Die Unfassbaren 2: Schlecht aufwärmen und nochmal abkassieren

Es ist einfach nicht die Zeit würdiger Fortsetzungen, die mit ihren Originalen mithalten können - wenn es diese bis auf wenige Ausnahmefälle überhaupt je gab. Auch der äußerst amüsante Streifen "Now you see me" (Die Unfassbaren) bekommt nun einen zweiten Teil angeflanscht, dessen einzige Aufgabe es scheint, die Größe des Vorgängers auszunutzen, um noch einmal möglichst viel Geld aus den Kinogängern zu ziehen.

Falls euch der erste Teil nicht mehr geläufig ist: Es geht um eine Gruppe von Illusionisten, die nicht nur auf der Showbühne mit Zauberkunststücken das Publikum begeistern, sondern ihre Talente auch zu Zwecken einsetzen, die eher weniger für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Die größte Ironie entwickelt der Nachfolger im Grunde schon darin, dass Daniel Radcliffe - dem seine Rolle als Harry Potter wohl ein Leben lang begleiten wird - ausgerechnet in einem Magier-Film überhaupt nichts mit Zauberei zu tun hat. Und auch sonst wurde die Besetzung erneut ziemlich hochkarätig zusammengesetzt. Doch das hilft letztlich nur wenig darüber hinweg, dass das Drehbuch schlicht zu Wünschen übrig lässt. Unser Kollege Lutz Herkner erklärt euch hier einige Probleme etwas genauer - und wir dürfen gespannt sein, ob er sich zukünftig überhaupt noch für Sequels aus seinem Smartphone-Labor hinausbewegt. Denn es handelt sich nach "The Mechanic 2" nun schon um den zweiten Fehlschlag in kurzer Folge.

Dass wir es hier mit einem Film zu tun bekommen, der vor allem die Kassen füllen soll, ist auch am Setting spürbar. Hollywood verdient inzwischen einen nicht unwesentlichen Teil seines Geldes auf dem chinesischen Markt. Also wird der ganze Plot so hingedreht, dass man das dortige Publikum möglichst umfassend hofiert - auch wenn dies bei genauerer Betrachtung zu teils beachtlichen Logik-Problemen führt. Welche das sind - nun, darüber kann sich der Kinogänger während der Vorstellung selbst Gedanken machen, ausreichend Raum dafür wird der Film ihm letztlich wohl lassen.

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