Schnellster Supercomputer leidet an zu viel Gold

Der aktuell weltweit schnellste Supercomputer "Titan" hat ein regelrechtes Luxus-Problem, dass wohl so mancher zu gern mit ihm teilen würde: Es ist einfach zu viel Gold in ihm verbaut.

Der Computer, der vom Oak Ridge National Laboratory in den USA betrieben wird, musste zuletzt teilweise heruntergefahren werden. Erst im Oktober war das System in Betrieb gegangen. Kurz darauf stellten sich allerdings zunehmend Probleme ein. Es stellte sich heraus, dass einige Testläufe nicht abschließend durchgeführt wurden. Eventuell wollte man mit einem schnellen Start sicherstellen, bei der Veröffentlichung der Top500-Liste auch wirklich den Spitzenplatz einzunehmen.

Im Regelbetrieb erwies Titan sich dann aber als nicht stabil genug. Im Februar war die Quote regulär erfüllter Aufgaben auf 92 Prozent gesunken - 95 Prozent sind hier allerdings als Untergrenze definiert. Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass reihenweise Connectoren nicht ordnungsgemäß arbeiteten. Der Betreiber fuhr daher schrittweise einen Teil der 200 Kabinette, aus denen sich der Titan zusammensetzt, herunter und schickte die Motherboards zurück an den Hersteller Cray, um Reparaturen durchführen zu lassen.


Der Schwachpunkt saß dabei an einer entscheidenden Stelle: Die fraglichen Connectoren waren dafür zuständig, die Kommunikation der Haupt-Prozessoren mit den Grafikchips, die bei den Berechnungen für einen ordentlichen Performance-Schub sorgen sollen, zu gewährleisten.

Wie die Betreiber mitteilten, stellte sich heraus, dass in den Löt-Materialien ein zu hoher Gold-Anteil enthalten ist. Das Edelmetall wird hier beigefügt, da es nicht oxidiert und eine sehr gute Leitfähigkeit aufweist. Eine Legierung aus Zinn und Gold, in der der Goldanteil zu hoch ist, neigt allerdings dazu, spröde zu werden.

Bei Cray arbeitet man jetzt daran, die Connectoren mit einem besseren Material zu versehen. Das kann allerdings einige Zeit dauern. Denn Titan verfügt über 20.000 solcher Verbindungen, die jeweils mit 100 Pins ausgestattet sein.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Da überschüsse Zinn/Gold kann dann bei mir kostenlos entsorgt werden, kein Problem
 
@eXit888: Aber wehe ich erwische dich dabei, wie das das Zeugs im Wald verklappst!
 
Immer her damit. Ich leide an zuwenig Gold. Mangelerscheinungen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Meint auch meine Frau, aber leider konnte ich diesen Mangel noch nicht zufriedenstellend abstellen. :)
 
Naja ein wirkliches Luxusproblem ist das nicht. Das Gold, das verwendet wurde musste ja auch bezahlt werden und die Kosten, die durch den Ausfall verursacht werden, übersteigen den Wert des Goldes wahrscheinlich um ein vielfaches. Es ist einfach ein Mangel, der behoben werden muss, es interessiert ja keinen der Nutzer wie viel Gold verbaut ist, sondern nur, dass der Supercomputer auch funktioniert.
 
First world problems... das erste, was mir dazu einfällt. Ansonsten Krass, was alles so Probleme verursachen kann. ^^


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 17:59DeutschlandSIM Flat L 1000 im O2-NetzDeutschlandSIM Flat L 1000 im O2-Netz
Original Amazon-Preis
19,95
Blitzangebot-Preis
4,95
Ersparnis 75% oder 15
Jetzt Kaufen
Im WinFuture Preisvergleich

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles