BBC meldet Kinderpornos, Facebook löscht nur Teil, zeigt Reporter an

Internet, Facebook, Social Network, Logo, soziales Netzwerk, Social Media Bildquelle: Jay Cameron / Flickr
Es ist ein Vorgang, der noch viele Diskussionen zur Folge haben wird, man kann sicherlich auch von einem Skandal sprechen. Denn die BBC hat auf Facebook in Sachen Kinderpornografie bzw. -missbrauch recherchiert und die gefundenen Inhalte auch gemeldet. Gelöscht wurde aber nur ein Bruchteil, woraufhin die BBC-Reporter Facebook konfrontieren wollten und daraufhin selbst bei der Polizei angezeigt worden sind.
Die Löschpraktiken des sozialen Netzwerks sorgen seit langem für Debatten, beim Thema Pädophilie sollte es aber keinerlei Zweifel geben, was zu löschen ist und was nicht. Doch aktuell sorgt Facebook für große Verwunderung und die Sache wird und muss für das Netzwerk Konsequenzen haben.

Folge-Recherche

Denn die BBC hat bei Recherchen herausgefunden, dass es auf Facebook an diversen Stellen, vor allem "geheimen" Gruppen, zu regem Austausch von "sexualisierten Bildern von Kindern" kommt. Die Angelegenheit geht auf eine erste Recherche zu diesem Thema aus dem Jahr 2016 zurück, danach hatte Facebook versprochen, das Meldesystem zu verbessern.

Nun wollte der britische Sender wissen, ob Facebook sein Versprechen erfüllt hat und machte sich erneut auf die Suche nach bedenklichen Inhalten dieser Art. Und man fand sie auch und zwar jede Menge. Wie die BBC auf ihrer Webseite schreibt, gab es u. a. etliche Bilder von unter 16-Jährigen in "hochgradig sexualisierten Posen", sowie einen Screenshot aus einem Kindesmissbrauchsvideo.

Die BBC meldete alle bedenklichen Inhalte bei Facebook über das interne System des sozialen Netzwerks. Von den 100 auf diese Weise aufgezeigten Inhalten wurden aber gerade einmal 18 tatsächlich entfernt, die restlichen Bilder würden nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen, so die automatischen Antworten von Facebook - darunter war laut BBC auch das aus dem Kinderporno stammende Standbild.

Konten von Pädophilen

Außerdem fand die BBC Konten von fünf verurteilten Pädophilen. Facebooks eigene Regeln verbieten das, dennoch wurden diese nach deren Meldung nicht gelöscht. Die BBC legte das Gefundene u. a. der Kinderschutzbeauftragten für England, Anne Longfield, vor, diese zeigte sich "sehr verstört" von diesem Material und bezeichnete das Vorgehen von Facebook als "inakzeptabel", sie meinte, dass das Moderationssystem "nicht effektiv" sei.

Doch damit ist die Angelegenheit aber nicht zu Ende: Die BBC fragte beim sozialen Netzwerk um ein Interview an. Simon Milner, der Director of Policy von Facebook, erklärte sich dazu bereit, aber nur, wenn die BBC Beispiele des gemeldeten Materials liefert. Das tat man auch, doch die Reporter wurden daraufhin bei der National Crime Agency angezeigt.

Dafür erntete Facebook natürlich Kritik, Damian Collins, der Vorsitzende des Medienausschusses der britischen Regierung, bezeichnete das als "außergewöhnlich" und wunderte sich über die Art der Facebook-Reaktion. Das Unternehmen hat sich mittlerweile dazu zu Wort gemeldet und darauf verwiesen, dass das Material danach gelöscht worden sei.

Dünnhäutige Reaktion?

Die Anzeige rechtfertigte man als "Industrie-Standardprozedere". Bei der BBC wundert man sich aber dennoch über diese Art der Reaktion, da man Facebook nur Bilder geschickt habe, die auf Facebook zu finden und Facebook auch zuvor gemeldet worden waren. Man vermutet dahinter eine besonders dünnhäutige Reaktion, um Interview-Fragen aus dem Weg zu gehen. Polizei, Kinderpornographie, Fahndung Polizei, Kinderpornographie, Fahndung n/a
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