BarryLyndon

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  • 14.04.05
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Illegale Musikdownloads gehen zurück

Das Argument Geldmacherei würde ich nicht gelten lassen. Wenn jemand keine Lust auf diesen oder jenen Artist hat, dann wird davon einfach auch nichts gekauft. Ok, Kiddies fahren wohl eher auf die gehypten "Musiker" ab und belasten durch ihre Wünsche die Kasse der Eltern. Aber jeder hat ab und zu irrationale Wünsche, da diese sich von Emotionen ableiten. Ohnehin ist Musik nur ein kultureller Baustein im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Kulturgüter sollten auch günstig zur Verfügung stehen, um eine Multiplikatorwirkung hinein in die ganze Gesellschaft entfachen zu können, d.h. Transport von Wissen, Werten, Botschaften usw. Mißbrauchsgefahr besteht da natürlich genau wie in anderen Bereichen (siehe rechtsextreme "Liedermacher"). Kulturflatrate würde meiner Ansicht nach nur funktionieren, wenn der Staat ordentlich subventioniert oder ein multilaterales Bündnis auf politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher ... Ebene geschaffen wird, welches diese Flatrate dann ebenfalls subventionieren müsste. In Zeiten erhöhter Arbeitslosigkeit müssen die Leute ja irgendwie auch beschäftigt werden... Der Entertainment-Faktor wird sowieso noch von ganz entscheidender Bedeutung für die Zukunft der kapitalistischen Welt sein. Stichworte: Ruhigstellen, Bedröhnenlassen __> sonst soziale Aufruhr, Titty-Tainment, max. 20% der arbeitsfähigen Bevölkerung erwirtschaftet für den gesamten Rest das BIP (oder wie es auch immer heißen mögen wird). Aber wie erfolgt da ein Ausgleich? Wo sind Motivation und Anreize, um etwas zu schaffen? Deshalb: Brot und Spiele noch ein paar Jahre und dann gibt's wieder 'ne nette kleine Revolte, weil da ja das Problem mit der Einkommens- und Vermögensverteilung ist. Die reichen Säcke wollen einfach nicht teilen. Wenn es nur einer macht, ist er ein Idiot bzw. diplomatischer ausgedrückt: Der Effekt bezogen auf die Masse konvergiert gegen Null und befriedigt lediglich das soziale Gewissen. Da es keine Abstimmungen und keine Koordination diesbezüglich gibt, wird es auch nicht dazu kommen, dass alle dabei mitmachen. Fazit: Sofern keine grundlegende ethisch-moralisch-humanistische Weiterentwicklung der Menschheit stattfindet, was ich bezweifle, dann endet diese Gesellschaft wie auch schon die Römer oder Conquistadores geendet sind.

Doch zurück zum Thema: Die Produktion von Musik kostet definitiv etwas (künstlerisch, technisch..., Vertrieb uswuswusuw.) Das ist ein sehr komplexer Prozess. Dass der Transfer vom Produzenten (Künstler!! etc.) zum Konsumenten mehr oder weniger gut funktioniert, ist eine Errungenschaft unserer jetzigen Zivilisation. Das sollte man sich mal zu Gemüte führen. Und unsere Gesellschaft(en) = ob West, Ost, sozialistisch, kapitalistisch, säkularisiert etc. funktionieren doch alle nach dem gleichen Prinzip: Angebot und Nachfrage, geregelt über den Preis und den Wettbewerb (auch wenn die Sozis das nicht ganz so wahr haben wollten) sowie weitere Faktoren. Ergo: 1. Wer bockmist produziert, fliegt raus Grund: Nachfrage geht zurück. Das sollte sie jedenfalls! Wenn trotzdem Schrott in den Hitparaden ist, handelt es sich um Selbstaufkäufe der MI, Manipulation, Wettbewerbsverzerrung oder ganz einfach schlechten Geschmack der Masse. Aber das ist sowieso eine subjektive Angelegenheit. Wer will sich schon anmaßen, den Geschmack anderer Leute abschließend be-/verurteilen zu können? Hier ist Toleranz gefragt. 2. Wer etwas produziert bzw. einen Mehrwert schafft durch Kunst und es auch tatsächlich - oh, wunder - Menschen gibt, die sich dafür interessieren, sollte dafür auch entlohnt werden. Denn das ganze jetzige System existiert auch nur deshalb, weil man früher noch wesentlich schlechtere Möglichkeiten hatte, für die Mucke NICHT zu bezahlen, wenn man sie haben wollte. Das heißt: Es stellt sich gar nicht das Problem, ob die Preise steigen oder fallen, sondern dass es bald keine interessanten neuen Musiker geben wird (geben könnte), die weltweit bekannt werden. Fazit zu diesem Forum: Ja, exzessive Raubkopierer bzw. Downloader sollten verfolgt werden, insbesondere aber dann, wenn sie die unredlich erworbenen Güter zum Zwecke der Selbstbereicherung weiterveräußern oder sonst ein Geschäft damit machen. Grundsätzlich halte ich aber die Vermittlung von Werten (Leistung-Gegenleistung, Ethik) für essentieller.
Abschließend ein Zitat von Grandmaster Flash: "Dont be a slave to no computer!" Beat Street, die Straße muss es richten. Viva la revolucion. Peace out.

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