Druckertinten-Mafia nach 20 Jahren illegalen Handels ausgehoben

Polizei, Kriminalität, Cybercrime Bildquelle: puamelia / Flickr
Organisierte Kriminalität wird gemeinhin mit dem Handel von Drogen, Waffen und Menschen in Verbindung gebracht. Wie ein aktueller Fall zeigt, steht in dem Bereich aber auch Druckertinte hoch im Kurs. Nach Jahren konnte die Sache nun endlich zur Anklage vor einem Gericht gebracht werden.
Was die Ermittlungen ergaben, stellt sich inzwischen folgendermaßen dar: Ein 64-Jähriger soll im Grunde die zentrale Figur in der Sache gewesen sein. Dieser rekrutierte über gut 20 Jahre hinweg immer wieder Kleinkriminelle, die für ihn aus Einzelhandels-Filialen Druckerpatronen stahlen. Die Raubzüge sollen in der Regel wöchentlich stattgefunden haben und brachten manchmal auch Software als Beute. Die geklauten Waren wurden anschließend über eBay oder den Amazon Marketplace verkauft.

Die Beschaffung der jeweils neuen Ware war durchaus gut organisiert. Die Diebesgruppen bekamen unter anderem detaillierte Karten der Filialen von Staples, Office Depot und Best Buy, damit die gewünschten Produkte auch zügig gefunden wurden und man Überwachungssystemen aus dem Weg gehen konnte. Zur Ausstattung der Diebe gehörten auch speziell ausgestattete Westen, in denen sich die Beute gut und unauffällig verstauen ließ. Weiterhin gab es eigens angefertigte Elektronik, mit denen die Alarmanlagen an den Ausgängen von Geschäften ausgeschaltet wurden.

Beutezüge durch die halbe USA

Die Zentrale der Tinten-Mafia war in New York angesiedelt. Die Beutezüge sollen sich aber über insgesamt 28 Bundesstaaten erstreckt haben. Nachdem die Waren über das Hauptquartier und die Online-Plattformen verkauft worden waren, bekamen die diversen Beschaffer der Produkte Anteile zwischen 30 und 50 Prozent der Einnahmen. Weiterhin wurden vom Kopf der Bande Kreditkarten ausgegeben, mit denen Flüge, Mietwagen und Hotelübernachtungen bezahlt werden konnten, wenn ein Raubzug in größerer Entfernung durchgeführt wurde.

Neben dem 64-jährigen "General" ist auch ein gutes Dutzend anderer Beteiligter angeklagt. Auch diese trugen laut den Ermittlern Decknamen, die fast schon zu klischeehaft wirken: So waren auch Baby Arm Johnson, die Princess, ein Field Marshall und auch ein Nipplehead mit von der Partie. Den Angeklagten drohen nun Haftstrafen zwischen 8 und 25 Jahren.


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