TTArtisan 35 mm F1.4 Tilt: Objektiv für den besonderen Effekt im Test
Das TTArtisan 35 mm F1.4 Tilt ist ein besonderes Objektiv, das sich vor allem durch seine Tilt-Funktion auszeichnet - eine Eigenschaft, die in der modernen Objektivwelt eher selten geworden ist. Die Kollegen von ValueTech TV haben es getestet.
Das Objektiv richtet sich an Fotografen, die gerne experimentieren und neue kreative Perspektiven suchen, insbesondere mit APS-C- und MFT-Kameras. Das TTArtisan 35 mm F1.4 Tilt ist ein vollständig manuelles Objektiv, das keine elektronischen Kontakte besitzt. Es überträgt weder Exif-Daten noch unterstützt es eine elektronische Blendensteuerung, was bedeutet, dass Fokus und Blende ausschließlich manuell eingestellt werden müssen. Diese Eigenschaft richtet sich klar an Nutzer, die bewusst manuell arbeiten wollen und sich mit den damit verbundenen Einschränkungen arrangieren können.
Auf der Vorderseite befindet sich ein Filtergewinde mit 52 Millimetern Durchmesser. Der Fokusring bietet einen relativ langen Drehweg und eine feste Position bei unendlich, die sich über eine kleine Schraube justieren lässt. Dies sorgt für eine zuverlässige Unendlichfokussierung, die bei manuellen Objektiven hilfreich ist. Der Blendenring ist stufenlos und reicht von F1.4 bis Blende 11, wobei die Abstufungen nicht gerastert sind.
Die Tilt-Funktion wird über einen kleinen Lock-Schalter aktiviert. Leider gibt es kein separates Einstellrad für den Tilt-Winkel, sondern nur einen Verriegelungshebel, was die präzise Einstellung erschwert. Zum Verstellen muss der Schalter gelöst werden, was eine gewisse Feinfühligkeit erfordert. Eine zusätzliche Schraube zur Feineinstellung, wie sie bei anderen Tilt-Objektiven üblich ist, fehlt hier. Neben dem Lock-Schalter gibt es eine weitere Schraube, mit der sich die Rotation des Objektivs in 15-Grad-Schritten einstellen lässt. Insgesamt ist die mechanische Umsetzung funktional, aber nicht optimal für präzises Arbeiten.
Das Objektiv ist für diverse Kamerasysteme erhältlich, darunter Canon RF, Nikon Z, Fujifilm X, Sony E-Mount und Micro Four Thirds (MFT). Dies macht es für eine breite Nutzerschaft zugänglich, die mit diesen Systemen arbeitet und Interesse an Tilt-Techniken hat.
Im Bildzentrum bei offener Blende von F1.4 zeigt das Objektiv nicht die beste Schärfe. Eine leichte Abblendung auf etwa F2.8 verbessert die Bildqualität, aber erst bei Blende 5.6 bis 8 erreicht das Objektiv eine solide Schärfe, die für den Einsatz in der Praxis geeignet ist. In den Bildecken sieht die Situation weniger gut aus: Bei F1.4 ist die Schärfe hier deutlich ungenügend. Ab Blende 4 ist die Bildqualität in den Ecken akzeptabel, aber auch hier sind Blenden zwischen 5.6- und 8 empfehlenswert, um wirklich brauchbare Ergebnisse zu erzielen.
Die Besonderheit dieses Objektivs liegt jedoch nicht in der klassischen Bildqualität, sondern in der Nutzung der Tilt-Funktion. Durch das Kippen der Linseneinheit kann die Schärfeebene flexibel angepasst und der Schärfebereich gezielt verlagert werden. Dies ermöglicht kreative Effekte, die etwa weit entfernte Motive wie eine kleine Makrowelt erscheinen lassen. Dabei wird die Schärfenebene extrem schmal, und es entsteht ein spezielles Bokeh mit einem leicht unruhigen, retroartigen Charakter. Dies ist ein Merkmal, das nicht jedem Nutzer gefallen wird, aber durchaus als kreativer Effekt geschätzt werden kann.
Die Nahstellgrenze liegt bei 35 Zentimetern, was für ein Tilt-Objektiv nicht ungewöhnlich ist, da der Fokus mehr auf der kreativen Schärfeverlagerung liegt als auf Nahaufnahmen. Die zehn Blendenlamellen sorgen zudem für die Möglichkeit, attraktive Blendensterne zu erzeugen, was ein weiterer Pluspunkt ist.
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Das Objektiv richtet sich an Fotografen, die gerne experimentieren und neue kreative Perspektiven suchen, insbesondere mit APS-C- und MFT-Kameras. Das TTArtisan 35 mm F1.4 Tilt ist ein vollständig manuelles Objektiv, das keine elektronischen Kontakte besitzt. Es überträgt weder Exif-Daten noch unterstützt es eine elektronische Blendensteuerung, was bedeutet, dass Fokus und Blende ausschließlich manuell eingestellt werden müssen. Diese Eigenschaft richtet sich klar an Nutzer, die bewusst manuell arbeiten wollen und sich mit den damit verbundenen Einschränkungen arrangieren können.
Auf der Vorderseite befindet sich ein Filtergewinde mit 52 Millimetern Durchmesser. Der Fokusring bietet einen relativ langen Drehweg und eine feste Position bei unendlich, die sich über eine kleine Schraube justieren lässt. Dies sorgt für eine zuverlässige Unendlichfokussierung, die bei manuellen Objektiven hilfreich ist. Der Blendenring ist stufenlos und reicht von F1.4 bis Blende 11, wobei die Abstufungen nicht gerastert sind.
Die Tilt-Funktion wird über einen kleinen Lock-Schalter aktiviert. Leider gibt es kein separates Einstellrad für den Tilt-Winkel, sondern nur einen Verriegelungshebel, was die präzise Einstellung erschwert. Zum Verstellen muss der Schalter gelöst werden, was eine gewisse Feinfühligkeit erfordert. Eine zusätzliche Schraube zur Feineinstellung, wie sie bei anderen Tilt-Objektiven üblich ist, fehlt hier. Neben dem Lock-Schalter gibt es eine weitere Schraube, mit der sich die Rotation des Objektivs in 15-Grad-Schritten einstellen lässt. Insgesamt ist die mechanische Umsetzung funktional, aber nicht optimal für präzises Arbeiten.
Das Objektiv ist für diverse Kamerasysteme erhältlich, darunter Canon RF, Nikon Z, Fujifilm X, Sony E-Mount und Micro Four Thirds (MFT). Dies macht es für eine breite Nutzerschaft zugänglich, die mit diesen Systemen arbeitet und Interesse an Tilt-Techniken hat.
Keine Profi-Qualität
Die Bildqualität wurde mit der Sony Alpha 7R IV, einer Vollformatkamera, getestet, obwohl das Objektiv primär für APS-C- und MFT-Kameras konzipiert ist. Der Test auf Vollformat dient dazu, die Leistung insbesondere in den Bildecken zu beurteilen, was bei Tilt-Objektiven besonders wichtig ist, da man mit der Tilt-Funktion gezielt Bereiche außerhalb der normalen Schärfeebene nutzen kann.Im Bildzentrum bei offener Blende von F1.4 zeigt das Objektiv nicht die beste Schärfe. Eine leichte Abblendung auf etwa F2.8 verbessert die Bildqualität, aber erst bei Blende 5.6 bis 8 erreicht das Objektiv eine solide Schärfe, die für den Einsatz in der Praxis geeignet ist. In den Bildecken sieht die Situation weniger gut aus: Bei F1.4 ist die Schärfe hier deutlich ungenügend. Ab Blende 4 ist die Bildqualität in den Ecken akzeptabel, aber auch hier sind Blenden zwischen 5.6- und 8 empfehlenswert, um wirklich brauchbare Ergebnisse zu erzielen.
Die Besonderheit dieses Objektivs liegt jedoch nicht in der klassischen Bildqualität, sondern in der Nutzung der Tilt-Funktion. Durch das Kippen der Linseneinheit kann die Schärfeebene flexibel angepasst und der Schärfebereich gezielt verlagert werden. Dies ermöglicht kreative Effekte, die etwa weit entfernte Motive wie eine kleine Makrowelt erscheinen lassen. Dabei wird die Schärfenebene extrem schmal, und es entsteht ein spezielles Bokeh mit einem leicht unruhigen, retroartigen Charakter. Dies ist ein Merkmal, das nicht jedem Nutzer gefallen wird, aber durchaus als kreativer Effekt geschätzt werden kann.
Die Nahstellgrenze liegt bei 35 Zentimetern, was für ein Tilt-Objektiv nicht ungewöhnlich ist, da der Fokus mehr auf der kreativen Schärfeverlagerung liegt als auf Nahaufnahmen. Die zehn Blendenlamellen sorgen zudem für die Möglichkeit, attraktive Blendensterne zu erzeugen, was ein weiterer Pluspunkt ist.
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