Creative Aurvana Ace Mimi im Test:
Angriff auf die Mittelklasse-Spitze
True-Wireless-Earbuds haben sich als Alltags-Standard etabliert, dabei ist vor allem die Mittelklasse umkämpft. Hier kann man mittlerweile viele Kopfhörer mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis finden - so auch die Creative Aurvana Ace Mimi.
Das Herzstück der Aurvana Ace Mimi bildet die MEMS-Treibertechnologie (Micro-Electro-Mechanical Systems) des Herstellers xMEMS. Diese Halbleiter-basierten Treiber unterscheiden sich grundlegend von herkömmlichen dynamischen Treibern oder "Balanced Armature"-Lösungen, die üblicherweise in In-Ear-Kopfhörern Verwendung finden.
Leicht durch Kunststoff, aber durchaus wertig: Creative Aurvana Ace Mimi
MEMS-Treiber arbeiten mit einer extrem dünnen, beweglichen Membran, die auf einem Silizium-Chip sitzt. Diese Konstruktion ermöglicht eine präzise und schnelle Bewegung ohne die mechanische Trägheit konventioneller Treiber. Die theoretischen Vorteile dieser Technologie liegen im verbesserten Einschwingverhalten, höherer Klarheit und verringerter Verzerrung.
Creative setzt bei den Aurvana Ace Mimi wohlgemerkt auf ein hybrides Treibersystem: Neben dem MEMS-Treiber kommt ein 10-mm-Dynamiktreiber zum Einsatz, der vorrangig für die Basswiedergabe zuständig ist. Diese Kombination zielt darauf ab, die Präzision und Detailgenauigkeit von MEMS mit der kraftvollen Basswiedergabe eines dynamischen Treibers zu verbinden.
Mit einem Gewicht von nur 4,7 Gramm pro Ohrhörer sind die Aurvana Ace Mimi außergewöhnlich leicht. Dieses geringe Gewicht kann zunächst den Eindruck erwecken, dass an der Materialqualität gespart wurde. Die Ohrhörer bestehen überwiegend aus Kunststoff, was zu diesem leichten Gefühl beiträgt.
Das Ladecase ist ebenfalls aus Kunststoffkonstruktion, die zwar ebenfalls nicht besonders hochwertig wirkt, aber seinen Zweck vollkommen erfüllt. Wo Creative Punkteabzüge einstecken muss: Die Scharniere des Cases könnten stabiler sein, das Ganze wirkt durchaus etwas wackelig und empfindlich. Die Verarbeitung ist aber auch hier grundsätzlich solide und wir konnten auch nach einigen Wochen nicht feststellen, dass etwas tatsächlich lockerer geworden ist.
Das Ladecase hat die für ...
... Creative typische Innenseite
Die Passform ist gut, das bedeutet, dass die In-Ears auch für Bewegung oder sportlichen Aktivitäten gut geeignet sind. Und auch entsprechend geschützt sind, da sie eine IPX5-Zertifizierung gegen Schweiß und Spritzwasser haben. Allerdings musste der Tester nach einiger Zeit auf einem Ohr ein gewisses Drücken feststellen - doch wie immer gilt: Ohren sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich geformt, das ist also womöglich und wahrscheinlich ein sehr subjektiver Eindruck.
Das Verbinden der Aurvana Ace Mimi funktioniert schnell und zuverlässig, hier hat man sogar Vorteile gegenüber teuren Premiummodellen, die eine gewisse Zeit brauchen. Multipoint, das das gleichzeitige Verbinden mit zwei Geräten ermöglicht, wird unterstützt.
Creative verzichtet auf aptX-Unterstützung, die noch beim Vorgängermodell Aurvana Ace 2 vorhanden war, und setzt stattdessen auf LDAC. Diese Entscheidung könnte darauf abzielen, die Kompatibilität mit einer breiteren Palette von Android-Geräten zu verbessern, da LDAC mittlerweile weiter verbreitet ist als aptX.
