Extremwetter: Deutlich mehr Stürme und Fluten im 21. Jahrhundert

Die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile nicht mehr nur in besonders anfälligen Regionen wie Wüstengebieten auf dem afrikanischen Kontinent, Südostasien oder den karibischen Inseln zu sehen, auch in Europa häufen sich extreme Wetterereignisse und Naturkatastrophen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kündigte beispielsweise am 13. Juni angesichts eines weiteren prognostizierten unnatürlich heißen Sommers die Ausarbeitung eines Hitzeschutzplans für Deutschland an, während zwischen dem 28. Mai und 11. Juni deutsche Wälder bereits auf über 500 Hektar brannten. Eine Häufung entsprechender Naturereignisse ist laut Daten der internationalen Katastrophendatenbank EM-DAT in ganz Europa zu beobachten.

Wie die Grafik zeigt, traten zwischen 1923 und Juni 2023 in Europa über 1500 Ereignisse aus den Kategorien Dürren, Fluten, Extremtemperaturen und Stürmen auf, zwei Drittel davon im 21. Jahrhundert. Obwohl auch Naturkatastrophen in die Datenbank aufgenommen werden, die nicht mit dem Klimawandel korrelieren, unterstreicht die Häufung in den vergangenen 20 Jahren, dass dieser eine große Rolle beim vermehrten Auftreten extremen Wetters spielt. Den größten Teil der katalogisierten Naturkatastrophen machen Fluten und Überschwemmungen (674) sowie Stürme (569) aus, extrem hohe oder niedrige Temperaturen (278) belegen den dritten Platz, während die Anzahl der Dürreereignisse mit 48 vergleichsweise niedrig liegt. Für Deutschland wurden 63 starke Stürme sowie 24 Fluten wie das Jahrhunderthochwasser 2021 erfasst, das neben Deutschland auch ganz Mitteleuropa betraf.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge sorgt der Klimawandel durch die Erderwärmung nicht zwangsweise nur für eine Steigerung der Oberflächen- und Wassertemperatur. Vielmehr begünstigt er Extremwetterereignisse, zu denen auch ungewöhnlich niedrige Temperaturen oder durch vermehrte Verdunstung hervorgerufene, starke Regenfälle und Überschwemmungen gehören. Die weitere Eingrenzung dieser Phänomene läuft indes schleppend. Im Klimaabkommen von Paris von 2015 legten 195 Staaten und die Europäische Union vertraglich bindend fest, die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten und mindestens sichtliche Anstrengungen zu unternehmen, das 1,5-Grad-Ziel zu halten. Schon 2021 lag Deutschland im Mittel 1,6 Grad über der Durchschnittstemperatur des vorindustriellen Niveaus von 1881, weltweit waren es zu diesem Zeitpunkt 1,1 Grad.
Extremwetter: Deutlich mehr Stürme und Fluten im 21. Jahrhundert Florian Zandt / Statista
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