Langstrecken-Verschränkung geglückt:
wichtig für Quantenrechner
Quantencomputer versprechen enorme Rechenleistungen, doch ihre Entwicklung stellt Forscher vor Herausforderungen. Ein Team hat nun einen Durchbruch erzielt: Sie konnten Quantenverschränkung über große Distanzen in einem System mit 54 Quantenbits erzeugen.
Quantenverschränkung ist ein Phänomen, bei dem zwei oder mehr Quantenteilchen so miteinander verbunden sind, dass der Zustand des einen Teilchens nicht unabhängig vom anderen beschrieben werden kann. Dies ist grundlegend für Quantencomputer. Das Forscherteam von IBM Quantum, der Universität Köln und der Harvard University nutzte den IBM-Quantencomputer "ibm_sherbrooke" mit 127 Quantenbits (Qubits). Qubits sind die Grundbausteine der Quanteninformation und können, anders als klassische Bits, mehrere Zustände gleichzeitig annehmen.
Die Wissenschaftler verwendeten ein innovatives Protokoll mit wenigen Quantengattern. Quantengatter sind Operationen, die den Zustand von Qubits verändern, ähnlich wie logische Gatter in klassischen Computern. Das Protokoll erzeugt eine minimale Verschränkung zwischen zwei Qubit-Gruppen und misst dann eine Gruppe. Diese Messung beeinflusst die andere Gruppe aufgrund der Quantenverschränkung, was als Messrückkopplung bezeichnet wird.
Ein Höhepunkt des Experiments war die Beobachtung eines Nishimori-Übergangs. In der Physik beschreibt ein Phasenübergang eine plötzliche Änderung der Systemeigenschaften, wie etwa beim Schmelzen von Eis zu Wasser. Der Nishimori-Übergang ist ein spezieller Phasenübergang, der im Quantensystem spontan auftrat. Dies basiert auf der Born'schen Regel, einem Grundprinzip der Quantenmechanik, das die Wahrscheinlichkeit von Messergebnissen in Quantensystemen beschreibt.
Diese Erkenntnisse könnten die Entwicklung größerer und stabilerer Quantenprozessoren fördern. IBM Quantum arbeitet bereits an der Weiterentwicklung dieser Technologie und strebt bis 2029 ein Quantensystem an, das Fehler selbstständig korrigieren kann - ein entscheidender Schritt für praktisch nutzbare Quantencomputer.
Siehe auch:
Quantensprung: 54 Qubits über Distanz verschränkt
Anders als klassische Computer, die mit stabilen Elektronen arbeiten, basieren Quantencomputer auf winzigen Quantensystemen, die durch geringste Umwelteinflüsse wie Temperatur, elektromagnetische Strahlung oder mechanische Vibrationen gestört werden können. Jede Störung kann die fragilen Quantenzustände zerstören und Berechnungen unmöglich machen. Deshalb müssen Wissenschaftler Wege finden, diese empfindlichen Systeme zu stabilisieren und ihre Informationsverarbeitung zu schützen.Quantenverschränkung ist ein Phänomen, bei dem zwei oder mehr Quantenteilchen so miteinander verbunden sind, dass der Zustand des einen Teilchens nicht unabhängig vom anderen beschrieben werden kann. Dies ist grundlegend für Quantencomputer. Das Forscherteam von IBM Quantum, der Universität Köln und der Harvard University nutzte den IBM-Quantencomputer "ibm_sherbrooke" mit 127 Quantenbits (Qubits). Qubits sind die Grundbausteine der Quanteninformation und können, anders als klassische Bits, mehrere Zustände gleichzeitig annehmen.
Die Wissenschaftler verwendeten ein innovatives Protokoll mit wenigen Quantengattern. Quantengatter sind Operationen, die den Zustand von Qubits verändern, ähnlich wie logische Gatter in klassischen Computern. Das Protokoll erzeugt eine minimale Verschränkung zwischen zwei Qubit-Gruppen und misst dann eine Gruppe. Diese Messung beeinflusst die andere Gruppe aufgrund der Quantenverschränkung, was als Messrückkopplung bezeichnet wird.
