Honor Magic 8 Pro: So schlägt sich das Top-Modell im Langzeittest

Das Honor Magic 8 Pro wurde über 30 Tage getestet und zeigt sich als technisch beeindruckendes Smartphone mit klaren Stärken - vor allem in einer Disziplin, in der es aktuell sogar Konkurrenten von Apple, Google und OnePlus übertrifft. Gleichzeitig gibt es einige Schwächen, die für bestimmte Käufer relevant sein könnten, so das Fazit unseres Kollegen Andrzej Tokarski.

Zu den wichtigsten Eckdaten zählen vier Kameras (50-MP-Hauptkamera, 50-MP-Ultraweitwinkel, 200-MP-Tele mit 3,7-facher optischer Vergrößerung sowie eine 50-MP-Frontkamera), ein 6,71-Zoll-AMOLED-Display, der Snapdragon 8 Elite Gen 5, 12 GB RAM und 512 GB Speicher. Das Gerät wiegt 219 Gramm und kostet laut Hersteller rund 1.299 Euro.

Besonderes Augenmerk galt im Test den Kameras. Die Hauptkamera fotografiert standardmäßig mit 12 MP, optional auch mit 50 MP. In der Praxis liefern die 12-MP-Aufnahmen sehr gute Ergebnisse, die sich im Alltag kaum von anderen Flaggschiff-Smartphones unterscheiden. Die 50-MP-Fotos zeigen nur unter idealen Bedingungen Vorteile. In RAW-Aufnahmen bieten iPhone- und Pixel-Kameras etwas mehr Schärfe, allerdings werden diese Unterschiede meist erst bei sehr starker Vergrößerung sichtbar.

Starkes Tele-Objektiv

Die größte Stärke des Geräts ist das 200-MP-Teleobjektiv. In vielen Testsituationen liefert es mehr Details und weniger Bildrauschen als die Telekameras der Konkurrenz. Auch bei RAW-Fotos bleibt die Detaildarstellung hoch. Besonders bei starkem Zoom jenseits der nativen 3,7-fachen Vergrößerung - etwa bei 30-fach und mehr - wirken die Aufnahmen des Honor deutlich schärfer und sauberer. Hier profitiert das System sichtbar von der Kombination aus hoher Sensorauflösung, Optik und KI-gestützter Bildverarbeitung.

Bei Nachtaufnahmen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die 50-MP-Hauptkamera erreicht nicht ganz das Niveau von Pixel- oder iPhone-Modellen. In der praxisnahen 12-MP-Voreinstellung liefert das Gerät jedoch sehr gute Nachtfotos, unterstützt durch effektive KI-Nachbearbeitung. Bei Tele-Nachtaufnahmen sind Honor und iPhone bei moderatem Zoom vergleichbar, bei stärkerer Vergrößerung hat Honor Vorteile.
Honor Magic 8 Pro Honor Magic 8 Pro Honor Magic 8 Pro
Die Videoqualität gilt als solide und etwa auf Pixel-Niveau. Für anspruchsvollere Videoarbeit empfehlen die Tester jedoch weiterhin ein iPhone, das mehr professionelle Funktionen bietet. Die Frontkamera liefert ordentliche Selfies, liegt in der Schärfe aber leicht hinter der Pixel-Frontkamera.

Beim Design setzt Honor auf ein eigenständiges Erscheinungsbild mit Farben wie Gold, Blau und Schwarz. Mit 219 Gramm gehört das Smartphone nicht zu den Leichtgewichten. Das Gehäuse besteht aus einem Kunststoff-Glasfaser-Verbund und bietet Schutz nach IP68/IP69. Im Test wird jedoch angemerkt, dass sich das Material weniger hochwertig anfühlt als klassische Glas-Metall-Konstruktionen - ein Punkt, der angesichts des Preises ins Gewicht fallen kann.

Zur Ausstattung zählen ein schneller Fingerabdrucksensor, ein 3D-Face-Scanner, eine frei belegbare AI-Taste, USB-C 3.2 mit Monitor-Ausgang sowie ein Desktop-Modus, der derzeit noch fehleranfällig ist und nicht an etablierte Lösungen wie Samsung DeX heranreicht. Das 6,71-Zoll-AMOLED-Display wirkt sehr scharf und erreicht hohe Helligkeitswerte von bis zu 6.000 Nits bei HDR-Inhalten beziehungsweise rund 1.800 Nits im normalen Betrieb. Im Vergleich ist das Pixel 10 Pro XL etwas heller, während Honor im Alltag heller wirkt als iPhone 17 Pro Max und OnePlus 15. Die Stereo-Lautsprecher werden als laut und klar beschrieben und liegen ungefähr auf Apple-Niveau.

Solide Laufzeit

Angetrieben wird das Gerät vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit 12 GB RAM. Im Alltag arbeitet das Smartphone sehr schnell, in Benchmarks liegt die Leistung etwa auf dem Niveau der OnePlus 15. Unter längerer Last sinkt die Performance allerdings spürbar: Im 3D-Mark-Stresstest erreicht das Gerät rund 48,8 Prozent Stabilität, was auf thermisches Throttling hinweist. OnePlus kontrolliert die Wärmeentwicklung laut Test etwas besser.

In der Praxis bleibt die Gaming-Leistung dennoch hoch. Spiele wie Fortnite liefen bei maximalen Einstellungen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde und moderater Erwärmung. Als Software kommt Magic OS X auf Basis von Android 16 zum Einsatz. Die Oberfläche zeigt teilweise Ähnlichkeiten zu iOS und bietet zahlreiche Funktionen, darunter eine konfigurierbare KI-Taste.

Die Akkulaufzeit fällt im Test sehr ordentlich aus: In einem standardisierten YouTube-Streaming-Test mit maximaler Helligkeit hielt das Gerät 29,5 Stunden durch. Die tatsächliche Laufzeit variiert je nach Nutzung, insgesamt wird die Ausdauer jedoch als sehr gut bewertet.

Unterm Strich punktet das Honor Magic 8 Pro mit herausragender Telefoto-Leistung, einem sehr hellen Display, guter Alltagsperformance und langer Akkulaufzeit. Kritik gibt es am weniger hochwertigen Materialgefühl, an der Videoleistung und an der nachlassenden Performance unter Dauerlast. Besonders geeignet ist das Gerät für Nutzer, die häufig mit Teleobjektiv fotografieren oder stark zoomen. Wer hingegen höchste Ansprüche an Videoaufnahmen oder Premium-Materialien stellt, könnte bei anderen Flaggschiffen besser aufgehoben sein.

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