Google: Neuer Willow-Chip bedroht aktuelle Verschlüsselung nicht

Quantencomputer könnten eines Tages herkömmliche Verschlüsselungssysteme obsolet machen, entsprechend besorgt blicken so manche Nutzer auf die Entwicklungen in dem Bereich. Der jüngst veröffentlichte Google-Chip Willow stellt aber wohl noch keine Gefahr dar.
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Nicht genug Qubits

Google hatte den Quantencomputing-Chip, der einen deutlichen Fortschritt in dem Segment darstellt und verschiedene lange ungelöste Probleme bewältigt, kürzlich präsentiert. Dabei zeigte man auch deutliche Steigerungen bei der Leistung in bestimmten Bereichen. Aber: "Der Willow-Chip ist nicht in der Lage, moderne Kryptografie zu knacken", erklärte Charina Chou, Direktorin von Google Quantum AI, gegenüber dem US-Magazin The Verge.

Ein "kryptografisch relevanter Quantencomputer" (CRQC) könnte laut einer Warnung des Weißen Hauses aus dem Jahr 2022 verheerende Folgen haben. Solch ein System könnte zivile und militärische Kommunikationsnetze gefährden, kritische Infrastrukturen untergraben und Sicherheitsprotokolle für internetbasierte Finanztransaktionen außer Kraft setzen. Die US-Behörden wurden daher angewiesen, bis 2035 auf neue, widerstandsfähigere Systeme umzustellen.


Google gibt nun an, dass der Willow-Chip zwar eine Rechenaufgabe in fünf Minuten lösen könne, für die der weltweit schnellste Supercomputer zehn Septillionen Jahre benötigen würde - das gilt aber eben nicht für alle denkbaren Berechnungen. Insbesondere das Knacken eines Schlüssels moderner Kryptografie-Verfahren stellt ganz andere Bedingungen.

Noch ist Zeit

Der entscheidende Punkt: Willow verfügt nur über 105 physische Qubits. Zum Knacken moderner Verschlüsselung, wie des RSA-Standards, seien laut Google rund vier Millionen Qubits notwendig. "Schätzungen zufolge liegen wir mindestens zehn Jahre davon entfernt, RSA zu brechen", so Chou.

Chinesische Forscher behaupteten in der Vergangenheit, kleinere Quantencomputer könnten RSA bereits gefährden. Doch diese Behauptungen stoßen bei Sicherheitsexperten auf Skepsis. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden, dass Geheimdienste wie die NSA an Quantencomputern zur Codeentschlüsselung arbeiten, haben Unternehmen wie Google begonnen, sich auf die Bedrohung einzustellen. Mit der sogenannten Post-Quanten-Kryptografie (PQC) sollen künftige Angriffe abgewehrt werden.

Zusammenfassung
  • Google stellt neuen Quantencomputing-Chip Willow vor
  • Willow stellt keine Bedrohung für moderne Kryptografie dar
  • Chip löst bestimmte Aufgaben schneller als Supercomputer
  • Zum Knacken von RSA werden ca. vier Millionen Qubits benötigt
  • Willow verfügt nur über 105 physische Qubits
  • RSA-Entschlüsselung liegt laut Google mindestens zehn Jahre entfernt
  • Post-Quanten-Kryptografie soll künftige Angriffe abwehren

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