ICQ-Verkauf macht Strafverfolgung schwieriger
Hintergrund: AOL, der derzeitige Besitzer von ICQ, will das Instant-Messaging-Netzwerk an den russischen Investor Digital Sky Technologies verkaufen. Dieses Unternehmen hat sich auch finanziell am sozialen Netzwerk Facebook beteiligt.
Durch den Verkauf würden die ICQ-Server wahrscheinlich nach Russland umziehen, was den Zugriff auf Chat-Protokolle für US-Ermittler erschwert. ICQ ist aber vor allem bei Kriminellen, die über das Internet agieren, ein beliebtes Kommunikationsmittel. Laut dem Informanten benutzt nahezu jeder bekannte Kriminelle ICQ.
ICQ wurde ursprünglich vom israelischen Unternehmen Mirabilis entwickelt, wo sich noch heute die Server befinden. Der russische Investor hat Interesse an der Software, da der Dienst vor allem in Russland beliebt ist. Von den derzeit 42 Millionen Nutzern sollen rund 19 Millionen aus Russland stammen. Auf die israelischen Server sollen US-amerikanische Strafverfolger Zugriff haben.
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Michael Diestelberg
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