330 TB: Neuer Rekord für Magnetbänder und es is noch Luft nach oben

Magnetbänder sind für viele eine Technik aus grauer Uhrzeit der Unterhaltungselektronik oder IT. Doch die Lösung ist auch heute ein essentieller Bestandteil von Backups in Datenzentren. IBM-Forschern ist es nun gelungen, mit Hilfe eines Magnetband-Speichersystems einen neuen Rekord aufzustellen. Demnach lassen sich auf diese Weise auf einer handflächengroßen Cartridge bis zu 330 Terabyte speichern.

Magnetband-basierte Speicherlösungen sind bereits 60 Jahre alt. Laut IBM Research bedeutet das aber nicht, dass hierbei keine Innovationen mehr möglich sind, ganz im Gegenteil. Denn die in Zürich/Rüschlikon basierte Forschungssparte von IBM hat heute bekannt gegeben, dass man in Kooperation mit Sony Storage Media Solutions eine Speicherdichte von 201 Gigabits pro Quadratzoll erreichen konnte.

330 Terabyte

In einer herkömmlichen und etwa handflächengroßen Tape-Cartridge könnten mit der neuesten Lösung rund 330 Terabyte an unkomprimierten Daten gespeichert werden. Derartige Kassetten sind auch heute noch in Datenzentren üblich und werden zur zuverlässigen und auch kosteneffizienten Datensicherung eingesetzt.

Mit "Datasetten" und ähnlichen Lösungen früherer Tage haben die Tapes von heute aber nicht mehr viel zu tun: Derzeit wird bei Bändern auf einen (Nano-)dünnen Barium-Ferrit-Film gesetzt. Dieser wird flüssig aufgebracht, zu vergleichen ist das mit dem Anbringen Lack oder Farbe.

Kathodenzerstäubung

IBM und Sony Storage setzen hingegen auf "Sputter Tapes" bei denen per Kathodenzerstäubung mehrere magnetische (Metall-)Schichten aufgetragen werden. Laut den Forschern ist die Methode auch noch lange nicht am Ende ihres Potenzials angelangt: Zumindest in den nächsten zehn Jahren können die Speicherkapazität alle zwei Jahre verdoppelt werden.

Der letzte Rekord dazu stammt aus dem Jahr 2015, damals konnte ein maximal möglicher Gesamtwert von 220 Terabyte erreicht werden. Allerdings kam dabei noch die "alte" Barium-Ferrit-Technik zum Einsatz, die neue Sputter-Lösung steht hingegen noch verhältnismäßig am Anfang.
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