Bauanleitung: 360°-Kamera für VR-Inhalte im IKEA-Stil basteln

VR-Systeme sind als Hardware inzwischen in diversen Preisklassen am Markt verfügbar. Damit die Technik aber auch wirklich abheben kann, werden vielfältige Inhalte benötigt. Bei Facebook machte man sich daher Gedanken, wie möglichst viele Menschen auch technisch in die Lage versetzt werden können, selbst Content zu produzieren. Das Ergebnis dessen ist jetzt da und weiß durchaus zu beeindrucken.

Aus diversen anderen Fällen weiß man inzwischen, dass es allein nicht ausreicht, ein bestimmtes System einfach zu Open Source zu machen. Denn auch dann ist es meist nur einem vergleichsweise kleinen Kreis möglich, auf dieser Grundlage eigene Basteleien anzufertigen. Facebook geht dabei bei seinem Surround 360-System einen Schritt weiter.

Das Unternehmen hat neben der Software und den technischen Plänen auch eine detaillierte Anleitung veröffentlicht, mit der sich Nutzer eine Kamera bauen können, die Rundum-Aufnahmen ermöglicht. Beim Bauplan orientierte man sich dabei sichtlich an den Anleitungen, die der Möbelkonzern IKEA seinen Produkten beilegt, damit auch unerfahrene Käufer ihr Regal oder den Schrank aus Einzelteilen zusammensetzen können.

Facebook Surround 360Facebook Surround 360Facebook Surround 360Facebook Surround 360Facebook Surround 360Facebook Surround 360
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Das Referenz-Modell, das sich aus der Anleitung direkt bauen lässt, erinnert an eine fliegende Untertasse. An der Seite sind 14 Optiken aneinandergefügt, die einen Rundum-Blick ermöglichen. Die dann noch existierenden toten Winkel nach oben und unten werden durch drei Fischaugen-Optiken ausgefüllt, wobei zwei von diesen unten angeordnet sind, damit die Stativbefestigung nicht im kompletten Bild auftauchen muss. Die einzelnen Bilder werden dann miteinander kombiniert und zu einem kompletten Einzelbild zusammengefügt. Die dafür nötige Software steht ebenfalls zur Verfügung.

Die Sourcecodes und Baupläne wurden unter Lizenzen freigegeben, die den Interessierten möglichst wenig einschränken sollen. Denn, so erklärte man seitens Facebooks, das Unternehmen habe überhaupt kein Interesse daran, in irgendeiner Form an dem Kamera-System Geld zu verdienen. Stattdessen will man möglichst viele Menschen in die Lage versetzen, selbst VR-Inhalte bereitzustellen, um die Technologie als solche voranzubringen. Wie gewohnt wirtschaftet Facebook hier also nicht mit dem Zugang zu einer Technologie, sondern damit, dass letztlich eine möglichst große Plattform entsteht, auf der man dann eigene Verdienstmöglichkeiten aufbauen kann.

Entsprechend ermuntert man die Nutzer auch dazu, die bereitgestellten Quellcodes und Hardware-Pläne je nach eigenem Bedarf zu verändern. Das dürfte schon dahingehend notwendig sein, da die Komponenten, die für die Kamera in der vorliegenden Form benötigt werden, immer noch rund 30.000 Dollar kosten. Im Gegenzug schaffte es eine Testperson - die zugegebenermaßen über Erfahrungen in Technik-Basteleien hatte - die Kamera aus den vorliegenden Bauteilen und mit Hilfe der Anleitung in nur vier Stunden zusammenzusetzen.
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