AntiSpyware-Firmen wollen Polizei Hintertür öffnen

Software Erst heute berichteten wir, dass die US-Bundespolizei FBI den Autor mehrere Bombendrohungen mit Hilfe eines auf seinem PC eingeschmuggelten Trojaners dingfest machen konnte. Bisher ist unklar, ob dabei Sicherheitsprogramme oder andere Schutzmaßnahmen ausgehebelt wurden.

Dies gibt Anlass für Spekulationen, ob das FBI möglicherweise eine spezielle Hintertür in Schutzsoftware genutzt hat, um seine Spyware auf dem System unterzubringen. Angesichts einer aktuellen Umfrage der Kollegen von Cnet scheint dies sogar durchaus möglich zu sein.

Cnet hat 13 Anbieter von AntiSpyware-Programmen befragt, ob diese Ermittlungsbehörden unterstützen würden, wenn diese um Unterstützung bei der Einschleusung von Spionage-Software anfordern würden. Die meisten Firmen gaben an, dass man den Strafverfolgern tatsächlich Hilfe bei der Umgehung von Schutzsoftware geben würde.

Folgende Unternehmen wurden befragt: Grisoft (AVG), Check Point (ZoneAlarm), CA, eEye, IBM, Kaspersky, McAfee, Microsoft, Sana Security, Sophos, Symantec, Trend Micro und Websense. Nur Microsoft und McAfee wollten keine Auskunft darüber geben, ob sie schon einmal von den Behörden aufgefordert wurden, Hilfeleistung zu geben.


Keiner der Anbieter will bisher von den staatlichen Ermittlungsbehörden kontaktiert worden sein. Die meisten Unternehmen gaben allerdings zu Protokoll, dass man einer entsprechenden richterlichen Anweisung den Strafverfolgern unter die Arme greifen und die Kunden darüber im unklaren lassen würde.

Bei Check Point - dem Hersteller der beliebten Software-Firewall ZoneAlarm - ging eine Sprecherin sogar soweit zu sagen, dass man der Polizei die "gleiche Hilfestellung" leisten würde, die bereits vertrauenswürdigen Softwareanbietern zugute komme, die auf einer Whitelist eingetragen werden wollen.

Insgesamt lässt die Umfrage von Cnet die angeblichen Bemühungen der Hersteller für die Sicherheit ihrer Kunden zweifelhaft wirken. Dass gerade Microsoft und McAfee keine Angaben darüber machen wollten, ob sie bisher schon einmal von den US-Behörden zur Kooperation aufgefordert wurden, wirft kein gutes Licht auf die beiden Unternehmen.

Microsoft unterstellt man schon seit Jahren eine Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten, während McAfee laut Medienberichten schon 2001 in Kontakt mit dem FBI gestanden haben soll, um dafür zu sorgen, dass seine Produkte die Schnüffelsoftware der Ermittler nicht "versehentlich" erkennen. McAfee hatte derartige Meldungen umgehend als falsch zurückgewiesen.

Update: Inzwischen wurden wir von der Firma Kaspersky kontaktiert. Nach Aussage des Unternehmens hat man gegenüber Cnet nie angegeben, dass man die Kunden nicht über eine Kooperation mit den Behörden informieren würde. Eine Sprecherin machte uns gegenüber deutlich, dass man zwar unter Umständen mit Strafverfolgern zusammenarbeiten, die Kunden aber in jedem Fall vorab darüber informieren würde.
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Da kommt erneut ein Batzen Freude auf :(
 
@Hirschgoulasch69: Somit sollte man zumindest einen open-source-Linuxbasierenden Router sein eigenen nennen. Wird wohl Zeit komplett zu migrieren. Wenn alle Quellen offen sind, kann man zumindest nicht so einfach eine Hintertür einbauen.
 
@Hirschgoulasch69: Ich verstehe das Problem nicht. Ich habe keinerlei gecrackte Software auf meinem legalen System und in meinen bisherigen 15 Jahren habe ich mir nie wissentlich etwas zu Schulden kommen lassen. Was soll ich also befürchten? Von mir aus kann Laufwerk C: shared Folder für alle Polizei und Geheimdienstbehörden sein, ich kenne keinen von denen, der mich wegen irgendeines peinlichen Fundes auslachen würde.
 
@Tinko: Nicht jedem ist die eigene Privatsphäre so egal, wie dir.
 
@agnag: richtig!!! @Tinko: Du hast nicht zufällig mal den Film "V for Vendetta" gesehen? Hättest Du gerne einen totalitären Staat wie in diesem Film, in denen Du einfach "verschwindest" sobald Du anderer Meinung bist? Es ist im moment zwar nicht sehr wahrscheinlich, dass wir so etwas demnächst haben werden, aber wer weiß denn schon was die Zukunft bringt. Das Problem, das die meisten übersehen ist, dass es sich bei solchen Einschnitten nicht um das Ende einer Kette handelt, sondern so etwas nur ein Glied einer langen Kette ist, an deren Ende Meinungskontrolle, Denkverbote, totale Kontrolle, Diktatur, Willkür und dergleichen stehen. Es geht VORLÄUFIG nur mal kurz um Privatssphäre, aber kannst Du die nächsten Schritte vorhersehen? Mag vielleicht paranoid sein, aber lieber paranoid und frei als gutgläubig und ein meinungsfreier Knecht. :-P


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