Die Unterstützung für Bluetooth LE (Low Energy) ist zukunftssicher, da dieser Standard zunehmend an Bedeutung gewinnt und verbesserte Energieeffizienz bei gleichbleibender oder besserer Audioqualität verspricht.
Ebenso zukunftsorientiert ist die Unterstützung für Auracast, eine relativ neue Technologie im Bluetooth-Ökosystem. Auracast ermöglicht es, Audio an mehrere Empfänger gleichzeitig zu übertragen - ähnlich wie bei einem Radiosender, aber eben über Bluetooth. Dieses Feature könnte in Zukunft in öffentlichen Räumen wie Flughäfen, Museen oder Konferenzzentren an Bedeutung gewinnen, wo Audioinhalte für mehrere Hörer gleichzeitig bereitgestellt werden.
Die Aurvana Ace Mimi bieten eine Akkulaufzeit von bis zu 7 Stunden pro Ladung ohne ANC und etwa 4,5 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Mit dem Ladecase erhöht sich die Gesamtlaufzeit auf bis zu 28 Stunden. Diese Werte liegen im Mittelfeld dieser Preisklasse. Das Ladecase unterstützt sowohl kabelgebundenes Laden via USB-C als auch kabelloses Laden nach dem Qi-Standard.
Wichtig ist, dass dieser Test in einer möglichst ruhigen Umgebung durchgeführt wird, da die Testtöne bewusst leise abgespielt werden, um die Hörschwelle genauer zu ermitteln. Nach Abschluss des Tests erhält man eine grafische Darstellung der Hörfähigkeit für jedes Ohr.
Nach der Erstellung des Hörprofils bietet die App verschiedene Intensitätsstufen für die Klanganpassung: "Softer" (sanfter), "Recommended" (empfohlen) und "Richer" (kräftiger). Diese Abstufungen ermöglichen es, den Grad der Korrektur je nach persönlicher Präferenz einzustellen.
Bei den meisten Nutzern bewirkt die Personalisierung in der Regel eine leichte Anhebung der Höhenfrequenzen, da altersbedingte Hörverluste typischerweise zuerst in diesem Bereich auftreten. Die tatsächliche Wirksamkeit dieser Anpassung wird jedoch unterschiedlich wahrgenommen: Vereinfacht gesagt hören einige den Unterschied klar, andere merken hier weniger.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass die personalisierte Einstellung mit einem benutzerdefinierten EQ kombiniert werden kann, was zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten bietet. Die App ermöglicht es, den personalisierten Equalizer als Ausgangsbasis zu verwenden und dann mit dem 10-Band-Equalizer weitere Feinabstimmungen vorzunehmen.
Diese Flexibilität ist natürlich dann besonders nützlich, wenn die automatische Personalisierung nicht vollständig den eigenen Präferenzen entspricht oder wenn man für bestimmte Musikgenres unterschiedliche Klangprofile bevorzugt.
Diese Abstimmung entspricht den Präferenzen vieler Hörer und sorgt für einen angenehmen, nicht ermüdenden Klangeindruck. Die MEMS-Treiber zeigen ihre Stärke besonders in der klaren und detaillierten Wiedergabe von Höhen und oberen Mitten.
Für Spiele stehen spezielle EQ-Einstellungen bereit
Hier ist die Einstellung für Call of Duty zu sehen
Über die Creative-App lässt sich der Klang umfassend anpassen, das haben wir schon weiter oben. Der 10-Band-Equalizer ermöglicht eine detaillierte Feinabstimmung, und es stehen mehr als 40 verschiedene Equalizer-Voreinstellungen zur Verfügung. Besonders interessant sind die spielespezifischen Profile für Titel wie Fortnite und Call of Duty, die in Kombination mit dem Low-Latency-Modus das Gaming-Erlebnis verbessern sollen. Diese Voreinstellungen sind auf bestimmte akustische Eigenschaften dieser Spiele optimiert, um etwa Schritte oder Schüsse besser lokalisieren zu können.
