Arbeitsagentur: Komplexester Teil der IT-Modernisierung gescheitert
Die Bundesagentur für Arbeit musste einräumen, dass eines der komplexesten Projekte bei der Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur nicht funktioniert hat. Die Zusammenführung von 14 einzelnen Anwendungen in einer Plattform führte zu Problemen, die einen Praxiseinsatz unmöglich machten.
Unter der Bezeichnung Rollenbasierte Oberflächen (ROBASO) sollte die Arbeit für die Beschäftigten der Behörde wesentlich einfacher werden. Los ging es im Jahr 2010. Das Ziel bestand unter anderem darin, dass Daten nicht mehr doppelt eingesetzt werden und die Sachbearbeiter nicht mehr zwischen verschiedenen Anwendungen hin- und herspringen müssen. Standardisierte Produkte, die vergleichbar wären, gibt es auf dem Markt schlicht nicht. Im Oktober 2015 startete dann eine Pilotphase in der Praxis.
Dabei stellte sich heraus, dass "die Software zu wenig flexibel war, um der Komplexität der Kundenanliegen gerecht zu werden" - heißt es in einer Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit. Konkret bedeutete dies, dass sich beispielsweise nicht einmal die Kontonummer ändern ließ, ohne dass alle anderen Daten auch neu eingegeben werden mussten. Es wurde auch deutlich, dass die bestehenden Probleme nicht in absehbarem Zeitrahmen und schon gar nicht wirtschaftlich behoben werden können.
Auf Nachfrage der Kollegen von Heise, warum nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt mit Praxistests begonnen wurde, um auflaufende Probleme früher zu erkennen, hieß es, dass man sich auf externe Audits verlassen habe. Bei diesen Prüfungen hätten sich keine Hinweise auf Probleme ergeben. Die Erklärungen zu den Prozessen in der Entwicklungsphase dürften sich mit dem decken, was bei solchen Software-Projekten der Normalität entspricht. Bei der Arbeitsagentur will man allerdings für die Zukunft die Lehre ziehen, tatsächlich bereits bei früheren Abschnitten praktische Versuche durchzuführen.
Dabei stellte sich heraus, dass "die Software zu wenig flexibel war, um der Komplexität der Kundenanliegen gerecht zu werden" - heißt es in einer Stellungnahme der Bundesagentur für Arbeit. Konkret bedeutete dies, dass sich beispielsweise nicht einmal die Kontonummer ändern ließ, ohne dass alle anderen Daten auch neu eingegeben werden mussten. Es wurde auch deutlich, dass die bestehenden Probleme nicht in absehbarem Zeitrahmen und schon gar nicht wirtschaftlich behoben werden können.
Das ist das Aus
Die Behörde hat daher nun die Reißleine gezogen und ROBASO eingestampft. Insgesamt wurden damit 60 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Das klingt nach einem ordentlichen finanziellen Fehlschlag. Allerdings muss dabei einkalkuliert werden, dass der Betrag seit dem Jahr 2010 zusammengekommen ist und es sich um einen Teil eines Gesamtprojektes handelt, für das allein für die Zeit von 2011 bis 2016 rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt sind. Es geht dabei um eine IT-Infrastruktur, mit der etwa 90.000 Mitarbeiter bundesweit arbeiten.Auf Nachfrage der Kollegen von Heise, warum nicht schon zu einem früheren Zeitpunkt mit Praxistests begonnen wurde, um auflaufende Probleme früher zu erkennen, hieß es, dass man sich auf externe Audits verlassen habe. Bei diesen Prüfungen hätten sich keine Hinweise auf Probleme ergeben. Die Erklärungen zu den Prozessen in der Entwicklungsphase dürften sich mit dem decken, was bei solchen Software-Projekten der Normalität entspricht. Bei der Arbeitsagentur will man allerdings für die Zukunft die Lehre ziehen, tatsächlich bereits bei früheren Abschnitten praktische Versuche durchzuführen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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