WinFuture Special: Windows Vista Beta 1 im Review
02.08.2005 11:33Die Installation von Windows
Nach einer etwas eigenartigen Installationsroutine in Windows XP hat man sich in Redmond nun mitunter auf eine reibungslosere, übersichtliche und simplere Einrichtung konzentriert - mit zufrieden stellendem Ergebnis. Neu zum Beispiel ist, dass während der Installation keine Daten mehr abgefragt werden. Dies geschieht alles vor den Kopiervorgängen; das spart Zeit und Nerven.
Nachdem wir eine gültige Seriennummer eingegeben, dem Lizenzvertrag zugestimmt, zwischen Upgrade und normaler Installation gewählt und den Computernamen sowie das Laufwerk, auf das nachfolgend die Dateien kopiert werden, festgelegt haben, wird uns am unteren Rand des Bildschirms der augenblickliche Fortschrittsstatus angezeigt. Was uns fehlte: Trotz der abweichenden Angaben wäre, wie in Windows XP, eine kleine Box, die über die noch benötigte Zeit zur Installation unterrichtet, wünschenswert.
Virtual Folders
(stefanra) Was für eine große Erleichterung war doch die Umstellung des Dateiformats von 8.3 (aus DOS) in Windows 95. Endlich konnten wir längere Dateinamen verwenden. Jetzt bringt Microsoft eine weitere Veränderung für das Dateisystem, die Windows für immer entscheidend verändern wird: Virtual Folders.
Laut Microsoft wird es mit diesen virtuellen Ordnern für den Anwender überflüssig, sich Pfade im Format "Laufwerkbuchstabe:\Ordner1\Ordner2" zu merken. Bei dem neuen Segen für Anwender handelt es sich allerdings nicht um wirkliche Ordner, wie man schon aus dem Namen entnehmen kann.
Es handelt sich um eine Verknüpfung mit der integrierten Suchmaschine, die dann beim Aufruf des virtuellen Ordners eine entsprechende Suche durchführt. Erstellen Sie einen neuen virtuellen Ordner, so wird kein richtiger Ordner erstellt, sondern eine XML-Datei mit der Endung ".vfolder". Sie enthält klar und deutlich, wonach gesucht werden soll. Beim Öffnen eines solchen Ordners wird nichts anderes gemacht, als eine Suche mit den definierten Kriterien gestartet. Die Ergebnisse der Suche werden dem Anwender dann angezeigt, wie er es früher von Dateien in einem Ordner gewohnt war.
Vista kommt ab Werk mit vielen vordefinierten Ordnern. Ein bekanntes Beispiel ist die Verknüpfung "All Documents" im Startmenü. Sie ruft nicht etwa, wie es früher war, den Ordner "Eigene Dateien" auf, nein, "All Documents" ist ein virtueller Ordner, der, verknüpft mit der integrierten Suchmaschine, alle Dateien des derzeit angemeldeten Anwenders anzeigt.
In virtuellen Ordnern lassen sich indes natürlich keine Dateien abspeichern, doch wo Sie Ihre eigenen Dateien hinterher abspeichern, spielt keine große Rolle mehr. Ein Klick auf "All Documents" genügt und all Ihre Dateien werden Ihnen angezeigt. Der Anfang eines jeden Virtual Folders ist die integrierte Suchmaschine. Testweise starten wir eine Suche und geben als Suchbegriff den eigenen Usernamen ein. Um jetzt daraus einen virtuellen Ordner zu erstellen, klicken wir unter "Organize" auf "Save Search". Standardmäßig will Windows die virtuellen Ordner unter "[Benutzername]\Virtual Folders" abspeichern. Der Speicherort lässt sich aber nach Belieben verändern.
So vielseitig die virtuellen Ordner auch sein mögen, derzeit gibt es keine Möglichkeit, eigene virtuelle Ordner dem Navigationsbereich des Explorers hinzuzufügen. Solange das allerdings nicht möglich ist, werden sich virtuelle Ordner nicht wirklich durchsetzen.
Windows Explorer
Der Redmonder Großkonzern hat in dieser Ausgabe bewiesen, dass sich auch der sonst so rudimentäre und kritisierte Windows Explorer sinnvoll erweitern lässt. Er erscheint nicht nur in einem Look und übersichtlicherem Aufbau, auch Funktionen, die man in den Vorgängern von Vista vergeblich suchte oder nur schwer erreichte, sind nun zentral platziert und für jedermann leicht zugänglich.
Die Darstellung aller eingebauten Laufwerke, im deutschen Windows auch als "Arbeitsplatz" bekannt, ist nun mit optisch ansprechenden Balken, die den noch verbleibenden Speicherplatz eines Datenträgers anzeigen, versehen. Ist zum Beispiel ausreichender Speicherplatz zum Arbeiten mit Windows vorhanden, erscheint der Balken in grün und ist, abhängig vom überschüssigen Platz, länger beziehungsweise kürzer. Sollten aber nur noch wenige Megabyte disponibel sein, nimmt der Balken rote Farbe an und an entsprechender Länge zu. Alle CD- und DVD-Laufwerke werden bei eingelegtem Medium als vollständig belegt gemeldet, also in roter Farbe dargestellt. Wenn kein Medium enthalten ist oder diese nicht korrekt gelesen werden kann, ist ausschließlich die Bezeichnung und der Buchstabe des Laufwerks zu sehen.
Sobald Sie ein Objekt, sei es eine Datei oder ein Lesegerät, mit einem Mausklick markieren, werden Sie am unteren Rand des Fensters in einem kleinen Vorschaufenster, dessen Größe sich regulieren lässt, über dessen Eigenschaften informiert. Bei einem Laufwerk sind das der Name, die Art der Hardware, der übrige und der Speicherplatz insgesamt sowie das Dateisystem. Grundlegend anders ist es bei Dateien: Während über Musikdateien und andere, multimediale Formate Dinge wie Titel, Interpret und Genre mit wenigen Klicks ergänzt werden können, ist es möglich, die restlichen Dateitypen mit Schlüsselwörtern, einem Autor, einer subjektiven Bewertung oder einem aussagekräftigen Kommentar zu vervollständigen.
Außerdem wird es gegenwärtig um einiges leichter sein, mit Windows Explorer zu navigieren. Sobald Sie weitere Ordner öffnen, werden diese der Reihe nach oben in der Adressleiste angeordnet, sodass schon durch wenige Mausklicks Verzeichnisebenen übersprungen werden können. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man schneller und unkomplizierter in die bereits durchquerten Verzeichnisse gelangen kann, durch Klick auf den kleinen Pfeil hinter dem Namen erhalten Sie eine Übersicht von dessen Unterordner und können je nach Wunsch einen beliebigen aufmachen, der daraufhin ebenso in der Leiste erscheint. Wenn man übrigens an eine willkürlich gewählte Stelle in der Adressleiste drückt, bekommt man die tatsächliche Pfadangabe in der international durchgesetzten Form "Laufwerksbuchstabe:\Ordner1\Ordner2\" zu sehen.



