Bei unregelmäßigen oder besonders lauten Geräuschen wie schreienden Kindern, Baustellenlärm oder plötzlichen Durchsagen stößt das System jedoch an seine Grenzen - das gilt aber natürlich ein gutes Stück weit für die meisten Geräte. Hier zeigt sich dennoch der Unterschied zu Premiummodellen mit fortschrittlicherer Geräuschunterdrückung, die komplexere Algorithmen und mehrere Mikrofone für eine effektivere Reduzierung nutzen.
Über die App lässt sich die Intensität sowohl des ANC als auch des Transparenzmodus anpassen, was eine zusätzliche Flexibilität bietet. Diese dreistufige Regelung ermöglicht es, den idealen Kompromiss zwischen Isolierung und Umgebungswahrnehmung zu finden, je nach persönlicher Präferenz und Situation.
In lauteren Umgebungen wie auf der Straße oder in belebten Cafés nimmt die Qualität erwartungsgemäß ab. Vorbeifahrende Autos oder Windgeräusche können die Sprachverständlichkeit beeinträchtigen, aber die Leistung ist gut und insgesamt mit anderen Kopfhörern in dieser Preisklasse vergleichbar. Die Mikrofone schaffen es also, ein gewisses Maß an Hintergrundgeräuschen herauszufiltern, ohne dass die Stimme unnatürlich oder roboterhaft klingt.
Abzüge gibt es in der B-Note, allen voran bei der etwas fummeligen Bedienung und der nur durchschnittlichen Geräuschunterdrückung. Auch die Soundanpassung ist ein Stück weit Geschmacksfrage, denn viele werden den Equalizer hier für das wesentlich wichtigere und sinnvollere Werkzeug zum Tunen des Sounds halten. Dennoch können wir die Creative Aurvana Ace Mimi empfehlen, denn beim Preis-Leistungs-Verhältnis spielen die Earbuds ganz vorn mit.
Siehe auch:
MEMS-Treiber und Personalisierung
Bei den Aurvana Ace Mimi geht Creative, im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern, die konventionelle Treibertechnologien verbauen, einen eigenständigen Weg. Grund dafür ist vor allem die MEMS-Treibertechnologie. Diese - verbunden mit individualisierter Klangpersonalisierung - hebt diese In-Ears in einem zunehmend umkämpften Marktsegment hervor und Creative, so viel können wir schon jetzt verraten, kann hier absolut mitmischen.Das Herzstück der Aurvana Ace Mimi bildet die MEMS-Treibertechnologie (Micro-Electro-Mechanical Systems) des Herstellers xMEMS. Diese Halbleiter-basierten Treiber unterscheiden sich grundlegend von herkömmlichen dynamischen Treibern oder "Balanced Armature"-Lösungen, die üblicherweise in In-Ear-Kopfhörern Verwendung finden.
Leicht durch Kunststoff, aber durchaus wertig: Creative Aurvana Ace Mimi
MEMS-Treiber arbeiten mit einer extrem dünnen, beweglichen Membran, die auf einem Silizium-Chip sitzt. Diese Konstruktion ermöglicht eine präzise und schnelle Bewegung ohne die mechanische Trägheit konventioneller Treiber. Die theoretischen Vorteile dieser Technologie liegen im verbesserten Einschwingverhalten, höherer Klarheit und verringerter Verzerrung.
Creative setzt bei den Aurvana Ace Mimi wohlgemerkt auf ein hybrides Treibersystem: Neben dem MEMS-Treiber kommt ein 10-mm-Dynamiktreiber zum Einsatz, der vorrangig für die Basswiedergabe zuständig ist. Diese Kombination zielt darauf ab, die Präzision und Detailgenauigkeit von MEMS mit der kraftvollen Basswiedergabe eines dynamischen Treibers zu verbinden.
