MMO-Hacker erzählt, wie er 20 Jahre lang Games manipulieren konnte

Hacker, Tastatur, Maus Bildquelle: Davide Restivo / Flickr
Online-Rollenspiele sind eines der beliebtesten Angriffsziele für Hacker, was natürlich an der massiven Popularität derartiger Games liegt. Denn auch für die Betreiber von Massively Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPGs) ist das ein Milliardengeschäft. Hacker sind also nichts Ungewöhnliches, dennoch ist die Geschichte von "Manfred" bemerkenswert.
Denn Manfred, dessen wahrer Name ein anderer ist, hat auf der Hacker-Konferenz Defcon in Las Vegas verraten, dass er seit 20 Jahren davon lebt, derartige Online-Spiele zu manipulieren. Gegenüber Motherboard verriet er wie dazu kam und wie es ihm gelang, in 20 Jahren nicht erwischt zu werden. Dabei sollte man gleich zu Anfang betonen, dass Manfred keine anderen Spieler beklaut, sondern "lediglich" Schwachstellen und Lücken im Code aufspürt, um damit an Währungseinheiten oder seltene Gegenstände zu kommen.

Wie einfach das teilweise geht, demonstrierte er gegenüber Motherboard bei WildStar Online: Nach nur einigen Kommandos im Debugger konnte er sein virtuelles Konto auf 18.000.000.000.000.000.000, also 18 Trillionen hochschrauben. Diese Währungseinheiten verkauft er dann an andere Spieler oder an im Graubereich agierende Handelsplattformen für echtes Geld. Wie viel er im Verlauf seiner Karriere damit verdient hat, wollte Manfred jedoch nicht verraten.


Seit Ultima Online

Manfred hat eigenen Angaben zufolge in rund 20 Spielen mehr als 100 öffentlich nicht bekannte Lücken gefunden. Die Spiele selbst lesen sich wie ein Who-is-who der Branche: Final Fantasy XI, Dark Age of Camelot, Lord of The Rings Online, RIFT, Age of Conan, Star Wars New Republic und Guild Wars 2.

Angefangen hat er wie viele andere MMO-Veteranen mit Ultima Online und entdeckte dort eine Lücke im Zusammenhang mit Häusern. Eines Tages wollte er wissen, ob man ein Schloss auf eBay verkaufen kann. Und man konnte, Manfred erhielt dafür 2000 Dollar. Er wiederholte das später rund 100 Mal und bekam im Schnitt 2000 Dollar pro Haus.

Seitenwechsel

Dass er sich jetzt überhaupt an die Öffentlichkeit gewandt hat, hängt mit einer Umorientierung zu tun: Denn Manfred wird seine Karriere als Hacker beenden und auf die Seite der Spieleanbieter wechseln. Er will diese beraten und vor Leuten wie ihn schützen.


Hacker, Tastatur, Maus Hacker, Tastatur, Maus Davide Restivo / Flickr
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