Lqwell HY300 Pro: Was erwartet man auch von einem 50-Euro-Beamer?

Beim Lqwell HY300 Pro handelt es sich um einen Mini-Beamer mit 120 ANSI-Lumen. Im Inneren arbeitet ein ARM Cortex-A53-Chip. Dieser Quad-Core-Prozessor stammt aus dem Jahr 2012, soll aber dennoch 4K-Inhalte verarbeiten können. An anderen Stellen wurde ebenfalls eindeutig zu viel gespart, insbesondere beim Lüftungskonzept: Der Lüfter ist für die geringe Helligkeit des Beamers unangemessen laut. Auch das Soundsystem ist kaum zu gebrauchen.
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JMGO hat es vorgemacht, nun ziehen andere Hersteller, wie etwa Lqwell, nach: Der Beamer kommt mit einem Gimbal, über die er auf eine Wand ausgerichtet wird. Im Standfuß befindet sich eine Stativaufnahme, sodass der Beamer auf einem Tripod fixiert werden kann. Damit macht der HY300 Pro etwas besser als JMGO, denn der N1S kann nicht auf einem Stativ montiert werden. Ein solches ist jedoch im Beamer-Alltag durchaus praktisch, um die ideale Position zu finden.

Langsam und lichtschwach

Die Installation eines 40-Megabyte-Systemupdates dauert etwa 10 Minuten. Das lässt erahnen, wie leistungsfähig der Quad-Core-Prozessor tatsächlich ist. Möglicherweise wäre es besser gewesen, ganz auf Android zu verzichten. Wirklich viele Apps lassen sich ohnehin nicht installieren. Idealerweise wird ein externer Zuspieler verwendet, um die Datensicherheit zu gewährleisten, auch wenn die Nutzung der vorinstallierten Apps bequemer wäre. Aufgrund des fehlenden Android-TVs bleibt fraglich, ob man sich wirklich in die vorinstallierte Netflix-App einloggen sollte. Unser Kollege Timm Mohn hat es jedenfalls vermieden, dem Beamer seine Streaming-Zugangsdaten anzuvertrauen. Bewertungen zeigen zudem, dass etwa die Disney+-App nicht funktioniert und auch Netflix Probleme beim Login macht.

Bei 120 ANSI-Lumen fällt die 720p-Auflösung kaum ins Gewicht. Die Artikelbeschreibung wirbt mit "4K-Heimkino", doch in der Realität kommt davon nichts an. Wie viele andere Projektoren, verfügt auch dieser Beamer über eine automatische Trapezkorrektur. Ähnlich wie der Zoom ist sie jedoch rein digital und funktioniert nicht sonderlich gut. Interessanterweise wird die manuelle Trapezkorrektur deaktiviert, sobald die automatische aktiv ist. Wer das Bild lieber selbst anpasst, muss also zuerst die automatische Korrektur ausschalten. Diese manuelle Anpassung erfordert zwar etwas mehr Zeit, ermöglicht aber eine Bildausrichtung nach persönlichem Geschmack.

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Die Projektionsgröße gibt der Hersteller mit 40- bis 130-Zoll an. Mit 120 ANSI-Lumen bewegt sich der Beamer an der unteren Grenze der Helligkeit, die noch akzeptabel ist. Immerhin wird man beim Filmabend garantiert nicht von zu viel Helligkeit geblendet. Mit einem Preis von 50,99 Euro ist der HY300 Pro ein typischer Amazon-Beamer, der ausprobiert und dann zurückgeschickt wird. Er kostet in etwa so viel wie ein IMAX-Besuch mit Snacks, doch wirklich glücklich wird man mit ihm wohl nicht. Ob echtes Heimkino-Feeling für 51 Euro überhaupt möglich ist, sei dahingestellt.

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