Speichererweiterung fürs Gehirn: Implantat geht Richtung Marktreife

Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Bildquelle: Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
Ein Startup namens Kernel will die nächste Vision aus den Science Fiction-Büchern unserer Kindheit Wirklichkeit werden lassen: Das Ziel des Unternehmens besteht darin, ein Implantat für das Gehirn zur Marktreife zu bringen, mit dem das Erinnerungsvermögen aufgebessert werden kann.
Im Grunde handelt es sich um eine Speichererweiterung für das Gehirn. Diese beruht auf den bisherigen Arbeiten des Neurowissenschaftlers Ted Berger, der ein entsprechendes Gerät bereits mit einigem Erfolg an Ratten und Primaten getestet hat. Jetzt, so erklärte er gegenüber dem Magazin IEEE Spectrum, sei es Zeit für ein klinisches Gerät, das am Menschen erprobt werden kann, um letzte Forschungsergebnisse einzufahren.

Das Implantat soll im Kopf an den Hippocampus angeschlossen werden. Dort durchläuft es erst einmal eine Phase, in der es lernen muss, mit dem jeweiligen individuellen Gehirn umzugehen. Dafür analysiert es, welche elektrischen Impulse durch die Nervenbahnen gehen, wenn neue Informationen abgespeichert werden.


Wenn sich das Gerät auf seine Aufgabe eingestellt hat, nimmt es seine eigentliche Tätigkeit auf. Dabei agiert es allerdings nicht selbst als Speicher, in dem Informationen abgelegt und bei Bedarf wieder hervorgeholt werden. Stattdessen werden die Neuronen mit zusätzlichen Impulsen stimuliert, wenn hereinkommende Informationen in das Langzeitgedächtnis übernommen werden sollen.

Vielversprechende Tests

Die Kernfrage bei der Erforschung der Grundlagen für ein solches System ist dabei, ob bei unterschiedlichen Menschen die gleiche Information auf die selbe Art und Weise im Gehirn abgespeichert wird. Bei Versuchen mit Ratten konnten entsprechende Muster belegt werden. Bei Primaten, die wesentlich komplexere Gehirne haben, gelang dies nicht so gut - auch, weil die Datenbasis aufgrund wesentlich weniger Versuchstiere viel kleiner war. Trotzdem konnten hier positive Effekte auf das Erinnerungsvermögen verzeichnet werden.

Wenn dies auch beim Menschen gelingt, soll das Implantat auf den Markt gebracht werden. Der Plan besteht allerdings nicht darin, es als Gimmick für alle möglichen Leute anzubieten, die mit Hilfe eines solchen Gerätes die nächste Quiz-Show gewinnen wollen. Vielmehr will man Menschen helfen, bei denen beispielsweise Erkrankungen wie Alzheimer oder eine Verletzung des Gehirns dafür sorgen, dass Informationen nicht mehr besonders gut in den Langzeitspeicher gelangen. Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Künstliche Intelligenz, Ki, Gehirn, Denken, Kopf Saad Faruque (CC BY-SA 2.0)
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