China-KI DeepSeek führt iPhone-Charts an, Silicon Valley in Aufruhr

Die chinesische KI DeepSeek sorgt seit Kurzem für Aufsehen in der Tech-Welt und hat nun die Spitze der iPhone-Download-Charts erobert. Die Leistung und Effizienz des Modells überraschen Experten und lassen einige bereits um die Führungsrolle der USA im Hinblick auf KI fürchten.
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DeepSeek

Chinesische KI überrascht Silicon Valley

Der KI-Assistent DeepSeek des gleichnamigen chinesischen Start-ups hat es an die Spitze der iPhone-Download-Charts geschafft und sorgt damit in der US-Tech-Branche für Bewunderung, aber auch Besorgnis. Die App, die auf dem DeepSeek-V3-Modell basiert, hat seit ihrer Veröffentlichung am 10. Januar 2025 rasant an Popularität gewonnen und sogar den Konkurrenten ChatGPT überholt.

Experten zeigen sich von der Leistungsfähigkeit des chinesischen KI-Modells beeindruckt. Marc Andreessen, ein bekannter Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley, bezeichnete DeepSeek auf Twitter/X als "einen der erstaunlichsten und beeindruckendsten Durchbrüche", die er je gesehen habe. Besonders hervorzuheben ist die Transparenz der App, so der Grundtenor vieler Anwender: Sie zeigt Nutzern ihre Arbeits- und Denkprozesse bei der Beantwortung von Anfragen, was in den App-Store-Bewertungen sehr positiv aufgenommen wurde.

Überraschend niedrige Entwicklungskosten

Diskutiert wird aber auch der finanzielle Aspekt von DeepSeek: Wie Bloomberg berichtet, hat das Unternehmen angegeben, dass die Trainingskosten für eines ihrer neuesten Modelle bei nur 5,6 Millionen Dollar lagen. Im Vergleich dazu schätzte Dario Amodei, CEO des KI-Entwicklers Anthropic, die Kosten für den Aufbau eines Modells im vergangenen Jahr auf 100 Millionen bis eine Milliarde Dollar.

Diese Diskrepanz hat in der Branche für Aufsehen und auch Diskussionen gesorgt. Kai-Fu Lee, ein renommierter Informatiker, erklärte auf dem Asian Financial Forum in Hongkong die Gründe dafür:

Die USA sind großartig in Forschung und Innovation, besonders bei Durchbrüchen, aber China ist besser im Engineering. In der heutigen Zeit, in der man nur begrenzte Rechenleistung und Geld zur Verfügung hat, lernt man, Dinge sehr effizient zu bauen.
Kai-Fu Lee, Computerwissenschaftler
Die Erfolgsgeschichte von DeepSeek stellt auch die Wirksamkeit der US-Sanktionen gegen China im Bereich der fortschrittlichen Chip-Technologie infrage. Trotz der Beschränkungen beim Export leistungsfähiger Chips nach China scheint es dem Unternehmen gelungen zu sein, ein KI-Modell zu entwickeln, das mit den führenden westlichen Modellen (mehr als) konkurrieren kann.

Selbstzensur bei China-Themen

Allerdings gibt es auch einiges an Kritik. Denn ein weiterer Aspekt, der Aufmerksamkeit erregt, ist die Selbstzensur von DeepSeek bei politisch sensiblen Themen in Zusammenhang mit China. Im Gegensatz zu ChatGPT weicht der chinesische Assistent Fragen zu Themen wie dem Tiananmen-Platz, Präsident Xi Jinping oder einer möglichen Invasion Taiwans aus. Dies könnte für internationale Nutzer, die bisher wenig Kontakt mit chinesischen Chatbots hatten, irritierend sein.

Zusammenfassung
  • Chinesische KI DeepSeek führt iPhone-Download-Charts an
  • Die Leistung und Effizienz des Modells überraschen Experten
  • App zeigt Nutzern ihre Arbeits- und Denkprozesse transparent
  • Trainingskosten deutlich niedriger als bei westlichen Konkurrenten
  • Erfolg stellt die Wirksamkeit der US-Sanktionen gegen China infrage
  • Selbstzensur bei politisch sensiblen Themen zu China kritisiert
  • Chinas Effizienz im Engineering als Schlüssel zum Erfolg gesehen

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