Gutachten: 6 Mbit/s als Grundversorgung machbar

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat heute ein Gutachten veröffentlicht, wonach die Einordnung von Breitband-Anschlüssen als Bestandteil der Grundversorgung durchaus machbar wäre. Die Netzbetreiber wären dann verpflichtet, alle Haushalte entsprechend zu versorgen - ebenso wie es bei Wasser und Strom der Fall ist.

"Wir wollen nicht länger hinnehmen, dass knapp vier Millionen Haushalte in Deutschland noch immer keinen ausreichenden Zugang zum Internet haben. Das ist für die gesamte Gesellschaft von Nachteil: Ganze Regionen sind so für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen unattraktiv", erklärte Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik bei der Grünen-Fraktion.

Deshalb sei in dem Gutachten der rechtliche Rahmen und die finanziellen Grundlagen für einen Anspruch auf einen Breitbandzugang in Form eines Universaldienstes geprüft worden. Das Ergebnis: Ein Universaldienst von 6 Megabit pro Sekunde sei möglich.


"Wir wollen die Grundversorgung dynamisch gestalten", so Rößner. Das heißt, dass die Bandbreite des Universaldienstes gemäß dem entsprechenden Bedarf regelmäßig angepasst wird. Denn was heute als schneller Standard gilt, könne morgen schon das Äquivalent zum Modem sein.

Finanziert werden soll der Universaldienst über einen Unternehmensfonds, wie es bereits für andere Dienste im Telekommunikationsgesetz vorgesehen ist. Um dabei Wettbewerbsverzerrungen zu verringern, müssen flankierende Maßnahmen wie regionale Ausschreibungen und gebündelte Angebote mehrerer Unternehmen möglich sein.

Perspektivisch soll es aber nicht bei der Grundversorgung bleiben. Immer neuere Anwendungen und größere Datenmengen benötigen ein hochleistungsfähiges Netz. "Deshalb setzen wir parallel auf zwei Ziele: Grundversorgung sichern, Glasfaserausbau ausweiten. Wir wollen neben regulierenden Maßnahmen zur Beschleunigung des Ausbaus Fördergelder für Unternehmen bereitstellen, die beim Glasfaserausbau Open Access vorbildlich umsetzen", so die Politikerin.
Diese Nachricht empfehlen
Videos zum Thema
 
Eine Verpflichtung wäre ein richtiger Schritt. Dann wären die Netzbetreiber endlich verpflichtet auch in Regionen auszubauen wo es sich vielleicht nicht so rentiert. Bitte dieses Gutachten auch für Österreich erstellen :-) Ich hatte jahrelang 2mbit und muss nun mit 1mbit leben. Die Tendenz geht eigentlich weltweit nach oben, ich komme irgendwann wieder bei 512/128 an. Außer die Netzbetreiber wären hier endlich mal verpflichtet. 6mbit wären für mich ein Traum. Mehr braucht man normal ja eh nicht (außer für TV Anwendungen).
 
@matthi: aber bitte LTE. Zudem sind 3,95 € pro Zugang (5MB/s down- und 500kB/s upload als Basis) genug. Momentan ist ein Netzzugang oftmals teuer als Strom. Weitere Gebühren für SMS und Auslandsteleponate sind einzustellen - voip ist längst vorhanden. Mit dem Wegfall der Verkabelung fallen auch jede Menge Kosten weg (schonmal die "letzte Meile", die längst amortisiert ist).
 
@winning: Das sind Kapitalistische Unternehmen. Die wollen Gewinn aus ihren Investitionen ziehen, was ich auch richtig finde. "Amortisiert" ist kein Argument, die Preise zu senken....
 
@winning: Aber LTE nur, wenn die Trafficbegrenzung wegfällt und die Masten nicht hoffnungslos überbucht sind! Ich selbst wohne in einem Ort ohne DSL und surfe nun seit gut einem Monat mit LTE 21 Mbit down und 5 Mbit Upload. Alles super, aber ein DSL Ersatz im eigentliche Sinne ist es trotzdem nicht. Weil nach 15 GB im Monat wird auf 384 kbit gedrosselt. Ansonsten ist LTE echt top. Leute die schon DSL 3k hatten während ich noch mit ISDN unterwegs war, surfen jetzt immer noch mit 3k während ich 20k habe. Aber 6 Mbit als Grundversorgung wäre wirklich super - aber das muss dann auch abends zur Hauptzeit durch kommen.
 
@DRMfan^^: ...natürlich ist es das - denn die Leitungen und die Anlagen gehören den Kunden. Und wenn diese abbezahlt sind, dann hat ein Unternehmen keinen Gewinn daraus zu schlagen, was onehin ncihts mit Kapitalismus zu tun hat - denn ein Unternehmen entwickelt sich weiter und erhält dafür Gewinn, der sofort für die Expansion und/oder interne Weiterentwicklung eingesetzt wird. Im wahren Kapitalismus werden keine Geschenke verteilt - oder bekommst Du mehr, als Du leistest? Dann lebst Du auf Kosten anderer. Wer soviel bekommt, wie er leistet, schafft schon keinen Mehrwert und ist kein Kapitalist. Zudem würde ich von diesem System, das sich des Lobbyismus, der Schmiergelder und der Vetternwirtschaft bedient, vielmehr als ein kommunistisches bezeichnen, welches diesen Kommunismus mittels der Imageindustrie zu überdecken sucht. Dafür hat Deutschland aber zu viele Schulden. Wie soll das gehen? Rentner, Kinder, körperlich Behinderte - sie sind leecher (im sachlichen Sinne - diese Personen müssen versorgt werden). Dann gibt es peers und nur einige wenige seeder. Wo soll da der reale Gewinn her kommen? Deus ex machina...


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

Wöchentlicher Newsletter

Beliebte Videos

powered by veeseo

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles