AstrHori 9 mm F2.8: Spannendes Ultraweitwinkel-Objetiv im Test

Das AstrHori 9 mm F2.8 ist ein manuelles Ultraweitwinkel für APS-C- und Micro-Four-Thirds-Kameras, das mit niedrigem Preis, Metallgehäuse und solider optischer Leistung auf sich aufmerksam macht. Es ist für mehrere spiegellose Systeme erhältlich, darunter Canon RF, Fujifilm X, Nikon Z, Sony E und MFT, und richtet sich vor allem an Einsteiger in die Ultraweitwinkelfotografie. Unsere Kollegen von ValueTech TV haben es getestet.

Mit 9 mm Brennweite (etwa 14 mm im Kleinbildäquivalent bei APS-C), Lichtstärke F2.8 und rein manuellem Fokus deckt das Objektiv typische Einsatzbereiche wie Landschaft, Architektur und Innenräume ab. Die Naheinstellgrenze liegt bei rund 20 Zentimetern, das Gewicht bei 307 Gramm. Im Test kam es an einer Sony Alpha 7R IV im APS-C-Modus zum Einsatz.

Die Verarbeitung hinterlässt einen guten Eindruck: Das vollständig aus Metall gefertigte Gehäuse wirkt robust, die integrierte Gegenlichtblende unterstreicht den hochwertigen Gesamteindruck. Auffällig ist die stark gewölbte Frontlinse, die allerdings einen klaren Nachteil mit sich bringt: Ein Filtergewinde fehlt. Gerade für Landschaftsfotografen, die mit ND-Filtern arbeiten, schränkt das die Flexibilität ein.
AstrHori 9 mm F2.8 AstrHori 9 mm F2.8 AstrHori 9 mm F2.8
In der Bedienung punktet das Objektiv mit einem angenehm langen Fokusweg und einem sauber rastenden Blendenring. Kritik gibt es jedoch an der Mechanik: Die Justage des Fokus erfolgt über sehr kleine Schrauben, die in der Praxis wenig benutzerfreundlich sind. Im Test trat zudem ein Problem mit der Fokuseinheit auf, bei dem sich der Ring drehte, ohne den Fokus zu verändern.

Optisch liefert das AstrHori eine insgesamt ordentliche Leistung. Im Zentrum ist die Schärfe bereits bei Offenblende gut, abgeblendet steigt der Kontrast leicht. Die Ränder profitieren sichtbar vom Abblenden auf etwa F5.6, bleiben bei F2.8 aber brauchbar. Chromatische Aberrationen und Verzeichnung sind gut kontrolliert, auch Gegenlichtsituationen meistert das Objektiv ordentlich. Positiv fallen zudem die sieben Blendenlamellen auf, die ansprechende Blendensterne erzeugen.

Videos bedingt machbar

Für Video ist das Objektiv grundsätzlich geeignet, auch wenn der fehlende Autofokus den Komfort einschränkt. Aufgrund der großen Schärfentiefe im Ultraweitwinkelbereich lässt sich das jedoch teilweise kompensieren.

Mit einem Preis von rund 199 Euro ist das AstrHori attraktiv positioniert. Allerdings ist die Konkurrenz stark: Für wenig Aufpreis bieten andere Modelle Autofokus und Filtergewinde - zwei Funktionen, die im Alltag für viele Nutzer entscheidend sind. Einen Vorteil hat das AstrHori dennoch bei der Systemvielfalt, da es auch für Bajonette erhältlich ist, für die Alternativen fehlen.

Unterm Strich bietet das AstrHori 9 mm F2.8 eine solide optische Leistung und hochwertige Verarbeitung zum günstigen Preis. Einschränkungen wie das fehlende Filtergewinde und die mechanischen Schwächen verhindern jedoch eine uneingeschränkte Empfehlung. Besonders für Nutzer spezieller Systeme kann es dennoch eine interessante Option sein.

Mehr von ValueTech: ValueTech - Technik. Einfach. ValueTech auf YouTube