Die wichtigsten Durchbrüche der Forscher:
- Erzeugung von Langstrecken-Quantenverschränkung in einem 54-Qubit-System
- Beobachtung des seltenen Nishimori-Übergangs ohne Feinabstimmung
- Stabilisierung der Quantenordnung trotz Systemfehlern
- Entwicklung eines effizienten Protokolls mit wenigen Quantengattern
- Erfolgreiche Anwendung klassischer Decodierung zur Extraktion der Quantenordnung
- Demonstration der praktischen Anwendbarkeit der Born'schen Regel in großen Quantensystemen
- Validierung theoretischer Vorhersagen zur Quantenverschränkung in der Praxis
Ein Höhepunkt des Experiments war die Beobachtung eines Nishimori-Übergangs. In der Physik beschreibt ein Phasenübergang eine plötzliche Änderung der Systemeigenschaften, wie etwa beim Schmelzen von Eis zu Wasser. Der Nishimori-Übergang ist ein spezieller Phasenübergang, der im Quantensystem spontan auftrat. Dies basiert auf der Born'schen Regel, einem Grundprinzip der Quantenmechanik, das die Wahrscheinlichkeit von Messergebnissen in Quantensystemen beschreibt.
Nächste Schritte geplant
Die in Nature Physics veröffentlichte Studie zeigt, wie die Forscher klassisches Dekodieren nutzten, um die Quantenordnung im System trotz Störungen (Rauschen) zu erhalten. Klassisches Dekodieren bedeutet hier, dass die Ergebnisse der Quantenmessungen mit herkömmlichen Computermethoden verarbeitet wurden.Diese Erkenntnisse könnten die Entwicklung größerer und stabilerer Quantenprozessoren fördern. IBM Quantum arbeitet bereits an der Weiterentwicklung dieser Technologie und strebt bis 2029 ein Quantensystem an, das Fehler selbstständig korrigieren kann - ein entscheidender Schritt für praktisch nutzbare Quantencomputer.
Was ist ein Quantencomputer?
Ein Quantencomputer ist ein neuartiger Computertyp, der die Gesetze der Quantenmechanik nutzt, um bestimmte Berechnungen deutlich schneller durchzuführen als klassische Computer. Anders als herkömmliche Computer arbeitet er nicht mit Bits (0 oder 1), sondern mit Qubits.
Diese Qubits können dank Quantenverschränkung und Superposition mehrere Zustände gleichzeitig annehmen. Dadurch können Quantencomputer bestimmte komplexe Probleme um ein Vielfaches schneller lösen als klassische Rechner.
Diese Qubits können dank Quantenverschränkung und Superposition mehrere Zustände gleichzeitig annehmen. Dadurch können Quantencomputer bestimmte komplexe Probleme um ein Vielfaches schneller lösen als klassische Rechner.
Wozu braucht man Quantencomputer?
Quantencomputer sind besonders nützlich für komplexe Optimierungsprobleme, wie sie in der Logistik, Materialforschung oder Finanzwirtschaft vorkommen. Sie können chemische Reaktionen simulieren und damit die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Kryptografie. Quantencomputer könnten bestehende Verschlüsselungsmethoden knacken, aber auch neue, abhörsichere Kommunikationswege ermöglichen.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Kryptografie. Quantencomputer könnten bestehende Verschlüsselungsmethoden knacken, aber auch neue, abhörsichere Kommunikationswege ermöglichen.
Wie funktioniert ein Qubit?
Ein Qubit basiert auf quantenmechanischen Systemen wie Elektronen oder Photonen. Anders als klassische Bits können Qubits dank der Quantensuperposition gleichzeitig den Wert 0 und 1 annehmen.
Durch Quantenverschränkung können mehrere Qubits miteinander verbunden werden, wodurch die Rechenleistung exponentiell steigt. Allerdings sind Qubits sehr empfindlich gegenüber Störungen und müssen auf fast den absoluten Nullpunkt gekühlt werden.