Creative stellt die Aurvana Ace Mimi in einem Video näher vor
Optisches Erscheinungsbild und Bauweise
Die Aurvana Ace Mimi präsentieren sich in einem typischen und leicht kantigen Stem-Design und sind (nur) in Mitternachtsblau verfügbar. Creative-typisch bietet das Innere des Ladecases eine Chrome-Optik, das bildet einen Kontrast zur matten Außenseite.Mit einem Gewicht von nur 4,7 Gramm pro Ohrhörer sind die Aurvana Ace Mimi außergewöhnlich leicht. Dieses geringe Gewicht kann zunächst den Eindruck erwecken, dass an der Materialqualität gespart wurde. Die Ohrhörer bestehen überwiegend aus Kunststoff, was zu diesem leichten Gefühl beiträgt.
Das Ladecase ist ebenfalls aus Kunststoffkonstruktion, die zwar ebenfalls nicht besonders hochwertig wirkt, aber seinen Zweck vollkommen erfüllt. Wo Creative Punkteabzüge einstecken muss: Die Scharniere des Cases könnten stabiler sein, das Ganze wirkt durchaus etwas wackelig und empfindlich. Die Verarbeitung ist aber auch hier grundsätzlich solide und wir konnten auch nach einigen Wochen nicht feststellen, dass etwas tatsächlich lockerer geworden ist.
Das Ladecase hat die für ...
... Creative typische Innenseite
Tragekomfort und Passform
Das geringe Gewicht hat aber natürlich auch seine Vorteile: Die Ace Mimi sind so leicht, dass sie nach kurzer Zeit kaum noch spürbar sind - ein wichtiger Faktor für den Langzeit-Tragekomfort. Im Lieferumfang sind fünf verschiedene Größen von Silikon-Ohrstöpseln enthalten, was eine überdurchschnittlich große Auswahl darstellt (in der Regel sind es bekanntlich drei Varianten, die mitgeliefert werden).Die Passform ist gut, das bedeutet, dass die In-Ears auch für Bewegung oder sportlichen Aktivitäten gut geeignet sind. Und auch entsprechend geschützt sind, da sie eine IPX5-Zertifizierung gegen Schweiß und Spritzwasser haben. Allerdings musste der Tester nach einiger Zeit auf einem Ohr ein gewisses Drücken feststellen - doch wie immer gilt: Ohren sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich geformt, das ist also womöglich und wahrscheinlich ein sehr subjektiver Eindruck.
Touch-Steuerung der In-Ear-Kopfhörer
Die Bedienung der Aurvana Ace Mimi erfolgt über Touch-Sensoren, die am Ansatz der In-Ear-Ohrhörer integriert sind. Das ist allerdings nicht die größte Stärke dieser In-Ears, da der berührungsempfindliche Bereich eher klein und schwer zu erwischen ist. Dazu kommt, dass das einmalige Tippen nicht unterstützt wird und man auch für Pausieren doppelt tappen muss. Die Doppel- und Dreifach-Aktionen können immerhin über die App angepasst werden. Das Fehlen eines einmaligen Tappens hat wohl den Hintergrund, dass unbeabsichtigtes Auslösen verhindert werden soll, das stört aber mehr als es nutzt.Das Verbinden der Aurvana Ace Mimi funktioniert schnell und zuverlässig, hier hat man sogar Vorteile gegenüber teuren Premiummodellen, die eine gewisse Zeit brauchen. Multipoint, das das gleichzeitige Verbinden mit zwei Geräten ermöglicht, wird unterstützt.
Bluetooth und Codec-Unterstützung
Die Creative Aurvana Ace Mimi sind mit Bluetooth 5.3 ausgestattet, was eine stabile Verbindung, geringe Latenz und effizienten Energieverbrauch gewährleistet. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Codec-Unterstützung:- LDAC: Dieser von Sony entwickelte Codec ermöglicht eine hochauflösende Audioübertragung mit bis zu 990 kbit/s und ist auf den meisten modernen Android-Geräten verfügbar.
- LC3: Der neuere "Low Complexity Communication Codec" bietet bessere Klangqualität bei niedrigeren Bitraten als ältere Codecs und ist Teil der Bluetooth LE Audio-Spezifikation.
- AAC: Wird hauptsächlich von Apple-Geräten verwendet und bietet bessere Klangqualität als der Basis-Codec SBC.
- SBC: Der Standard-Bluetooth-Codec, der von allen Bluetooth-Audiogeräten unterstützt wird.
Creative verzichtet auf aptX-Unterstützung, die noch beim Vorgängermodell Aurvana Ace 2 vorhanden war, und setzt stattdessen auf LDAC. Diese Entscheidung könnte darauf abzielen, die Kompatibilität mit einer breiteren Palette von Android-Geräten zu verbessern, da LDAC mittlerweile weiter verbreitet ist als aptX.
Die Unterstützung für Bluetooth LE (Low Energy) ist zukunftssicher, da dieser Standard zunehmend an Bedeutung gewinnt und verbesserte Energieeffizienz bei gleichbleibender oder besserer Audioqualität verspricht.
Ebenso zukunftsorientiert ist die Unterstützung für Auracast, eine relativ neue Technologie im Bluetooth-Ökosystem. Auracast ermöglicht es, Audio an mehrere Empfänger gleichzeitig zu übertragen - ähnlich wie bei einem Radiosender, aber eben über Bluetooth. Dieses Feature könnte in Zukunft in öffentlichen Räumen wie Flughäfen, Museen oder Konferenzzentren an Bedeutung gewinnen, wo Audioinhalte für mehrere Hörer gleichzeitig bereitgestellt werden.
Die Aurvana Ace Mimi bieten eine Akkulaufzeit von bis zu 7 Stunden pro Ladung ohne ANC und etwa 4,5 Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Mit dem Ladecase erhöht sich die Gesamtlaufzeit auf bis zu 28 Stunden. Diese Werte liegen im Mittelfeld dieser Preisklasse. Das Ladecase unterstützt sowohl kabelgebundenes Laden via USB-C als auch kabelloses Laden nach dem Qi-Standard.
Mimi-Personalisierung
Das namensgebende Hauptmerkmal der Aurvana Ace Mimi ist die integrierte Mimi-Klangpersonalisierung, die den Klang an die individuellen Hörfähigkeiten jedes Nutzers anpassen soll. Der Personalisierungsprozess beginnt mit einem Hörtest in der Creative-App, der etwa vier Minuten in Anspruch nimmt. Der Test funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Der Nutzer drückt einen Button auf dem Bildschirm, solange er auf- und absteigende Töne hören kann, und lässt los, sobald der Ton nicht mehr wahrnehmbar ist. Dieser Prozess wird für verschiedene Frequenzen und beide Ohren durchgeführt, um ein individuelles Hörprofil zu erstellen - fast genauso, wie es auch bei Nothing der Fall ist.Wichtig ist, dass dieser Test in einer möglichst ruhigen Umgebung durchgeführt wird, da die Testtöne bewusst leise abgespielt werden, um die Hörschwelle genauer zu ermitteln. Nach Abschluss des Tests erhält man eine grafische Darstellung der Hörfähigkeit für jedes Ohr.
Nach der Erstellung des Hörprofils bietet die App verschiedene Intensitätsstufen für die Klanganpassung: "Softer" (sanfter), "Recommended" (empfohlen) und "Richer" (kräftiger). Diese Abstufungen ermöglichen es, den Grad der Korrektur je nach persönlicher Präferenz einzustellen.
Bei den meisten Nutzern bewirkt die Personalisierung in der Regel eine leichte Anhebung der Höhenfrequenzen, da altersbedingte Hörverluste typischerweise zuerst in diesem Bereich auftreten. Die tatsächliche Wirksamkeit dieser Anpassung wird jedoch unterschiedlich wahrgenommen: Vereinfacht gesagt hören einige den Unterschied klar, andere merken hier weniger.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass die personalisierte Einstellung mit einem benutzerdefinierten EQ kombiniert werden kann, was zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten bietet. Die App ermöglicht es, den personalisierten Equalizer als Ausgangsbasis zu verwenden und dann mit dem 10-Band-Equalizer weitere Feinabstimmungen vorzunehmen.
