Wikipedia scheitert mit Antrag die Blockade in der Türkei aufzuheben

Politik, Türkei, Recep Tayyip Erdogan Bildquelle: World Economic Forum (CC BY-SA 2.0)
Die Wikimedia Foundation ist mit ihrem Antrag, die Internetsperre gegen die Online-Enzyklopädie Wikipedia in der Türkei aufzuheben, gescheitert. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, wurde Wikimedia nun noch einmal aufgefordert, einige Artikel zu ändern.
Erst nach einer Überarbeitung der fraglichen Artikel will sich das zuständige Gericht in Ankara noch einmal mit dem Fall beschäftigten. Der Streit geht dabei laut der staatlichen Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologie um Artikel, die weit über die Meinungsfreiheit hinausgingen und die Türkei in direkte Verbindung mit Terror-Organisationen bringen. Zuvor hieß es, die Regierung habe Wikimedia als Betreiber der Wikipedia aufgefordert, Artikel über den gescheiterten Putschversuch in der Türkei abzuändern. Man bezichtigte die Online-Enzyklopädie, sie habe sich mit politischen Sympathie-Bekundigungen für die Putschisten nicht zurückgehalten und propagiere ein falsches Bild der Ereignisse vom Juli 2016.

Wikipedia will sich nicht zensieren lassen

Es heißt jetzt in Medienberichten unter anderem der türkischen Zeitung Hürriyet, die Regierung habe sich wochenlang um ein Gespräch mit dem Wikipedia-Betreiber bemüht, um die Artikel nach ihren Vorstellungen abändern zu lassen (via Die Zeit). Die Wikimedia Foundation habe sich aber trotz der Androhung der nun erfolgten Konsequenzen nicht auf eine Änderung einlassen wollen.

Korrektur gefordert

Eine solche gelenkte "Korrektur" wäre auch nicht so einfach möglich - man darf getrost davon ausgehen, dass die freiwilligen Autoren schnell wieder die fraglichen Artikel bearbeitet hätten.

Seit vergangenem Wochenende ist die Wikipedia in der Türkei nicht mehr ohne weiteres nutzbar. Provider müssen laut einer Anordnung der Regierung den Zugang zu der Webseite beschränken. Die staatliche Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologie hatte die Anordnung vor einer Woche herausgegeben, ein Gericht hatte dann am Montag die Maßnahme für rechtmäßig erklärt. Der eingereichte Antrag der Wikimedia auf Rücknahme der Sperrmaßnahme wurde abgeschmettert.

Den Zensurmaßnahmen der Türkei sind bereits über zehntausend Internetseiten zum Opfer gefallen, die einfach blockiert werden. Die Behörden hatten auch schon die Benutzung von beliebten Kommunikationsdiensten wie WhatsApp verhindert.

Siehe auch: Türkei ordnet sofortige Blockade der Online-Enzyklopädie Wikipedia an

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