Öffentliche BKA-Fahndung nach missbrauchtem Mädchen erfolgreich

Eine Öffentlichkeitsfahndung des Bundeskriminalamtes (BKA), die seit gestern in den Social Media-Plattformen für Aufsehen sorgte, war erfolgreich und mündete in einer Festnahme. Als mutmaßlicher Täter wurde ein 24-Jähriger Mann aus Norddeutschland identifiziert.
Polizei, Bka, GSG 9, SEK
Bundespolizei
Die ganze Sache begann damit, dass Beamte, die einschlägige Plattformen im so genannten Darknet unter Beobachtung halten, auf neues Material eines dokumentierten Kindesmissbrauches stießen. Das ist relativ ungewöhnlich. Für gewöhnlich kursieren in den fraglichen Foren und Plattformen im Wesentlichen die immer gleichen kinderpornographischen Inhalte.

Es wurde schnell klar, dass das Opfer, das auf den Aufnahmen zu sehen war, ebenso wie der Täter aus dem deutschsprachigen Raum stammten. Nachdem andere Ermittlungsansätze nicht zum Erfolg führten, entschied man sich dann mit entsprechender Genehmigung seitens des Amtsgerichtes Gießen eine Öffentlichkeitsfahndung einzuleiten. Das Ziel bestand hier darin, die Identität des gezeigten Mädchens zu klären und diese so dem Zugriff des Täters entziehen zu können.

Fahndungsbilder wurden übereifrig kopiert

Das führte schnell zum Erfolg. Nachdem das BKA die Fahndung gestern auf seiner Webseite online stellte und auch die Social Media-Kanäle diverser Landespolizeien den Link teilten, trafen schnell Hinweise aus der Bevölkerung ein. Bereits am gestrigen Abend konnte nun ein Verdächtiger festgenommen werden, der zum persönlichen Nahbereich des kindlichen Opfers gehört. Dieser wird nun heute dem zuständigen Haftrichter vorgeführt. Eine umgehende Durchsuchung der Wohnung des Mannes mündete auch in einer Sicherstellung von Beweismitteln.

Die Öffentlichkeitsfahndung ist in einem derart gelagerten Fall das letzte Mittel - aus gutem Grund, wie sich einmal mehr zeigt. Das BKA veröffentlichte die Bilder des gesuchten Mädchens bewusst nur auf der eigenen Seite und nicht auf unkontrollierbaren Plattformen wie Facebook. Das änderte aber nichts daran, dass zahlreiche Nutzer und auch Institutionen wie kleinere Medienunternehmen und Radiosender das Bildmaterial kopierten und verbreiteten. "Aus Gründen des Opferschutzes bitten wir Sie alle geteilten Bilder des Kindes zu löschen", hieß es nun seitens der Polizei. Das Mädchen muss nun aber im Zweifelsfall damit rechnen, dass die Fotos aufgrund übereifriger Personen in alle Ewigkeit im Netz kursieren werden.
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