Daten-Limits eher Geldschneiderei als Netz-Schutz

Eine in den USA durchgeführte Untersuchung der Preisgestaltung bei Internet-Providern ergab, dass die Festsetzung von monatlichen Daten-Limits eher der Umsatzsteigerung als dem Schutz vor der Überlastung der Netze dient.

Dies gilt insbesondere für die Festnetz- und Kabel-Provider, aber durchaus auch für die Betreiber von Mobilfunknetzen, so das Fazit der New America Foundation, von der die Untersuchung durchgeführt wurde. "Internet- und Mobilfunk-Provider scheinen eine der wenigen Industrien zu sein, die versuchen, ihre Kunden davon abzuhalten, mehr von ihrem Produkt zu nutzen", lautet die Situationsbeschreibung.

Die Netzbetreiber begründen die Traffic-Limits unter anderem mit den bei ihnen anfallenden Kosten. Allerdings sind die Kosten für den Datenverkehr bei den großen Netzknoten in den letzten Jahren massiv gesunken, ohne, dass sich dies spürbar in der Tarifgestaltung widerspiegelt. Und zumindest bei den Anbietern kabelgebundener Internet-Zugänge ist auch das Argument schwierig, dass mit den Einnahmen von den Kunden der Netzausbau finanziert werden muss. Denn die stärksten Bandbreiten-Steigerungen der letzten Zeit waren nur bedingt mit der Verlegung neuer Leitungen verbunden, die das teuerste Element darstellen. Meist wurden nur die Technologien in den Knotenpunkten auf einen neueren Stand gebracht - teilweise sogar mit einem einfachen Software-Update.


Etwas anders sieht die Situation bei den Mobilfunk-Betreibern aus, die tatsächlich viel für den Ausbau ihrer Netze getan haben. Allerdings ist es auch hier so, dass die Limitierung des Daten-Traffics vor allem als Instrument diente, die monatlichen Umsätze pro Kunde deutlich zu steigern. Dieser Effekt lässt sich in den USA besonders gut beobachten, da hier Traffic-Limits erst vor einiger Zeit eingeführt wurden.

Das Hauptproblem sehen die Autoren der Studie allerdings nicht einfach nur darin, dass den Nutzern so mehr Geld aus der Tasche gezogen wird. Die Beschränkung der Datenmengen führt vielmehr auch dazu, dass innovative Dienste in ihrer Entwicklung eingeengt sind. Immerhin geben die Nutzer darauf Acht, ihren Datenverbrauch in Grenzen zu halten. Sie entscheiden sich daher perspektivisch eher dafür, gegen einen Aufpreis beispielsweise die Fernseh-Angebote ihres Providers zu abonnieren, statt neue Video-on-Demand-Dienste wie Hulu oder Netflix zu verwenden. Die vielbeschworenen Marktmechanismen, die angeblich stets dafür sorgen, dass sich bessere Dienste durchsetzen, greifen hier nach Ansicht der New America Foundation schlicht nicht.
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ach so ist das also... die wollen doch nur unser Geld^^
 
@DieWalnuss: wer hätte das gedacht ! Ist doch in ALLEN Branchen so ! Jedes Mist-Feature wird gesondert verkauft, meist ist es nur Freischaltung in der Software (zB. Motorenleistung bei gleichem Hubraum). Die Studie könnte glatt von BITKOM sein..
 
@DieWalnuss: Interessant ist aber, dass es die Volumen-Limits in den USA jetzt erst EINGEFÜHRT wurden...
 
@DieWalnuss: Mich wundert, dass man dafür noch Studien braucht ... In der Wirtschaft geht es heute nur noch ums beschei*en und beschi**en werden.
 
@Tomelino: Ähm, heute? Das war noch nie anders. Oder glaubst du, das du im Mittelalter am Marktstand das Beste Vieh zum güntigsten preis bekommen hast? :-)


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