Durch Quantenverschränkung können mehrere Qubits miteinander verbunden werden, wodurch die Rechenleistung exponentiell steigt. Allerdings sind Qubits sehr empfindlich gegenüber Störungen und müssen auf fast den absoluten Nullpunkt gekühlt werden.
Ersetzt der Quantencomputer den PC?
Nein, Quantencomputer werden klassische Computer nicht ersetzen. Sie sind Spezialrechner für bestimmte komplexe Probleme, während klassische Computer für alltägliche Aufgaben weiterhin besser geeignet sind.
Wahrscheinlich werden Quantencomputer zukünftig als Co-Prozessoren oder Cloud-Services genutzt, auf die klassische Computer bei Bedarf zugreifen können.
Wahrscheinlich werden Quantencomputer zukünftig als Co-Prozessoren oder Cloud-Services genutzt, auf die klassische Computer bei Bedarf zugreifen können.
Wie teuer ist ein Quantencomputer?
Die aktuellen Kosten für einen Quantencomputer liegen im Bereich von mehreren Millionen Euro. Der Großteil der Kosten entsteht durch die notwendige Kühltechnik und die hochpräzise Steuerungselektronik.
Zusätzlich fallen hohe Betriebskosten an, da die Systeme permanent auf unter -270 °C gekühlt werden müssen. Experten erwarten, dass die Kosten in den nächsten Jahren deutlich sinken werden.
Zusätzlich fallen hohe Betriebskosten an, da die Systeme permanent auf unter -270 °C gekühlt werden müssen. Experten erwarten, dass die Kosten in den nächsten Jahren deutlich sinken werden.
Sind Quantencomputer gefährlich?
Quantencomputer selbst sind nicht gefährlich, aber sie könnten bestehende Verschlüsselungsmethoden knacken. Dies könnte sensitive Daten wie Bankverbindungen oder verschlüsselte Kommunikation gefährden.
Deshalb wird bereits an quantensicheren Verschlüsselungsmethoden gearbeitet. Diese sollen auch gegen Angriffe durch Quantencomputer sicher sein und rechtzeitig implementiert werden.
Deshalb wird bereits an quantensicheren Verschlüsselungsmethoden gearbeitet. Diese sollen auch gegen Angriffe durch Quantencomputer sicher sein und rechtzeitig implementiert werden.
Wer entwickelt Quantencomputer?
Die Entwicklung wird von großen Tech-Unternehmen wie IBM, Google und Intel vorangetrieben. Auch Startups wie IonQ und Rigetti arbeiten an der Technologie.
Daneben forschen zahlreiche wissenschaftliche Institute und Universitäten weltweit an Quantencomputern. Deutschland ist durch Forschungseinrichtungen wie das Forschungszentrum Jülich ebenfalls stark vertreten.
Daneben forschen zahlreiche wissenschaftliche Institute und Universitäten weltweit an Quantencomputern. Deutschland ist durch Forschungseinrichtungen wie das Forschungszentrum Jülich ebenfalls stark vertreten.
Zusammenfassung
- Forscherteam erzielt Durchbruch bei Quantenverschränkung über Distanz
- IBM-Quantencomputer mit 127 Qubits für das Experiment genutzt
- Innovatives Protokoll mit wenigen Quantengattern angewendet
- Nishimori-Übergang als besonderer Phasenübergang beobachtet
- Klassisches Dekodieren zur Erhaltung der Quantenordnung eingesetzt
- Ergebnisse könnten Entwicklung stabilerer Quantenprozessoren fördern
- IBM strebt bis 2029 selbstkorrigierendes Quantensystem an
Siehe auch:
- Neue Rekord-Kühltechnik ebnet Weg für zuverlässige Quantencomputer
- Unabhängiger von GPS und mehr: Briten bauen Quantenuhr
- Forschern gelingt Quanten-Teleportation über Internetleitung
- Willow-Chip: Google hat Lösung für 30 Jahre altes Quantenproblem
- Quantencomputer-Meilenstein: Neuer Rekord bei logischen Qubits
Thema:
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