr KI-Tools primär für die Recherche oder traut ihr den Ergebnissen bisher nicht ausreichend über den Weg? Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen, eventuell auch mit Halluzinationen oder Deepfakes. Schreibt es uns in die Kommentare!
Zusammenfassung
- KI-Nutzung in Deutschland steigt auf 65 Prozent der Bevölkerung
- Widerspruch: 72 Prozent nutzen KI zur Faktenrecherche trotz Misstrauen
- Laut TÜV-Studie vom 26. November 2025 fehlt bei 45 Prozent das Vertrauen
- Mehr als die Hälfte der Befragten ist bereits auf KI-Falschinformationen hereingefallen
- ChatGPT dominiert den Markt mit 85 Prozent vor Google Gemini und Copilot
- DeepL behauptet sich mit 20 Prozent als stärkster europäischer KI-Anbieter
- Nur 32 Prozent kennen den EU AI Act als rechtlichen Rahmen für KI-Regulierung
Siehe auch:
- Wie man am besten die Sicherheit von KIs austrickst? Mit Gedichten
- Zum Fremdschämen: KI Grok schleimt sich peinlich bei Elon Musk ein
- Google-Chef warnt vor KI-Blase: "Kein Unternehmen ist immun"
- KI-Teddybär sprach mit Kindern über Sex, Messer und Streichhölzer
- KI lernt soziales Verhalten: OpenAI startet Gruppenchats in ChatGPT
Thema:
Videos zum Thema KI
- KI hält in Kameras Einzug: Was sie dort tut und was es bringt
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