Revival des CD-Players droht an fehlenden Bauteilen zu scheitern

Obwohl CD-Player in letzter Zeit wieder stärker gefragt sind, bekommen Hersteller hochwertiger Audiogeräte zunehmend Probleme mit der Beschaffung der benötigten Komponenten. Vor allem die zentralen optischen Laufwerke sind schwer zu bekommen.
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  • Knappe optische Laufwerke zwingen Naim und PS Audio zum Produktionsstopp
  • Acht neue CD-Player-Modelle drängen trotz Bauteilmangel auf den Markt
  • Hersteller wie Musical Fidelity sind auf spezialisierte Zulieferer angewiesen
  • Marantz setzt bei seinen Abspielgeräten offenbar auf eigene Laufwerke
  • Verbliebene Bauteile werden für Reparaturen und Wartungen vorgehalten
  • Eigene Entwicklungen übersteigen oft die Möglichkeiten kleiner Firmen

Optische Laufwerke sind knapp

Die Unternehmen PS Audio und Naim mussten deshalb bereits die Produktion bestimmter Geräte einstellen. Der Fall zeigt, wie abhängig selbst teure Hi-Fi-Komponenten von wenigen spezialisierten Zulieferern sind und wie schwierig sich Reparaturen langfristig gestalten könnten.

Wie das Fachmagazin Headphonesty berichtet, sind derzeit acht neue CD-Player-Modelle verschiedener Hersteller auf dem Markt. Vier davon stammen von Musical Fidelity, zwei von Marantz sowie jeweils eines von Arcam und NAD. Bei den verwendeten Laufwerken setzen die Anbieter allerdings auf unterschiedliche Lösungen, deren genaue Herkunft nicht immer bekannt ist.


Musical Fidelity bezieht wichtige Komponenten demnach vom Anbieter SUOS-HiFi. Drei der neuen Modelle nutzen Laufwerksmechanismen dieses Zulieferers. Beim vierten Gerät kommt zwar ebenfalls ein Servo-System von SUOS zum Einsatz, der Hersteller des Einzugsmechanismus ist jedoch nicht bekannt. Marantz entwickelt seine Laufwerke offenbar selbst. Ob das Unternehmen auch die Fertigung vollständig kontrolliert oder dafür externe Partner nutzt, bleibt offen. Arcam und NAD haben keine Angaben zu ihren Zulieferern gemacht.

Besonders deutlich werden die Schwierigkeiten am Beispiel von PS Audio. Das Unternehmen musste die Fertigung des PMG Super Audio CD Transport einstellen, nachdem D&M, der Mutterkonzern von Marantz, keine Bestellungen für optische Laufwerke von externen Kunden mehr entgegennahm. PS Audio kaufte zwar den gesamten verbliebenen Lagerbestand auf, konnte damit die Produktion aber nicht dauerhaft aufrechterhalten.

Reparierbarkeit wird zum Problem

Auch Naim geriet in eine ähnliche Situation. Für den Uniti Star musste das Unternehmen nach dem Produktionsende beim bisherigen Laufwerkslieferanten nach Ersatz suchen. Doch auch ein möglicher neuer Zulieferer stellte die Fertigung der benötigten Komponenten ein. Beide Hersteller verfügen zwar noch über Restbestände, diese sind allerdings für Reparaturen und den Austausch defekter Teile vorgesehen.

Damit stellt sich auch die Frage nach der langfristigen Wartbarkeit moderner CD-Player. Selbst wenn ein Gerät technisch einwandfrei konstruiert ist, kann ein nicht mehr verfügbares Spezialbauteil eine Reparatur verhindern. Gerade bei hochpreisigen Audiogeräten ist das problematisch, da Käufer häufig eine lange Nutzungsdauer erwarten.

Eine mögliche Lösung wäre, die Laufwerke selbst zu entwickeln und damit unabhängiger von Zulieferern zu werden. Marantz verfolgt offenbar diesen Ansatz. Für kleinere Hersteller ist das jedoch kaum realisierbar: PS-Audio-Chef Paul McGowan zufolge übersteigen Entwicklung und Bau eines eigenen optischen Lesesystems die Möglichkeiten seines Unternehmens. Angesichts des begrenzten Kreises geeigneter Zulieferer dürfte die Versorgung daher auch künftig ein Risiko für die Branche bleiben.
Christian Kahle

Redakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt

Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.

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