Diese Flexibilität ist natürlich dann besonders nützlich, wenn die automatische Personalisierung nicht vollständig den eigenen Präferenzen entspricht oder wenn man für bestimmte Musikgenres unterschiedliche Klangprofile bevorzugt.
Klangqualität und Soundcharakteristik
Die Klangqualität sind das eigentliche Highlight der Aurvana Ace Mimi, denn der Sound ist hervorragend. Ohne Aktivierung des ANC und ohne personalisierte EQ-Einstellungen haben die Aurvana Ace Mimi ein Soundprofil, das sowohl die Tiefen als auch die Höhen leicht anhebt, während die Mitten etwas zurücktreten.Diese Abstimmung entspricht den Präferenzen vieler Hörer und sorgt für einen angenehmen, nicht ermüdenden Klangeindruck. Die MEMS-Treiber zeigen ihre Stärke besonders in der klaren und detaillierten Wiedergabe von Höhen und oberen Mitten.
Bass und Tieftonwiedergabe
Die Kopfhörer liefern eine überraschend gute und kraftvolle Basswiedergabe, was für In-Ear-Kopfhörer in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Der Bass ist sehr präsent und gibt der Musik ein eindeutiges Fundament. Die Tieftonwiedergabe ist definiert sowie kontrolliert, aber nicht aufgebläht oder verwaschen. Freunden eines ausgewogenen Klangs könnte der Bass allerdings etwas bis deutlich zu satt sein.Mitten und Höhen
Die Mittenwiedergabe ist klar und natürlich, besonders bei Gesangsstimmen. Dank der MEMS-Treibertechnologie werden Details in diesem Frequenzbereich präzise dargestellt, ohne zu stark in den Vordergrund zu treten. Instrumente wie Akustikgitarren oder Klaviere klingen natürlich und besonders klar wiedergegeben. Die Höhen sind detailliert, ohne scharf oder unangenehm zu wirken. Die Klarheit in diesem Frequenzbereich ist eine Stärke der Aurvana Ace Mimi und hängt mit dem bereits erwähnten MEMS-Treiber zusammen.ANC der Creative Aurvana Ace Mimi
Die Aktivierung des ANC kann den Klang deutlich verändern, manche könnten sich daran stören, dass der Bass überproportional verstärkt wird, was die Klarheit des Gesamtklangs beeinträchtigt. Es ist jedoch denkbar, dass ein Firmware-Update das ansprechen könnte. Dazu kommt: Anfangs hatten wir auch merkwürdige Störgeräusche und Interferenzen, diese sind aber mit einem Update beseitigt worden.
Für Spiele stehen spezielle EQ-Einstellungen bereit
Hier ist die Einstellung für Call of Duty zu sehen
Über die Creative-App lässt sich der Klang umfassend anpassen, das haben wir schon weiter oben. Der 10-Band-Equalizer ermöglicht eine detaillierte Feinabstimmung, und es stehen mehr als 40 verschiedene Equalizer-Voreinstellungen zur Verfügung. Besonders interessant sind die spielespezifischen Profile für Titel wie Fortnite und Call of Duty, die in Kombination mit dem Low-Latency-Modus das Gaming-Erlebnis verbessern sollen. Diese Voreinstellungen sind auf bestimmte akustische Eigenschaften dieser Spiele optimiert, um etwa Schritte oder Schüsse besser lokalisieren zu können.
Durchschnittliche Geräuschunterdrückung
Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ist nur durchschnittlich, für die alltägliche Nutzung aber ausreichend. Die Leistung reicht aus, um Hintergrundgeräusche wie Bürolärm oder den gleichmäßigen Lärm im Verkehr zu dämpfen. Bei gleichmäßigen, tiefen Geräuschen wie dem Dröhnen eines Flugzeugmotors ist die Reduzierung spürbar, wenn auch nicht so ausgeprägt wie bei Premiummodellen.Bei unregelmäßigen oder besonders lauten Geräuschen wie schreienden Kindern, Baustellenlärm oder plötzlichen Durchsagen stößt das System jedoch an seine Grenzen - das gilt aber natürlich ein gutes Stück weit für die meisten Geräte. Hier zeigt sich dennoch der Unterschied zu Premiummodellen mit fortschrittlicherer Geräuschunterdrückung, die komplexere Algorithmen und mehrere Mikrofone für eine effektivere Reduzierung nutzen.
