Blockiert China nun auch den Zugang zu Wikipedia?
@schwammdrüber: "ist china wirklich ein haufen gleichgeschalteter kopfnicker geworden?" Mein gewonnener Eindruck: JA! Ich würde sogar teils noch einen Schritt weiter gehen: Ich, und ein Freund der dort länger gearbeitet hat noch mehr, haben teils den Eindruck gewonnen, dass so mancher Chinese in der einen oder anderen Situation regelrecht hilflos war, wenn ihnen nicht gesagt wurde, was sie zu tun haben (z.B. von ihrem Chef, aber auch im Alltag). Unterstützt wurde das durch den Eindruck, das die Leute wohl ab ihrer frühesten Kindheit z.B. in der Schule auf das bloße reproduzieren, auswendig lernen usw. getrimmt werden, ohne irgendwas zu hinterfragen oder die Logik von irgendwas zu verstehen oder gar weiterzudenken. Es wird einfach irgendwas gemacht, warum? - da gibts dann nur fragende Blicke...
Ergebnis: Du hast den fleißigen Arbeiter der ohne zu Fragen macht und tut, aber auch nicht wirklich denkt, optimiert, usw. Deswegen wirds wohl auch in absehbarer Zeit nichts wirklich innovatives aus China geben (viel modernes vielleicht, aber nichts neues), aber immer mehr perfekt kopierte Massenware zu auch in Zukunft wohl recht niedrigen Preisen, denn es gibt noch ziemlich viele Chinesen, die für ganz wenig Geld viel und hart arbeiten.
Der einzelne zählt im Staat so gut wie gar nichts, es sei denn er hat viel Geld und einen hohen gesellschaftlichen Status. Im Gegensatz dazu habe ich dennoch oder gerade deswegen bei den einzelnen Leuten einen stark ausgeprägten Egoismus (im alltäglichen Leben, Umgang mit Mitmenschen) entdeckt, vermutlich begründet durch den starken Wettbewerb (Stichwort: Ellenbogengesellschaft).
Und bezüglich der Reisefreiheit: da hast du schon recht, nicht jeder kommt überall rein (feinere Shopping Malls, Lokalitäten usw.) und auch mit der Reisefreiheit ins Ausland gibts da noch so einige Hürden und Probleme, größtenteils scheint mir aber immer wieder das Geld das Hinderniss bzw. Türöffner für alles zu sein...
-> im modernen China (große Städte, Sonderwirtschaftszonen) herrscht also eher ein klassischer Manchester-Kapitalismus als der Kommunismus/Maoismus - auf dem Land mag das noch anders aussehen...
Überblickend also eine ziemlich komplexer Sachverhalt mit viel Licht und noch mehr Schatten. In der ganzen Diskussion hier wird auch nur ansatzweise etwas über dieses Land deutlich und es gibt nicht nur ein China: es gibt so viele unterschiedliche Regionen und Minderheiten (über 50 staatlich anerkannte, für die teils anderes Recht gilt, z.B keine Ein-Kind-Politik) so dass man dieses Land mit seiner Vielfalt wohl nur ansatzweise überblicken und verstehen kann...
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Blockiert China nun auch den Zugang zu Wikipedia?
@schwammdrüber: "ist china wirklich ein haufen gleichgeschalteter kopfnicker geworden?" Mein gewonnener Eindruck: JA! Ich würde sogar teils noch einen Schritt weiter gehen: Ich, und ein Freund der dort länger gearbeitet hat noch mehr, haben teils den Eindruck gewonnen, dass so mancher Chinese in der einen oder anderen Situation regelrecht hilflos war, wenn ihnen nicht gesagt wurde, was sie zu tun haben (z.B. von ihrem Chef, aber auch im Alltag). Unterstützt wurde das durch den Eindruck, das die Leute wohl ab ihrer frühesten Kindheit z.B. in der Schule auf das bloße reproduzieren, auswendig lernen usw. getrimmt werden, ohne irgendwas zu hinterfragen oder die Logik von irgendwas zu verstehen oder gar weiterzudenken. Es wird einfach irgendwas gemacht, warum? - da gibts dann nur fragende Blicke...
Ergebnis: Du hast den fleißigen Arbeiter der ohne zu Fragen macht und tut, aber auch nicht wirklich denkt, optimiert, usw. Deswegen wirds wohl auch in absehbarer Zeit nichts wirklich innovatives aus China geben (viel modernes vielleicht, aber nichts neues), aber immer mehr perfekt kopierte Massenware zu auch in Zukunft wohl recht niedrigen Preisen, denn es gibt noch ziemlich viele Chinesen, die für ganz wenig Geld viel und hart arbeiten.
Der einzelne zählt im Staat so gut wie gar nichts, es sei denn er hat viel Geld und einen hohen gesellschaftlichen Status. Im Gegensatz dazu habe ich dennoch oder gerade deswegen bei den einzelnen Leuten einen stark ausgeprägten Egoismus (im alltäglichen Leben, Umgang mit Mitmenschen) entdeckt, vermutlich begründet durch den starken Wettbewerb (Stichwort: Ellenbogengesellschaft).
Und bezüglich der Reisefreiheit: da hast du schon recht, nicht jeder kommt überall rein (feinere Shopping Malls, Lokalitäten usw.) und auch mit der Reisefreiheit ins Ausland gibts da noch so einige Hürden und Probleme, größtenteils scheint mir aber immer wieder das Geld das Hinderniss bzw. Türöffner für alles zu sein...
-> im modernen China (große Städte, Sonderwirtschaftszonen) herrscht also eher ein klassischer Manchester-Kapitalismus als der Kommunismus/Maoismus - auf dem Land mag das noch anders aussehen...
Überblickend also eine ziemlich komplexer Sachverhalt mit viel Licht und noch mehr Schatten. In der ganzen Diskussion hier wird auch nur ansatzweise etwas über dieses Land deutlich und es gibt nicht nur ein China: es gibt so viele unterschiedliche Regionen und Minderheiten (über 50 staatlich anerkannte, für die teils anderes Recht gilt, z.B keine Ein-Kind-Politik) so dass man dieses Land mit seiner Vielfalt wohl nur ansatzweise überblicken und verstehen kann...
Blockiert China nun auch den Zugang zu Wikipedia?
Einige Leute sollten erstmal nachdenken und sich informieren, bevor sie hier was zum besten geben (Kaiser und so)! Ich bin kein Freund des chinesischen Systems, aber:
Ich war dort in allen oben genannten Städten (was mich natürlich nicht berechtigt, meine gemachten Erfahrungen auf Gesamt-China zu übertragen) und "erstaunlicherweise" ging es den Menschen dort doch recht gut. In mancherlei Hinsicht können auch wir uns einiges von den Chinesen abschauen.
Die Leute können sich frei bewegen, alles kaufen (so man denn das Geld hat) usw., die Städte sind sehr modern - kurz: manche Städte sind bereits "westlicher" als so manch europäische oder amerikanische Stadt selbst! Die Auswirkungen des Kapitalismus dort sind in meinen Augen brutal - es gibt dort vielorts einen extremen Wettbewerb zwischen den Menschen und so mancher bleibt auf der Strecke - demgegenüber gibt es mittlerweile aber auch sehr viele sehr wohlhabende Chinesen! Also nix mehr mit Planwirtschaft! Und die Führungstruktur des Landes besteht ja nicht aus einem durchgeknallten Diktator, sondern aus einem riesigen Parteiapparat, in der sich auch der eine oder andere Gedanken macht, wobei da durchaus auch mal eine vernünftige Idee herauskomt!
Und: Ja, es gibt die Todesstrafe (die der durchschnittliche Chinese, wie ich ihn einschätze, auch befüwortet) und Menschenrechtsverletzungen in China und viele andere Probleme auch (Umweltverschmutzung z.B. oder Urheberrechts- / Patentverletzungen und über Politik wird nicht geredet /Systemkritik ist "unerwünscht") Aber gibt es die nicht auch in der westlichen Welt? Ist wohl immer eine Frage der Maßstäbe und Werte einer Gesellschaft was gut und schlecht ist und die sind in China nunmal anders als bei uns! Die chinesische Gesellschaft basiert auf einer mehrere tausend Jahre alten und tiefverwurzelten Kultur, die so manch "seltsame" Einstellung oder Verhalten der Chinesen (aus der Sicht des durchschn. Europäers) erklärt. Ich denke, dass der chinesische Kulturrum im Vergleich zu dem unsrigen einer der andersartigsten überhaupt ist!
Nochmal: ich befürworte Zensur nicht (um zum Topic zu kommen), und viele Chinesen vermutlich auch nicht, aber sie gehört nunmal zu diesem politischen System dazu (Selbsterhalt - Schutz des Systems, durch Unterdrückung jeglicher Kritik) und das ist zur Zeit ziemlich erfolgreich...
Greetz bensch
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