Schlips ab: Programmierer nehmen Börsen-Brokern die Jobs weg
Wenn es um die Folgen der Automatisierung für Arbeitsplätze geht, dreht sich vieles erst einmal um Jobs in der Produktion, die durch Roboter ersetzt werden. Die Entwicklung sorgt aber auch da für Umwälzungen, wo man es kaum vermutet - wie beispielsweise im Broker-Geschäft der Investmentbanken.
Das zeigt ein Bericht des Magazins Technology Review über die Trading-Abteilung in der New Yorker Zentrale von Goldman Sachs. Zur Hochzeit um das Jahr 2000 herum arbeiteten hier rund 600 Broker, die für die großen Kunden der Bank Aktien-Käufe und -Verkäufe an den Börsen durchführten. Von diesen sind heute nur noch zwei übriggeblieben.
Statt hunderter Anzugträger, die kryptische Handelsformeln in Telefone rufen, sitzen in der Bankenzentrale heute 200 Programmierer, die damit beschäftigt sind, die automatisierte Trading-Software zu pflegen, zu beaufsichtigen und weiterzuentwickeln.
Der computergestützte Handel an den Börsen ist im Grunde schon relativ lange bekannt. Das führte bereits zu verschiedenen Auswüchsen. So wurden beispielsweise komplett eigene Glasfaser-Kabel durch den Atlantik gezogen, um gegenüber den normalen Internet-Verbindungen Millisekunden an Latenz einzusparen und so entscheidende Vorteile beim Handel zwischen Europa und den USA zu gewinnen.
Rund 45 Prozent des Aktienhandels laufen inzwischen bereits komplett automatisiert. Für die Banken lohnt sich das. Denn drei Viertel der Gehaltsbudgets der Investmentbanken flossen bisher an die gut bezahlten Broker, die inklusive der Boni teilweise eine halbe Million Dollar im Jahr verdienten. Selbst die leistungsstärksten Rechner und gut bezahlte IT-Fachkräfte kosten letztlich nicht annähernd so viel und können letztlich wesentlich mehr leisten.
Die automatisierten Aktiengeschäfte werden in den nächsten Jahren noch weitaus größere Dimensionen annehmen. Denn dort, wo bisher noch immer Menschen Entscheidungen treffen mussten, werden zunehmend selbstlernende KI-Systeme Einzug halten, die sich extrem schnell einen wesentlich größeren Überblick über den Markt verschaffen können. Mit deren Unterstützung steigt Goldman Sachs jetzt auch in das automatisierte Trading von Währungen ein und will hier vier Broker durch jeweils einen Entwickler ersetzen.
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Statt hunderter Anzugträger, die kryptische Handelsformeln in Telefone rufen, sitzen in der Bankenzentrale heute 200 Programmierer, die damit beschäftigt sind, die automatisierte Trading-Software zu pflegen, zu beaufsichtigen und weiterzuentwickeln.
Der computergestützte Handel an den Börsen ist im Grunde schon relativ lange bekannt. Das führte bereits zu verschiedenen Auswüchsen. So wurden beispielsweise komplett eigene Glasfaser-Kabel durch den Atlantik gezogen, um gegenüber den normalen Internet-Verbindungen Millisekunden an Latenz einzusparen und so entscheidende Vorteile beim Handel zwischen Europa und den USA zu gewinnen.
IT- wird Finanz-Chef
In den letzten fünf Jahren habe sich die Transformation in der Banken-Branche aber noch einmal signifikant beschleunigt, erklärte Marty Chavez kürzlich auf einer Fachkonferenz an der Harvard University. Dieser steht selbst quasi symbolisch für die Entwicklung. Als Chief Information Officer leitete er bisher die IT-Abteilung von Goldman Sachs und wird ab April der neue Finanzchef der Investmentbank.Rund 45 Prozent des Aktienhandels laufen inzwischen bereits komplett automatisiert. Für die Banken lohnt sich das. Denn drei Viertel der Gehaltsbudgets der Investmentbanken flossen bisher an die gut bezahlten Broker, die inklusive der Boni teilweise eine halbe Million Dollar im Jahr verdienten. Selbst die leistungsstärksten Rechner und gut bezahlte IT-Fachkräfte kosten letztlich nicht annähernd so viel und können letztlich wesentlich mehr leisten.
Die automatisierten Aktiengeschäfte werden in den nächsten Jahren noch weitaus größere Dimensionen annehmen. Denn dort, wo bisher noch immer Menschen Entscheidungen treffen mussten, werden zunehmend selbstlernende KI-Systeme Einzug halten, die sich extrem schnell einen wesentlich größeren Überblick über den Markt verschaffen können. Mit deren Unterstützung steigt Goldman Sachs jetzt auch in das automatisierte Trading von Währungen ein und will hier vier Broker durch jeweils einen Entwickler ersetzen.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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