Solider Umgebungsmodus
Der Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche durchlässt, funktioniert zuverlässig, die Lautstärke ist ausreichend (auf Maximalstufe vielleicht sogar einen Tick zu laut und rauschend) und ermöglicht Gespräche oder das Wahrnehmen von Verkehrsgeräuschen, ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen. Die Durchlässigkeit wirkt halbwegs natürlich, ohne dass Stimmen oder andere Geräusche künstlich oder verzerrt klingen.Über die App lässt sich die Intensität sowohl des ANC als auch des Transparenzmodus anpassen, was eine zusätzliche Flexibilität bietet. Diese dreistufige Regelung ermöglicht es, den idealen Kompromiss zwischen Isolierung und Umgebungswahrnehmung zu finden, je nach persönlicher Präferenz und Situation.
Anrufqualität und Mikrofonleistung
Die Mikrofone der Aurvana Ace Mimi liefern eine ordentliche Leistung bei Telefonanrufen und Videokonferenzen. In ruhigen Umgebungen wird die Stimme klar und deutlich übertragen, und der Gesprächspartner kann problemlos verstehen, was gesagt wird. Die Sprachwiedergabe wirkt durchaus natürlich und nicht übermäßig komprimiert oder künstlich.
In lauteren Umgebungen wie auf der Straße oder in belebten Cafés nimmt die Qualität erwartungsgemäß ab. Vorbeifahrende Autos oder Windgeräusche können die Sprachverständlichkeit beeinträchtigen, aber die Leistung ist gut und insgesamt mit anderen Kopfhörern in dieser Preisklasse vergleichbar. Die Mikrofone schaffen es also, ein gewisses Maß an Hintergrundgeräuschen herauszufiltern, ohne dass die Stimme unnatürlich oder roboterhaft klingt.
Creative Aurvana Ace Mimi im Test: Unser Fazit
Mit einem Preis von 129,99 Euro ordnen sich die Aurvana Ace Mimi mitten im Mittelklassebereich ein und spielen dort auch ganz oben mit. Mehr noch: Wem der basslastige Sound nicht viel ausmacht, der findet hier einen klanglich exzellenten Kopfhörer, der "Spaß-orientierte" Tiefe mit Klarheit kombiniert - aber eben nicht unbedingt für audiophile und puristische Studiomusiker gedacht ist.Abzüge gibt es in der B-Note, allen voran bei der etwas fummeligen Bedienung und der nur durchschnittlichen Geräuschunterdrückung. Auch die Soundanpassung ist ein Stück weit Geschmacksfrage, denn viele werden den Equalizer hier für das wesentlich wichtigere und sinnvollere Werkzeug zum Tunen des Sounds halten. Dennoch können wir die Creative Aurvana Ace Mimi empfehlen, denn beim Preis-Leistungs-Verhältnis spielen die Earbuds ganz vorn mit.
Zusammenfassung
- Creative Aurvana Ace Mimi: Mittelklasse-Earbuds mit MEMS-Technologie
- Hybrides Treibersystem kombiniert MEMS- und 10-mm-Dynamiktreiber
- Leichtes Design mit 4,7 Gramm pro Ohrhörer und IPX5-Zertifizierung
- Bluetooth 5.3 mit LDAC, LC3, AAC und SBC Codec-Unterstützung
- Mimi-Klangpersonalisierung und 10-Band-Equalizer für individuelle Anpassung
- Hervorragende Klangqualität mit kraftvollem Bass und klaren Höhen
- Durchschnittliche ANC-Leistung, aber gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Siehe auch:
Thema:
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