Deutschland ist bei IT-Sicherheit im großen Maßstab nur Mittelmaß

Berlin, Bundesregierung, Gebäude, Kanzleramt, Bundeskanzleramt Bildquelle: Wolfgang Staudt / Flickr
Für eine wirkungsvolle IT-Sicherheit auf staatlicher Ebene wird in erster Linie eine entsprechende politische Ausrichtung des Bereiches benötigt. Deutschland ist dabei gerade einmal als mittelmäßig anzusehen, wie eine Untersuchung an der Technische Universität Chemnitz zeigte.
"Neue Phänomene wie Cyberkriminalität, Cyberspionage und Cybersabotage sind in den vergangenen Jahren zu ernsthaften Bedrohungen für Wirtschaft, Politik und staatliche Infrastrukturen geworden", sagte Jakob Kullik von der Professur Internationale Politik der TU Chemnitz. Daher ging er der Frage nach, ob Deutschland über eine eigene konsistente IT-Sicherheitspolitik verfügt.

Kulliks Fazit: "Abschließend kann festgehalten werden, dass Deutschland eine eigene Cybersicherheitspolitik besitzt, diese jedoch auf vielen Feldern nicht konsistent ist." Neben bestehenden rechtlichen Lücken und Graubereichen würden in den Reihen der staatlichen Legislative und Exekutive nach wie vor ernsthafte Wissens-, Kompetenz- und Vollzugsdefizite bestehen.

Aktuell verfügen laut der Untersuchung 14 der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union über eine Strategie zur IT-Sicherheit. Deutschland gehöre hier zu den fünf führenden Ländern. Die Grundlage dessen sind die im Februar 2011 von der Bundesregierung beschlossenen zentralen Maßnahmen zur Verbesserung der nationalen IT-Sicherheit. Und auch in Folge dessen blieb das Thema auf der Tagesordnung.

Zu spät gekommen

Dabei gibt es aber ein Problem: Die Militärs und Geheimdienste der USA, Chinas und Russlands hätten bereits in den 1990er-Jahren begonnen, konzeptionelle Strategien für militärische Operationen im Internet auszuarbeiten. Entsprechend hinkt hier nicht nur die Politik hinterher, sondern auch das ganze öffentliche Bewusstsein zu dem Thema. "Trotz des zu erwartenden Anstiegs von Cyberkriminalität in den nächsten Jahren ist das Risiko- und Gefahrenbewusstsein für diese neue Bedrohungsform innerhalb der Gesellschaft nach wie vor gering ausgeprägt", so Kullik.

Dies habe eine Ursache aber auch darin, dass die Bedrohungslage nach wie vor für viele zu abstrakt ist. Daher würden laut dem Wissenschaftler Aufklärung und Sensibilisierung hier ebenso zu den Aufgaben des Staates gehören, wie die konkreten technischen Maßnahmen. Berlin, Bundesregierung, Gebäude, Kanzleramt, Bundeskanzleramt Berlin, Bundesregierung, Gebäude, Kanzleramt, Bundeskanzleramt Wolfgang Staudt / Flickr
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