Laowa 17mm F4 Zero-D: (Tilt-)Shift für Voll- und Mittelformat im Test

Das Laowa 17mm F4 Zero-D ist ein spezialisiertes Objektiv für Architektur- und Innenraumfotografie, bei denen präzise Perspektiven wichtiger sind als Autofokus oder hohe Lichtstärke. Es ist sowohl für Vollformat- als auch für Mittelformatkameras erhältlich und wurde von den Kollegen von ValueTech TV unter anderem an der Hasselblad X2D 100C getestet. Angeboten wird es als reine Shift- sowie als Tilt-Shift-Version mit Anschlüssen für mehrere Systeme, was in diesem Segment ungewöhnlich breit aufgestellt ist.

Die Konstruktion ist vollständig manuell und klar auf den Einsatzzweck ausgelegt. Auffällig ist die dreh- und abnehmbare Gegenlichtblende, die sich flexibel an die jeweilige Shift-Position anpassen lässt und so Abschattungen verhindert. Eine integrierte Stativschelle mit Arca-Swiss-Profil unterstreicht die Praxisnähe, da das Objektiv häufig vom Stativ genutzt wird. Kritisch ist hingegen, dass die Rotationsverstellung keine Klickrastung besitzt, was exakte Ausrichtungen erschwert.
Laowa 17mm F4 Zero-D Laowa 17mm F4 Zero-D Laowa 17mm F4 Zero-D
Shift-Objektive ermöglichen es, den Bildausschnitt zu verschieben, ohne die Kamera zu kippen. Dadurch bleiben Linien bei Architekturaufnahmen gerade. Technisch wird dies durch einen großen Bildkreis erreicht, aus dem der Sensor nur einen Ausschnitt nutzt. Mit bis zu 12 mm Shift im Vollformat beziehungsweise 8 mm im Mittelformat bietet das Laowa hier einen großen Verstellbereich.

Die Bedienung von Tilt und Shift erfolgt über separate Verriegelungen und Einstellmechaniken. Während Shift im Alltag häufig genutzt wird, bleibt Tilt eher ein Spezialwerkzeug für gezielte Schärfeverlagerungen. Entsprechend dürfte für viele Anwender die günstigere Shift-Version ausreichen. Zu beachten ist, dass sich das Objektiv bei gelöster Verriegelung durch das Kameragewicht bewegen kann.

Top bei Blende 8

In der Praxis überzeugt die Bildqualität vor allem abgeblendet. Bei Blende 8 verbessert sich die Schärfe deutlich, insbesondere in den Randbereichen, die bei Shift-Aufnahmen entscheidend sind. Die Verzeichnung ist sehr gering, was bei Architekturaufnahmen besonders wichtig ist, da Softwarekorrekturen hier nur eingeschränkt funktionieren. Die Vignettierung bleibt moderat, kann aber bei extremen Shift-Stellungen und mit Filtern zunehmen.

Zu den Stärken zählen der große Shift-Bereich, die solide Verarbeitung, die geringe Verzeichnung und die Verfügbarkeit für Mittelformat. Schwächen sind die fehlenden Rastungen, die rein manuelle Bedienung und mögliche Vignettierung mit Filtern. Preislich liegt die Shift-Version bei 1.199 Euro, die Tilt-Shift-Variante kostet 1.499 Euro.

Unterm Strich richtet sich das Laowa 17mm F4 Zero-D klar an Fotografen mit spezifischen Anforderungen. Für Architektur, Innenräume und kontrollierte Aufnahmesituationen bietet es eine überzeugende Kombination aus Flexibilität und optischer Leistung - insbesondere dort, wo Alternativen rar sind.

Mehr von ValueTech: ValueTech - Technik. Einfach. ValueTech auf YouTube
Siehe auch: