"Recht auf vergessen werden" bisher zu praxisfern

Die EU-Kommission macht es sich zu einfach, wenn sie in dem Entwurf zur neuen Datenschutzverordnung den Internet-Nutzern auf die beschriebene Art und Weise ein "Recht, vergessen zu werden" einräumen will.

Zu dieser Einschätzung kommt die EU-Agentur "Sicherheit im Internet" (ENISA) in einem nun vorgelegten Gutachten. Eine rein technische Lösung zur Umsetzung des Rechts im Internet sei unmöglich, heißt es darin. Daher verlange der Prozess eine interdisziplinäre Herangehensweise. Politische Entscheidungsträger sollten sich dessen bewusst sein.

Mit der Neugestaltung der Datenschutzverordnung, die zuletzt Mitte der 1990er Jahre angefasst wurde, soll der Regelungsrahmen an die inzwischen entstandene digitale Gesellschaft angepasst werden. Mit dem Recht auf Vergessen beinhaltet sie eine Bestimmung, wonach Nutzer von Anbietern von Online-Angeboten verlangen können, dass ihre Daten gelöscht werden.


Was sich in der Theorie erst einmal einleuchtend und leicht umzusetzen anhört, birgt in der Praxis allerdings einige Fallstricke. So greift europäisches Recht beispielsweise nicht bei Anbietern, die beispielsweise in den USA speichern. Hinzu kommt, dass beispielsweise Betreiber von Social Networks ungern komplett alles löschen, was ein Nutzer an Inhalten eingebracht hat, weil so beispielsweise Diskussionen in Kommentarbereichen oft nicht mehr nachvollziehbar sein würden.

Eine mögliche, pragmatische Lösung, die Rechtsumsetzung zu unterstützen wäre es, von den Suchmaschine-Betreibern sowie Datenübertragungs-Dienstleistern aus der EU zu verlangen, ihre Referenzen, die innerhalb und außerhalb der EU gespeichert werden, nach "vergessenen" Informationen zu filtern, so der ENISA-Bericht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Löschung persönlicher Daten von ausrangierten Speichergeräten.

"Wir brauchen in Europa eine einheitliche Herangehensweise, um das fundamentale Recht auf Schutz persönlicher Daten zu sichern. Die Reform der Gesetze zum Datenschutz in Europa ist ein entscheidender Schritt in diese Richtung" betonte ENISA-Geschäftsführer Udo Helmbrecht. Hier müsse also sehr genau abgewogen werden, wie eine entsprechende Rechtsumsetzung erfolgen soll, um das Vorhaben nicht durch übereilte Schlüsse in den Sand zu setzen.
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Da gebe es nur eine Lösung: "Ein Verfallsdatum für Daten von Nutzern (z.B. das Artikel nur noch zwei Jahre angesehen werden können (machen die Tageszeitungen (z.B. Hamburger Abendblatt, Wiesbadener Kurier und Berliner Morgenpost) im Internet auch))". Die Nutzung des Archives kostet dann richtig Geld (einstelliger Eurobetrag je Artikel). Und an dem Punkt, wo es Geld kostet, hat die Neugierde Ihre Grenzen (Die Mentalität "Geiz ist Geil" regiert schließlich die Welt des Internet).
 
@Graue Maus: Es gibt eine Seite, nennt sich http://archive.org/web/web.php da kannst du alle Seiten einsehen, vorrausgesetzt du hast den Link ;)
 
@Knerd: Das bedeutet im Umkehrschluss, das nur die Daten, die ich nicht ins Internet eingebe, dort auch nicht zu finden sind. Also vergißt das Internet nix (egal was sich die EU-Komission einfallen läßt).
 
@Graue Maus: Jop.
 
@Graue Maus: das ist ziemlicher Mist... Nehmen wir mal nur so an, WF hätte so etwas. Nehmen wir mal weiter an ich installiere mir aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen Windows 7 neu. Nehmen wir als letztes noch an ich hätte mit der Installation Probleme. Dann hätte ich eventuell das Problem, dass ich dann keine Lösung finde oder nur ein "Aus Datenschutzgründen automatisch gelöschter Beitrag". Gut, im WF würde das wohl kein Problem sein, da könnte man die Frage einfach neu stellen. Wenn es aber z.B. eine Frage zu älteren Hardware ist, könnte ich da ein Problem bekommen. Ohne den WF Forum Nutzern jetzt zu nahe treten zu wollen, aber wenn WF ein Archiv hätte und ich für ältere Beiträge 2,50€ zahlen müsste, kann ich mir dann wirklich sicher sein die Lösung des Problems zu bekommen? Nein, irgendwelche allgemeine Lösungen werden nicht funktionieren.


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