Ministeriums-Gutachten: Tesla-Autopilot "erhebliche Verkehrsgefahr"

Wegen Todesfällen während des Einsatzes des sogenannten "Autopiloten" muss sich der Autobauer Tesla aktuell scharfe Kritik gefallen lassen. Laut einem Gutachten des Verkehrsministeriums soll das Fahrassistenzsystem eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" darstellen.
tesla, Tesla Motors, Selbstfahrendes Auto, Autopilot
Tesla

Gutachten nach Unfällen

Aktuell sind auf deutschen Straßen über 3000 Tesla-Fahrzeuge unterwegs. Wie viele davon mit dem Fahrassistenzsystem ausgerüstet sind, das Tesla unter dem Begriff "Autopiloten" bewirbt und das in jüngster Zeit immer wieder für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt hat, ist nicht bekannt. Jetzt könnte ein neuer Bericht aber wieder ordentlich Fahrt in die Diskussion um die Sicherheit solcher Systeme bringen.


Wie der Spiegel (via FAZ) berichtet, sei im Auftrag des Verkehrsministeriums nach den jüngsten Unfällen mit Beteiligung des Fahrassistenzsystems ein internes Gutachten erstellt worden, mit dem die gebotene Sicherheit genauer bewertet werden sollte. Nach diesem Bericht seien die verantwortlichen Fachbeamten zu dem Schluss gekommen, dass von dem System in seiner jetzigen Form eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" ausgehe.

Minister informiert, keine Konsequenz

Konkret sollen Fachleute der Bundesanstalt für Straßenwesen das Model Tesla S ausführlichen Tests unterzogen und dabei gleich mehrere kritische Sicherheitsmängel entdeckt haben. Als besonders problematisch sehen auch die Tester die Bezeichnung als "Autopilot", der Nutzer erhalte in keiner Form Feedback, ob das Auto die aktuelle Situation tatsächlich meistern könne. Im Zweifel fahre das Auto "einfach weiter". So seien gelbe Hilfslinien an Autobahnbaustellen von dem System nicht erkannt und "ignoriert" worden.

Tesla STesla STesla STesla S
Tesla STesla STesla STesla S
Tesla STesla STesla STesla S

Kritik üben die Tester auch an der automatischen Notbremsfunktion, die für ihre wichtigen Zwecke nur eine "unzureichende Performance" bieten könne. Dass die verbauten Sensoren unter anderem auch nicht in der Lage seien, bei Überholvorgängen ausreichend zurückzublicken, verschärfe die Situation noch weiter. Minister Dobrindt ist laut dem Spiegel über die Inhalte des Gutachtens informiert, habe sich aber gegen eine Stilllegung des Fahrzeugs entschieden, es fehle eine "abschließende Bewertung" so das Ministerium.

Tesla hat sich hingegen gegen die Inhalte des Gutachtens zur Wehr gesetzt. Man kommuniziere klar, dass die Autopilot-Funktion nur mit Mitwirkung des Fahrers funktioniere, der auch für eine ständige Überwachung des Systems verantwortlich sei. Beim Notbremssystem komme der aktuelle "Stand der Technik" zum Einsatz.
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!