HTC Nexus 9 mit Android 5.0 im Hands-On

Das Google Nexus 9 von HTC ist das Flaggschiff-Tablet für Android 5.0 "Lollipop" und gleichzeitig der Neueinstieg für HTC in den Tablet-Markt. Seit kurzem ist das Gerät in Deutschland breit verfügbar, weshalb wir die Gelegenheit genutzt haben, um uns das 8,9-Zoll-Tablet mit dem neuen 64-Bit-fähigen Nvidia Tegra K1 "Denver" ARM-Prozessor näher anzusehen.

Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 oder 32 GB Flash-Speicher sind ebenso an Bord, wie ein optionales LTE-Modem, Gigabit-WLAN, NFC, GPS und Bluetooth 4.1. Hinzu kommt eine mit immerhin 8 Megapixeln auflösende Rückenkamera mit Autofokus und Blitz, während auf der Front eine 1,6-Megapixel-Kamera für Videogespräche angebracht ist. Mit knapp 8 Millimetern Bauhöhe und 425 Gramm Gewicht bewegt sich das Nexus 9 auf dem in dieser Größe üblichen Niveau. Ein 6700mAh-Akku soll für lange Laufzeiten sorgen.

Das Display des Nexus 9 ist einerseits einer der größten Vorteile, hat aber auch seine Schwächen. Mit 2048x1536 Pixeln ist die Auflösung auf einem ausreichenden Niveau und alle Bildschirminhalte sind recht scharf, was auch an der RGB-Streifenmatrix liegt. Die Farbdarstellung ist gut und das Display lässt sich einerseits weit herunterdimmen und andererseits ist es mit jenseits von 450 Candela sehr leuchtstark für ein Tablet. Allerdings gibt es Probleme mit Lichthöfen, weil die Hintergrundbeleuchtung am Rand des Displays an vielen Stellen durchleuchtet.

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Die Leistung des Nvidia Tegra K1 "Denver" mit seinen beiden bis zu 2,5 Gigahertz schnellen ARM-Kernen mit 64-Bit-Support ist am oberen Ende der Leistungsskala angesiedelt, so dass das System sich in dieser Hinsicht wohl nur dem Apple A8X im iPad Air 2 geschlagen geben muss. Allerdings kann es wegen der starken Wärmeentwicklung des Nvidia-Chips vorkommen, dass bei Benchmarks eine Überhitzungswarnung angezeigt wird - dies trat aber nur auf, wenn die Bildschirmhelligkeit auf Maximalniveau eingestellt war.

Die Qualität des Nexus 9 ist gut, denn das Tablet wirkt mit seinem Metallrahmen und der mattierten Rückseite sehr hochwertig. Die Verwindungssteifigkeit könnte allerdings höher sein und die Rückseite lässt sich relativ leicht eindrücken, so dass die Komponenten von hinten auf das Display durchdrücken. Insgesamt ist das neue HTC-Tablet etwas zu "weich" und flexibel für meinen Geschmack. Die Lautsprecher liefern einen klaren, vollen Sound, der die meisten anderen Tablets schlecht dastehen lässt, so dass man HTC hier für die Übernahme seines BoomSound-Konzepts aus dem Smarthone-Bereich loben muss.

Mit der 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite lassen sich bei guten Lichtverhältnissen auch gute Fotos anfertigen, aber sobald die Ausleuchtung auch nur geringfügig nachlässt, wird ein deutliches Bildrauschen sichtbar. Mit 399 Euro Einstiegspreis ist das Preis-Leistungsverhältnis immer noch gut, aber keineswegs mehr so hervorragend wie bei früheren Nexus-Geräten. Dass Google weiterhin auf keinen MicroSD-Kartenslot zur Speichererweiterung setzt ist gerade beim günstigsten Modell eine absolute Enttäuschung, auch wenn es sich dabei um die Firmenpolitik zur Förderung der Cloud-Nutzung handelt.

Preise und Verfügbarkeit

Das Nexus 9 ist in Deutschland über Amazon, die Media Saturn Holding und OTTO in der 16-GB-WiFi- (UVP 399,- Euro), 32-GB-WiFi- (UVP 489,- Euro) und 32-GB-LTE-Ausführung (UVP 569,- Euro) erhältlich.
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