DGB-Chef: Neue Share-Economy-Dienste sind "moderne Sklaverei"
Die so genannte Share-Economy bietet keineswegs nur innovative Ideen für die vernetzte Welt, sondern häufig auch einen Rückfall bei den Errungenschaften hinsichtlich von Arbeitnehmerrechten. Darauf hat der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hingewiesen.
"Das sind nicht neue Modelle der Ökonomie, sondern neue Formen der Ausbeutung", kritisierte Reiner Hoffmann gegenüber dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel (heutige Ausgabe) verschiedene Geschäftsmodelle wie etwa die Nutzung von Privatwagen als Ersatz für das Taxi. Auf diesem Weg, so erklärte er, könnten Arbeitnehmerrechte massiv untergraben werden.
Heftig kritisierte er elektronische Angebote wie die umstrittene Taxi-Alternative Uber oder Vermittler von Haushaltshilfen. Statt regulärer Arbeitsplätze würden auf solchen Plattformen häufig neue Formen prekärer Soloselbstständigkeit entstehen. "Das ist doch moderne Sklaverei", empörte sich Hoffmann. "Die Politik muss dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten."
Eine ähnliche Sicht auf die Dinge hat auch Brigitte Zypris (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. "Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung und die Share-Economy wird nur positiv gesehen. Die sozialen Folgen werden ausgeblendet", sagte die Politikerin. Am Ende dürften nicht Staat und Gesellschaft die Verlierer sein. Deshalb müsse die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sichergestellt werden. "Und wir müssen dringend die Haftungs- beziehungsweise Versicherungsfragen klären", führte Zypries aus.
Trotz der kontroversen Diskussion um die Internetplattformen versuchen inzwischen auch klassische Konzerne Anschluss zu halten. So führt Volkswagen derzeit Gespräche mit dem deutschem Start-up-Unternehmen WunderCar über eine mögliche Beteiligung. Die Hamburger Firma bietet über eine App die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Privatautos innerhalb der Stadt an.
Verdienen tun die Vermittler
Auf den ersten Blick hört es sich zwar lukrativ an, dass Privatnutzer hier durch verschiedene Dienstleistungen etwas dazuverdienen könnten, doch der Schein trüge oft. "Bei vielen dieser Angebote auf den Plattformen geht es eher darum, dass vor allem die Vermittler dauerhaft schnelles Geld bei Umgehung aller Vorschriften verdienen", so der Gewerkschafts-Chef.Heftig kritisierte er elektronische Angebote wie die umstrittene Taxi-Alternative Uber oder Vermittler von Haushaltshilfen. Statt regulärer Arbeitsplätze würden auf solchen Plattformen häufig neue Formen prekärer Soloselbstständigkeit entstehen. "Das ist doch moderne Sklaverei", empörte sich Hoffmann. "Die Politik muss dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten."
Eine ähnliche Sicht auf die Dinge hat auch Brigitte Zypris (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium. "Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung und die Share-Economy wird nur positiv gesehen. Die sozialen Folgen werden ausgeblendet", sagte die Politikerin. Am Ende dürften nicht Staat und Gesellschaft die Verlierer sein. Deshalb müsse die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sichergestellt werden. "Und wir müssen dringend die Haftungs- beziehungsweise Versicherungsfragen klären", führte Zypries aus.
Trotz der kontroversen Diskussion um die Internetplattformen versuchen inzwischen auch klassische Konzerne Anschluss zu halten. So führt Volkswagen derzeit Gespräche mit dem deutschem Start-up-Unternehmen WunderCar über eine mögliche Beteiligung. Die Hamburger Firma bietet über eine App die Vermittlung von Mitfahrgelegenheiten in Privatautos innerhalb der Stadt an.
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Christian Kahle
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