20 Mrd. Dollar: Netflix hat einen Berg an Schulden angehäuft (Update)
Der Streaming-Anbieter Netflix hat zuletzt mit hervorragenden Abonnentenzahlen aufhorchen lassen, dieser Trend hält bereits eine Weile an, da man vor allem international konstant neue Kunden gewinnen kann. Doch das Unternehmen kalkuliert besonders eng, denn man investiert sehr viel Geld in Eigenproduktion, mehr als man hat oder zugibt.
Netflix hat schon seit vielen Jahren eine riskante Wachstumsstrategie: Man nimmt sehr viel Geld in die Hand, um eigene exklusive Inhalte zu produzieren. Damit will man sich von TV-Sendern und anderen Produktionspartnern unabhängiger machen. Das hat aber auch zur Folge, dass die Gewinne nur minimal sind, denn Netflix kalkuliert besonders knapp.
Laut einem Bericht der Los Angeles Times ist diese Kalkulation sogar noch knapper als bisher gedacht: Denn der Streaming-Dienst, der aktuell weltweit auf rund 104 Millionen Abonnenten kommt, hat in den vergangenen Jahren Schulden in Höhe von 20,5 Milliarden Dollar angehäuft.
Bisher ist das auch in Bezug auf Kritiker erfolgreich, denn im vergangenen Jahr konnte man bei den Emmy Awards 91 Nominierungen einheimsen, mehr konnte nur der Kabelsender HBO ergattern. Und Netflix denkt wohl auch nicht daran, auf die Bremse zu steigen, denn in diesem Jahr wird man zumindest sechs Milliarden Dollar in eigene Inhalte stecken.
Bisher hat Netflix für diese Strategie die Zustimmung seiner Investoren, das zeigt auch der steigende Kurs des Unternehmens. Doch es gibt auch einige Stimmen, die vor einer Blase warnen. Denn diese könnte platzen, sollte Netflix das Glück verlassen und man es nicht schafft, genug Hits zu produzieren.
Siehe auch: Simpsons-Schöpfer heuert bei Netflix an und erschafft Fantasy-Sitcom
Update 2. August 2017: Netflix hat dem Artikel widersprochen und die LA Times hat diesen mittlerweile ergänzt. Netflix teilte dazu mit: "Der LA Times-Artikel hat unsere Schulden falsch kalkuliert und dazu auch Streaming-Verpflichtungen (z.B. unsere Lizenzverträge mit Filmverleihern) über $15.7 Milliarden als Schulden dazu gezählt, was nicht korrekt ist. Der richtige Betrag: Wir haben Gesamtbruttoschulden von $4.8 Milliarden im Vergleich zu unserem Börsenwert von rund $75 Milliarden. Die Zeitung hat diesen Fehler bereits korrigiert.
Um genauer zu sein, die $15.7 Milliarden sind für zukünftige Ausgaben unserer Inhalte geplant, die im Laufe der Zeit durch unsere Gewinn- und Verlustrechnung laufen werden. Jeder Sender, Kabelnetzbetreiber und jedes Streamingunternehmen mit Lizenz-Vereinbarungen nutzt das gleiche Verfahren. Zur Orientierung, Disney/ESPN hat $49 Milliarden an ähnlichen Verpflichtungen für Sportverträge."
Laut einem Bericht der Los Angeles Times ist diese Kalkulation sogar noch knapper als bisher gedacht: Denn der Streaming-Dienst, der aktuell weltweit auf rund 104 Millionen Abonnenten kommt, hat in den vergangenen Jahren Schulden in Höhe von 20,5 Milliarden Dollar angehäuft.
Großer Druck
Das Blatt schreibt, dass das Unternehmen unter Druck steht, damit man in Bezug auf Eigenproduktionen mit den Konkurrenten Amazon und Hulu mithalten kann. Denn auch diese nehmen sehr viel Geld in die Hand, um Kunden vom eigenen Angebot zu überzeugen. Das hat laut LA Times zur Folge, dass Netflix regelrecht Geld "verbrennt".Bisher ist das auch in Bezug auf Kritiker erfolgreich, denn im vergangenen Jahr konnte man bei den Emmy Awards 91 Nominierungen einheimsen, mehr konnte nur der Kabelsender HBO ergattern. Und Netflix denkt wohl auch nicht daran, auf die Bremse zu steigen, denn in diesem Jahr wird man zumindest sechs Milliarden Dollar in eigene Inhalte stecken.
Bisher hat Netflix für diese Strategie die Zustimmung seiner Investoren, das zeigt auch der steigende Kurs des Unternehmens. Doch es gibt auch einige Stimmen, die vor einer Blase warnen. Denn diese könnte platzen, sollte Netflix das Glück verlassen und man es nicht schafft, genug Hits zu produzieren.
Siehe auch: Simpsons-Schöpfer heuert bei Netflix an und erschafft Fantasy-Sitcom
Update 2. August 2017: Netflix hat dem Artikel widersprochen und die LA Times hat diesen mittlerweile ergänzt. Netflix teilte dazu mit: "Der LA Times-Artikel hat unsere Schulden falsch kalkuliert und dazu auch Streaming-Verpflichtungen (z.B. unsere Lizenzverträge mit Filmverleihern) über $15.7 Milliarden als Schulden dazu gezählt, was nicht korrekt ist. Der richtige Betrag: Wir haben Gesamtbruttoschulden von $4.8 Milliarden im Vergleich zu unserem Börsenwert von rund $75 Milliarden. Die Zeitung hat diesen Fehler bereits korrigiert.
Um genauer zu sein, die $15.7 Milliarden sind für zukünftige Ausgaben unserer Inhalte geplant, die im Laufe der Zeit durch unsere Gewinn- und Verlustrechnung laufen werden. Jeder Sender, Kabelnetzbetreiber und jedes Streamingunternehmen mit Lizenz-Vereinbarungen nutzt das gleiche Verfahren. Zur Orientierung, Disney/ESPN hat $49 Milliarden an ähnlichen Verpflichtungen für Sportverträge."
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