Klein, scharf & günstig: Das neue Viltrox 55mm F1.8 Evo im Test

Mit dem Viltrox 55mm F1.8 Evo bringt der Hersteller eine lichtstarke Vollformat-Festbrennweite für 429 Euro auf den Markt, die vor allem durch ihr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis auffällt. Das Objektiv verspricht solide Verarbeitung, kompakte Bauweise, hohe Schärfe und dank APO-Design eine sehr gute Korrektur chromatischer Aberrationen. Getestet wurde es durch die Kollegen von ValueTech TV an einer hochauflösenden 45-Megapixel-Kamera muss sich zeigen, ob diese Versprechen auch in der Praxis tragen.

Das Gehäuse besteht größtenteils aus Metall und wirkt hochwertig verarbeitet, was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Weniger überzeugend fällt die Abdichtung aus, die sich im Wesentlichen auf einen Dichtungsring am Bajonett beschränkt. Positiv sind dagegen die Ausstattung mit USB-C-Anschluss für Firmware-Updates sowie die umfangreichen Bedienelemente inklusive frei belegbarer Taste, AF/MF-Schalter und Blendenring mit De-Klick-Funktion. Letzteres ist besonders für Video interessant.
Viltrox 55mm F1.8 Evo Viltrox 55mm F1.8 Evo Viltrox 55mm F1.8 Evo
Optisch liefert das Objektiv eine überzeugende Leistung. Bereits bei Offenblende ist die Schärfe im Zentrum gut, beim Abblenden steigt sie weiter an. Auch die Randschärfe bleibt auf hohem Niveau, was in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Das APO-Design zeigt seine Stärke bei der Korrektur chromatischer Aberrationen, die selbst ohne Software kaum sichtbar sind. Das Bokeh ist angenehm, erreicht jedoch nicht die Qualität teurerer Objektive und wirkt teils leicht unruhig.

Im Videobereich fehlt eine optische Stabilisierung, was zusätzliche Unterstützung durch die Kamera oder Zubehör erfordert. Der Autofokus arbeitet weich und kontrolliert, allerdings nicht besonders schnell. Für Fotoanwendungen ist er ausreichend, bei schnellen Motiven jedoch limitiert. Zudem ist Focus Breathing sichtbar, wenn auch nicht stark ausgeprägt.

Insgesamt positioniert sich das Viltrox 55mm F1.8 Evo zwischen günstigen Standardobjektiven und deutlich teureren Premium-Modellen. Es bietet eine spürbar bessere Verarbeitung und Bildqualität als einfache 50mm-F1.8-Linsen, bleibt dabei aber kompakt und vergleichsweise erschwinglich.

Unterm Strich ergibt sich ein ausgewogenes Gesamtpaket mit hoher Schärfe, sehr guter Aberrationskontrolle und guter Ausstattung. Abstriche müssen bei Autofokusgeschwindigkeit, Bokeh und Abdichtung gemacht werden. Für Porträt, Alltag und Reportage ist das Objektiv jedoch eine interessante Option für alle, die mehr als ein Standardobjektiv suchen, ohne in die Spitzenklasse zu investieren.

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