Praxistest: Nutzung von Microsofts Copilot geht schnell zurück

Microsoft stellt die Copilot-Integration in seine Produkte gern als gro­ßen Wurf für die Nutzer dar. Diese sind nach wochenlangen Tests allerdings nicht gerade überwältigt, wie ein Testlauf im australischen Finanzministerium zeigte.
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Gut für bestimmte Aufgaben

Dieses hat in einer 14-wöchigen Testphase den KI-gestützten Assistenten Microsofts erprobt. Ziel war es, den Nutzen der Technologie für die Arbeitsabläufe der Behörde zu bewerten. Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht zeigt ein ambivalentes Bild: Während der wirtschaftliche Nutzen von Copilot nachgewiesen werden konnte, sank die Begeisterung der Testpersonen im Verlauf des Experiments, berichtet das Magazin The Register.

Insgesamt 218 freiwillige Mitarbeitende beteiligten sich an der Untersuchung, in deren Rahmen sie regelmäßig befragt wurden. Zu Beginn waren die Erwartungen hoch, doch am Ende zeigten sich viele Teilnehmer ernüchtert. Copilot erwies sich als weniger hilfreich als erhofft, da die Anwendungsbereiche begrenzter waren als erwartet. Die Nutzung fiel letztlich auch geringer aus als prognostiziert - die meisten Teilnehmenden setzten das Tool nach einiger Zeit nur zwei- bis dreimal pro Woche oder noch seltener ein.


Das Finanzministerium räumt ein, dass die Erwartungen vor dem Test vielleicht zu hoch angesetzt waren. Zudem zeigte sich, dass viele Teilnehmende mehr Schulungen für den sinnvollen Einsatz von Copilot für notwendig hielten.

Die Testphase umfasste vier hauptsächliche Anwendungsfälle: das Erstellen von strukturierten Inhalten, das Management von Wissen, die Synthese und Priorisierung von Informationen sowie die Unterstützung bei Prozessen. Die Teilnehmer bewerteten diese Aufgaben als angemessen, stellten jedoch fest, dass Copilot für komplexere Aufgaben ungeeignet ist - insbesondere aufgrund verschiedener technischer Einschränkungen.

Vorteil bei Abwesenheit

Am besten bewährte sich Copilot laut des Berichts bei der Informationssuche und -zusammenfassung, der Erstellung von Sitzungsprotokollen, der Verwaltung von Wissen und dem Verfassen einfacher Texte. Weiterhin zeigte die Untersuchung, dass bereits kleine Zeiteinsparungen wirtschaftlich bedeutsam sein können: Wenn Copilot wöchentlich nur 13 Minuten Arbeitszeit spart, amortisieren sich zumindest die Kosten.

Ein unerwarteter Vorteil von Copilot war seine Förderung der Barrierefreiheit und Inklusion. Speziell neurodivergente und teilzeitbeschäftigte Mitarbeitende sowie Personen mit gesundheitlich bedingten Fehlzeiten profitierten von automatischen Zusammenfassungen verpasster Meetings und einer erleichterten Navigation im Arbeitsalltag.

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Zusammenfassung
  • Copilot-Test im australischen Finanzministerium zeigt ambivalentes Bild
  • Anfängliche Begeisterung der 218 Testpersonen wich schnell der Ernüchterung
  • Nutzung ging zurück, da Anwendungsbereiche begrenzter als erwartet waren
  • Copilot bewährte sich bei Informationssuche und einfachen Textaufgaben
  • Kleine Zeiteinsparungen können wirtschaftlich bedeutsam sein
  • Unerwarteter Vorteil: Förderung von Barrierefreiheit und Inklusion
  • Fazit: Mehr Schulungen für sinnvollen Einsatz von Copilot notwendig

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