Web-Schurke des Jahres: Der britische Phonoverband

Internet & Webdienste In Großbritannien herrscht derzeit Uneinigkeit darüber, ob die Anbieter von Internetzugängen dazu gezwungen werden sollten, den Datenverkehr wegen möglicher Urheberrechtsverletzungen zu überwachen. Die Internet-Provider wehren sich nun auch öffentlich gegen den Druck der britischen Regierung und der Rechteinhaber. Die Vereinigung der britischen Internet-Provider hat deshalb nun dem Phonoverband BPI seinen symbolischen Preis als "Internet-Schurke des Jahres" verliehen. Hintergrund sind drohende Regulierungsmaßnahmen, da die britische Regierung im November Vorgaben für die Filterung des Internet-Verkehrs erlassen will, wenn sich die Provider nicht mit den Rechteinhabern einigen.

Der BPI erhält nun den Preis als Internet-Schurke vor allem wege seines "harten Vorgehens gegen die Verbraucher". Die Provider werfen dem Phonoverband vor, sich in Sachen Filesharing nicht auf einen sachlichen und konstruktiven Dialog mit den Zugangsanbietern einlassen zu wollen.

Der britische Phonoverband hatte den Providern im Dezember seinerseits ebenfalls vorgeworfen, kein Interesse an einer einvernehmlichen Klärung des Ringens um Urheberrechtsschutzmaßnahmen auf ihrer Seite zu haben. Man habe bereits seit mehr als einem Jahr verhandelt, doch die Fortschritte waren sehr begrenzt, hieß es damals.
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