WinFuture Special: Windows Vista Beta 1 im Review

02.08.2005 11:33 

User Account Protection

Schon vor geraumer Zeit ist es angekündigt worden: Windows Codename Longhorn wird eine so genante "User Account Protection"-Funktion mit sich bringen. Es handle sich hierbei um einen Schutz, der, sobald man kritische Änderungen an Windows vornehme, das Kennwort eines Administratorkontos verlange, so ein Sprecher von Microsoft stolz. Das kann die weniger harmlose Justierung eines Druckers sein, oder es kann die Konfiguration von hochsensiblen und kritischen Sicherheitseinstellungen von Windows sein.

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Die UAP, so die Kurzschreibweise, ist in der Beta 1 von Windows Vista zu Bedauern der Tester standardmäßig nicht aktiviert. Erst nachdem wir über eine Verknüpfung im Startmenü den Mechanismus eingeschaltet und uns ab- sowie angemeldet haben, finden wir eine derartige Sicherheitsvorkehrung vor; und zwar sowohl unter allen Administratorkonten als auch in etwaigen rechtlich beschränkten Accounts. So gut die Idee in der Theorie auch klingen mag, umso schlechter ist die praktische Umsetzung. Die Passwortabfrage ist nicht Schuld, ganz im Gegenteil: Diese ist sicher und viel versprechend gelöst. Es ist sogar möglich, ein anderes Adminkonto auszuwählen, das vorgeschlagene muss nicht akzeptiert werden.

Nach der Einrichtung der neuen Technik brachen einige Programme, unter anderem unser Screenshoter und Bildbearbeitungs-Programm, schon während des Starts ab und wurden abschließend mit einer undurchsichtigen Fehlermeldung von Windows beendet. In unserem Kompatibilitätstest zu verschiedenen Anwendungen erprobte sich UAP nochmals als zu instabil: Anstatt des gewöhnlichen Außenbilds von Firefox war das Fenster stark verkleinert und zeigte kryptische Meldungen hinter orangem Hintergrund.




Die Systemsteuerung

Auch am äußerlichen Gewand und den Möglichkeiten der Systemsteuerung wurde zielstrebend und energisch gearbeitet. Wenn man von der klassischen Ansicht absieht, wurde der Modus "Category View", den es bereits unter Windows XP gab, zu einer optisch ersehnenswerten Umgebung. Nebst neuen Hintergründen und Zuordnungswechseln sind einige Icons zu vollkommen neuen Symbolen, die wesentlich besser zum überarbeiteten Design von Vista passen, ausgetauscht worden. Für Laien und Gamer konzipiert, sind alle Module, die sonst nach dem Alphabet sortiert würden, passenden Gruppen zugeordnet worden. Anstatt "Network Conncections", das vereinzelt nicht für jeden verständlich sein könnte, erhält der Anwender konkrete, auf das Modul bezogene Stichwörter wie "Connect to the internet".

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Man verbietet seinen Kindern, ein Computerspiel zu spielen, ist sich aber nicht gewiss, ob die Regeln auch peinlichst eingehalten werden? Um diesem nachzugehen, gibt es in Windows Vista eine derartige Funktion namens "Windows Parental Controls". Einzige Voraussetzung, um andere, rechtlich beschränkte Konten unter Beschuss zu nehmen, sind Administratorrechte. Nach einem Klick auf das Modul in der Systemsteuerung geben Sie je nach Einstellung das von UAP verlangte Kennwort ein. Als nächstes wählen Sie einen beschränkten Account, in unserem Fall ist das Max Mustermann, und drücken auf OK.

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Nun kann die Überwachung des zuvor selektierten Kontos aktiviert, das Nutzerverhalten innnerhalb des Accounts in ein Protokoll geschrieben und Spiele gewissen Typs sowie Spiele, die installiert und registriert sind, erlaubt beziehungsweise gesperrt werden. Einige werden sich an dieser Stelle die Frage stellen, woher Windows weiß, ob gerade ein Spiel oder ein gewöhnliches Programm ausgeführt wird. Microsoft beruft sich hierbei auf ein so genanntes "Games rating system", eine Datenbank, die Anwendungen auf Grund gespeicherter Kennzeichen beurteilt. Da bereits eingestellt wurde, Spiele welchen Typs geduldet werden und welche nicht, kann man die Entscheidung auch den Datenbanken überlassen.




Weitere Änderungen in der Shell

(MarkusP) In der englischsprachigen Ausgabe des XP-Nachfolgers sind die Possessivpronomen aus den Ordnernamen entfernt worden. So heißt es in Vista nicht mehr "My Documents", sondern lediglich "Documents". Microsoft hat die Änderung der Namen damit begründet, dass man überall in der IT-Welt die Bezeichnung "My" vorfindet. Ursprünglich wollte Microsoft den Ordnern mit dem Possessivpronomen eine direkte Zugehörigkeit zum Besitzer geben. Der Ordner "Dokumente und Einstellungen" wurde in Windows Vista außerdem zu "Benutzer" umbenannt. In den "Eigenen Dateien" existieren darüber hinaus keine Unterordner namens "Eigene Musik", "Eigene Bilder" und "Eigene Videos" mehr.

OtherGames ExplorerGames ExplorerGames Explorer

(Hauner) Windows präsentiert sich dank des eingebauten Games Explorers nun, von "Windows Parental Controls" abgesehen, spielefreundlicher. Nach der Installation eines Computerspiels wird in diesem ein separater Eintrag inklusive Symbol, Namen und Hersteller angelegt. Gut ist die Anzeige des letzten Spielzeitpunkts, wonach die Liste schließlich sortiert werden kann. Wie nicht anders zu erwarten, wird Games Explorer wie ein herkömmlicher Ordner behandelt, das heißt, dass innerhalb diesem auch eine Suche über das Eingabefeld am rechten, oberen Fensterrand gestartet werden kann. Zu erreichen ist das Novum über den Startmenüeintrag "Games" oder über die Systemsteuerung unter "Programs/Games".

Fax WizardFax WizardFax WizardFax Wizard

Eine von Kennern unerwartete Neuerung ist ein überarbeiteter Assistent zum Versenden eines Telefaxes. Um ein Fax verschicken zu können, müssen Sie zunächst eines in einem Textbearbeitungs-Programm erstellen und dieses an einen Faxdrucker weiterleiten. Nachdem der Assistent über "start/Printers and Faxes/Send a fax" gestartet wurde, werden einige Angaben bezüglich des Absenders und des Empfängers nötig. Neben der Sendezeit kann sogar die Priorität, die durch einen Hinweis im Fax selbst zum Ausdruck gebracht wird, eingestellt werden. Im letzten Schritt besteht die Möglichkeit, alle eingegeben Daten nochmals zu kontrollieren, bevor die Nachricht mit einem Klick auf "Finish" abgesendet wird.



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