Neuer Datenträger soll eine Million Jahre halten

Forschung & Wissenschaft Ein neuer Datenträger soll Informationen über einen Zeitraum von mindestens einer Million Jahre bewahren können. Er soll damit eines der Probleme lösen, die sich derzeit bei der langfristigen Endlagerung von radioaktivem Müll stellen.

Entwickelt wurde das Speichermedium von der französischen Behörde ANDRA, die für die Lagerung von Atommüll zuständig ist. Das Basismaterial des Datenträgers ist Saphir. Mit Platin werden die Informationen in das Mineral eingebettet, erklärte Patrick Charton von ANDRA, der den 25.000 Euro teuren Prototypen entwickelte, laut einem Bericht des Wissenschaftsmagazins 'Science'.

Mit dem Datenträger soll es möglich sein, Informationen für die Archäologen zukünftiger Generationen zu hinterlassen. Dies stellt bei der Endlagerung von Atommüll eine große Herausforderung dar. Immerhin strahlt dieser über viele hunderttausend Jahre hinweg in tödlicher Dosis. Entsprechend müssen Menschen, die weit länger in der Zukunft leben, als unsere Generation aus Sicht der frühen Hochkulturen, vor den Gefahren gewarnt werden.


Bei der Suche nach Endlagern versucht man beispielsweise Gesteinsschichten zu finden, die aller Voraussicht nach über hunderttausende Jahre stabil bleiben. Der größte Unsicherheitsfaktor ist dabei allerdings der Mensch. Niemand kann voraussehen, ob nicht in ferner Zukunft an den fraglichen Stellen Grabungen stattfinden. Entsprechend müssen Warnungen vor den gefährlichen Lagerstätten hinterlassen werden.

Forscher suchen deshalb schon länger nach Materialien, auf denen sich Informationen über lange Zeiträume aufbewahren lassen. Allerdings ist dies, wie Charton einräumte, nur ein Teil des Problems. "Wir haben keine Idee, welche Sprache wir nutzen sollen", erklärte er. Denn heute macht es uns schon Probleme, die Aufzeichnungen aus dem alten Ägypten zu entschlüsseln - und diese sind "nur" einige tausend Jahre alt. Niemand weiß, wie beispielsweise Forscher in hunderttausend Jahren Sprechen und Denken.
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Naja Englisch und sicherheitshalber Türkisch... sind immerhin zwei Sprachen die aktuell quasi überall gesprochen werden. Ich kann mir nicht vorstellen das zu Zeiten der Ägypter die ganze Welt etwas mit Hieroglyphen, bzw einer anderen antiken Schrift aus der Gegend, anfangen konnte :)
 
@Ðeru: türkisch? Die meisten Menschen auf der Welt wissen nicht mal wo die Türkei liegt. Nach spanisch und englisch kommt wohl noch französisch. Mal ganz abgesehen von Mandarin und anderen asiatischen Sprachen. Türkisch ist wohl eher eine Fußnote bei Weltsprachen.
 
@Ðeru: Wieso Türkisch? Chinesisch ist eine der meistgesprochenen Sprachen überhaupt. Demografische Forscher gehen davon aus, dass sich die Sprachkultur in vielen hunderten Jahren hin zu einem Mix mit großem chinesischen Anteil hin entwickelt. Also wenn, dann sollte man neben Englisch wohl am ehesten noch auf Chinesisch setzen. Wie du auf Türkisch kommst, ist mir schleierhaft (dabei lasse ich mal außen vor, dass du unter Umständen einen rassistischen Witz gemacht hast). Man sollte aber wohlmöglich auf eine ganz einfache Bildsprache oder eine mathematische Verschlüsselung setzen. Die sind doch über die Sprachbarrieren hinaus verständlich.
 
[re:3] dodnet am 13.07.12 11:57 Uhr
(+10
@Apolllon: Chinesisch kann aber außerhalb Chinas auch kaum einer, ist also genauso unbrauchbar. Nur weil es 1,5 Mrd Chinesen gibt und es deswegen 1/5 der Erdbevölkerung ausmacht, heißt das noch nicht, dass es wirklich weit verbreitet ist. Andererseits... in China spricht wieder kaum einer Englisch wie ich erst am eigenen Leibe erfahren habe.
 
[re:4] Luxo am 13.07.12 12:13 Uhr
(+2
@dodnet: Warum nicht isländisch? Das hat sich in letzter Zeit am wenigsten von allen Sprachen verändert...


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