Amazon soll Zulieferer zwingen, Aktions-Kosten komplett zu tragen

Der Handelskonzern Amazon agiert immer wieder hart an der Grenze zwischen einem harten Umgang mit der Konkurrenz und klaren Verstößen gegen die Wirtschaftsgesetzgebung. Und nun scheint das Unternehmen einmal mehr zu weit gegangen zu sein: In Japan ist heute die Polizei zu einer Hausdurchsuchung in die Landesniederlassung eingerückt.
Amazon, Paket, Beschädigung
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Bei Wirtschaftsdelikten geht im Normalfall erst einmal viel Papier zwischen allen Parteien hin und her, es werden Akten gewälzt, Bilanzen geprüft und Auflagen verhängt. Wenn das alles nicht hilft, streitet man sich vor Gericht. Damit allerdings Polizisten vor Ort vorstellig werden und beginnen, durch die Beschlagnahmung von Akten Beweismaterial zu sichern, muss schon der Verdacht ziemlich arglistiger und bewusster Verschleierung im Raum stehen.

In Tokio kam man laut einem Bericht der BBC nun aber an diesen Punkt. Heute verschafften Beamte den Mitarbeitern der Handelsaufsicht Zugang zu den Geschäftsräumen des Unternehmens. Hintergrund dessen waren Ermittlungen zu Vorwürfen, dass Amazon seine dominierende Stellung im Online-Handel ausnutzte, um seine Marktanteile mit Methoden noch weiter ausbauen zu können, die kleinere Konkurrenten so niemals hinbekommen.

Nicht der erste Vorfall

Konkret soll man Hersteller diverser Produkte unter Druck gesetzt haben, die Kosten für Sonderangebote komplett zu tragen. Wenn auf Amazon also im Rahmen einer Aktion Preise reduziert wurden, sollten die Zulieferer weniger Geld bekommen, während für Amazon ausschließlich der Vorteil der damit Verbundenen Werbung herausgesprungen wäre. Bei einer Weigerung seitens der Zulieferer habe letztlich informell im Raum gestanden, dass ihre Produkte zukünftig nicht mehr oder zumindest schlechter in den Amazon-Listen auftauchen und ihnen somit ein erheblicher Anteil am Online-Geschäft entgeht.

Die Sache ist insofern besonders pikant und ein bisschen dreist, da die japanischen Wettbewerbshüter Amazon ohnehin schon genauer beobachten. Denn erst im vergangenen Jahr hatte man ein Verfahren beendet. Damals ging es darum, dass Amazon Drittanbieter auf dem Marketplace dazu verpflichtete, Produkte billiger oder zumindest zum gleichen Preis anzubieten wie anderswo im Netz. Das verstieß aber gegen deren Recht einer freien Preisgestaltung und Amazon musste zusichern, diese Praxis zu beenden, um nicht von den Behörden vor Gericht gezerrt zu werden.

Auch anderswo: Erst letztes Jahr gab es in den USA Ermittlungen, weil angebliche Rabatte wohl gar keine waren.
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