Hitler-Ransomware: Malware so schlecht wie Facebook-Kommentare

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Ein paar grundlegende Programmier-Kenntnisse und ein schmissiger Name - schon kann man abkassieren. Dieser Ansicht war wohl derjenige, der auf die Idee kam, die "Hitler-Ransonware" (Schreibfehler im Original) zu entwickeln. Letztlich setzt der Entwickler hier nicht nur beim Namen, sondern auch bei der Einstufung seiner Software als Ransomware eher darauf, die Nutzer vor allem durch einen Schreck zum Zahlen zu bringen.

Denn die Fertigkeiten reichten offenbar nicht aus, um eine Verschlüsselungs-Routine in das Tool einzubauen. Stattdessen löscht der Schädling lediglich Dateien - so dass im Zweifelsfall auch eine Zahlung der gewünschten Summe nicht dazu führen würde, diese zurückzubekommen. Und auch sonst ist das Programm eher schlampig umgesetzt, wie euch die Kollegen von SemperVideo zeigen können.

Trittbrettfahrer mit schlechter Bildung

Der Entwickler, der so nur als Trittbrettfahrer anzusehen ist, dürfte aus hiesigen Gefilden kommen. Dafür spricht, dass in der Software diverse deutsche Texte zu finden sind - die von ähnlich ausgeprägten Kenntnissen der deutschen Sprache zeugen, wie man sie auch bei Hitler-Fans auf Facebook sehr oft antrifft. Die englischen Floskeln auf dem Sperrbild sind aber auch nicht besser. Ungewöhnlich ist auch die Forderung, die geforderte Summe in Form eines Codes zu übermitteln, der auf Vodafone-Gutscheinkarten zum Einsatz kommt.

Die Malware ist auch nicht in Umlauf gekommen, sondern stellte wohl erst einmal eine Testvariante dar. Sie wurde von mehreren Sicherheitsexperten aber auch so entdeckt und die diversen Virenscanner sind bereits auf die Software trainiert, so dass diese auch keinen Schaden mehr anrichten dürfte, wenn man sie tatsächlich noch abbekommt. Es reicht aber eigentlich auch, den automatisch gesetzten Aufruf der Malware im Autostart von Windows zu entfernen, um die ganze Sache ins Leere laufen zu lassen. Richtige Ransomware-Entwickler dürften angesichts dessen nicht über eine etwaige Konkurrenz verärgert reagieren, sondern aufgrund dessen, dass ihr Ansehen durch solch eine Software erst richtig ins Negative gerissen wird.

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Der Entwickler muss ja sehr verzweifelt gewesen sein. Wirklich sehr verzweifelt.
 
Wie soll man denn den letzten Satz verstehen? Dass hier die armen Entwickler von ausgereifter Ransomware diskreditiert werden? Da hab ich aber ganz viel Mitleid.
 
ich hab Tränen gelacht - danke!!!
 
Da Hitler noch in einem reichsdeutschen Bunker in der Antarktis lebt, würde es mich nicht wundern, wenn er selbst das Programm geschrieben hätte.
 
@danieltapoka: Und die Tippfehler kommen davon, dass "Blondi" aus versehen über die Tastatur gelaufen ist.
 
@noComment: "Herr H. die Hakenkreuztaste ist kaputt!" ... "Ach, dann nehmen sie halt die Raute-taste!" xD
 
5 Minuten Internetruhm! Mehr wollte der Autor der Software nicht.
 
Allerdings glaube ich, dass für 25€ die leute doch eher bereit sind zu zahlen als für die üblicherweise geforderten 3-stelligen Beträge.
 
@Bautz: Der Schnorrer am Bahnhof ist immer mit nem Euro zufrieden^^
 
@rallef:
Während er dir dann die Brieftasche klaut.
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