Netflix nutzte erstmals generative KI für Spezialeffekte in einer Serie

Netflix hat erstmals generative KI bei einer Originalproduktion eingesetzt. In der dystopischen argentinischen Sci-Fi-Serie "Eternauta" wurden KI-Effekte für eine Gebäudeeinsturz-Szene verwendet - mit erheblicher Zeit- und Kostenersparnis.
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Netflix setzt erstmals generative KI ein

Netflix hat einen für viele Kreative sicherlich bedenklichen Schritt in Richtung KI-gestützter Produktion unternommen. Der Streaming-Gigant nutzte erstmals generative künstliche Intelligenz für visuelle Effekte in einer seiner Originalserien. Bei der argentinischen Science-Fiction-Produktion "Eternauta" kam die Technologie zum Einsatz, um eine dramatische Szene eines einstürzenden Gebäudes in Buenos Aires zu realisieren.

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, erklärte, dass diese Sequenz zehnmal schneller fertiggestellt werden konnte als mit herkömmlichen Werkzeugen und Arbeitsabläufen für visuelle Effekte. Die entsprechende Sequenz wäre ohne den Einsatz von KI für eine Produktion dieser Größenordnung nicht wirtschaftlich umsetzbar gewesen.

Wie Reuters berichtet, bezeichnete Sarandos die KI als "unglaubliche Möglichkeit, Kreativen zu helfen, Filme und Serien besser zu machen, nicht nur billiger". Die in "Eternauta" verwendete Sequenz stellt laut Sarandos das erste KI-generierte Bildmaterial dar, das in einer Netflix-Originalproduktion auf den Bildschirm kommt. Das kreative Team sei mit dem Ergebnis "begeistert" gewesen, so der Netflix-Manager, der meint, dass die Begeisterung auch für das Publikum gegolten habe.

Offizieller Trailer zur Science-Fiction-Serie Eternauta von Netflix

"El Eternauta" basiert auf dem gleichnamigen argentinischen Comic von Héctor Germán Oesterheld und Francisco Solano López aus dem Jahr 1957. Die Geschichte gilt als Klassiker der lateinamerikanischen Science-Fiction. Die Netflix-Adaption ist eine der ersten großen internationalen Produktionen, die diesen Stoff für ein globales Publikum aufbereitet.

KI bleibt in Filmen und Serien umstritten

Der Einsatz von generativer KI in der Unterhaltungsbranche ist nicht unumstritten. Die Technologie stand im Mittelpunkt der historischen Streiks von Schauspielern und Autoren in Hollywood im Jahr 2023. Hauptbedenken betreffen die Möglichkeit, dass KI menschliche Arbeit ersetzen könnte.

Doch das gilt nicht nur für Schauspieler*innen: Mehrere Branchenvertreter haben sich bereits kritisch zum KI-Einsatz im Produktionsprozess geäußert. Filmmogul Tyler Perry stoppte 2024 sogar Pläne für eine 800-Millionen-Dollar-Erweiterung seines Studios in Atlanta aus Sorge, dass die schnelle Entwicklung KI-generierter Videos Arbeitsplätze gefährden könnte.

Chancen für kleinere Produktionen

Für kleinere Produktionen eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten. Davier Yoon, Mitbegründer des Animationsstudios CraveFX aus Singapur, betonte gegenüber der BBC, dass KI es kleineren Studios ermöglicht, visuell ansprechende Effekte zu erzeugen, die früher nur mit großen Budgets realisierbar waren. "Letztendlich ist es der Künstler, der entscheidet, was im endgültigen Bild zu sehen ist, nicht die KI", so Yoon. Diese Demokratisierung von VFX-Technologie könnte besonders für internationale Produktionen und aufstrebende Filmmärkte von Bedeutung sein.

Was haltet ihr vom Einsatz generativer KI in Filmen und Serien? Seht ihr darin eher Chancen für kreativere Produktionen oder befürchtet ihr negative Auswirkungen auf die Branche? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Netflix setzte erstmals generative KI für visuelle Effekte in der Serie Eternauta ein
  • Eine Gebäudeeinsturz-Szene wurde mittels KI zehnmal schneller als üblich realisiert
  • Laut Netflix-Co-CEO Ted Sarandos hilft KI, Produktionen besser zu machen, nicht nur günstiger
  • Die auf einem argentinischen Comic basierende Szene wäre sonst wirtschaftlich nicht umsetzbar gewesen
  • KI im Filmbereich bleibt umstritten, wie die Hollywood-Streiks 2023 zeigten
  • Für kleinere Studios eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten bei visuellen Effekten
  • Filmmogul Tyler Perry stoppte Studioerweiterungen aus Sorge vor KI-bedingtem Jobverlust

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