Forscher: "Internet ist nicht schlecht für die Jugend"

Forschung & Wissenschaft US-Forscher haben erstmals in einer länger andauernden Studie die Auswirkung des Internet auf die Entwicklung von Jugendlichen untersucht. Ihr Fazit ist überraschend positiv.

Während viele Ältere es eher mit Sorge betrachten, dass Heranwachsende viel Zeit in Internet-Communities oder mit Online-Spielen verbringen, sehen die Wissenschaftler darin eine wichtige Voraussetzung, um sich auf das kommende Leben in der modernen Welt vorzubereiten.

"Sie lernen, wie man online kommuniziert, sich eine öffentliche Identität schafft, Webseiten erstellt und Links verschickt. All diese Dinge wurden noch vor zehn Jahren als komplizierte Sachen angesehen, aber für die Jugendlichen von heute sind sie selbstverständlich", sagte Mimi Ito, die die Untersuchung leitete.


Manches habe sich nur geringfügig geändert: Statt auf Straßen und in Parks würden Heranwachsende heute in Social Networks mit ihren Freunden "abhängen", so Ito. Ein guter Teil nutzt aber auch die sich ergebenden neuen Möglichkeiten, kreativ zu werden und tief in bestimmte Themen vorzudringen. So gebe es inzwischen beispielsweise eine ganze Reihe von Experten in einer umfassenden Bearbeitung selbst erstellter Videos.

Das Lernen verändere sich dadurch. Es ist inzwischen viel stärker durch vernetzte Strukturen unter den Jugendlichen geprägt. Hier liegen laut der Studie Ansätze für eine andere Form der Bildung im 21. Jahrhundert.

Eines der größten Probleme stelle inzwischen die so genannte digitale Kluft dar: Jugendliche, die zu Hause nicht über einen Breitbandzugang verfügen laufen Gefahr, nicht mit anderen Gleichaltrigen mithalten zu können. Sie sind meist abhängig von Internet-PCs in Schulbibliotheken oder ähnlichen Einrichtungen, wo oft nur ein Teil des Netzes zugänglich ist und die zu bestimmten Zeiten schließen.

Ito ermutigte Eltern und Lehrer, sich für die neuen Interessen der Jugend zu öffnen. Nur so könnten sie ihren Aufgaben in der Erziehung und Ausbildung gerecht werden. "Die jungen Leute wollen ihre Eltern sicherlich nicht auf ihrem MySpace- oder Facebook-Profil sehen", sagte sie. Eine gewisse Führung sei aber noch genauso notwendig wie bisher, auch wenn sich die Voraussetzungen verändert haben.

Die Studie ist Bestandteil eines größeren Forschungsprojektes der MacArthur Foundation. Diese investierte 50 Millionen Dollar. Ziel ist ein umfassendes soziologisches Bild über die aktuellen Entwicklungen bei Jugendlichen. 800 Heranwachsende wurden dafür über drei Jahre beobachtet.
Diese Nachricht empfehlen:
 
"US-Forscher haben erstmals in einer länger andauernden Studie".... Das reicht schon um zu wissen das "extrem neue" und "super interessante" Ergebnisse folgen müssen....
 
@Stefan_der_held: Für dich vielleicht nichts neues, aber die einzige Chance die ewig meckernden Skeptiker (Eltern: "Häng nicht die ganze Zeit vorm Rechner, mach doch auch mal ..." - wer kennt das nicht?) nach und nach vom Gegenteil zu überzeugen.
 
@JMK4189: Genau so ist es !!! Wer heute kein ICQ, MSN oder ähnliches hat, ist für die meisten doch ein "Hinterwäldler". Den meisten Kontakt zu anderen Jugendlichen haben wir heute durch das Internet und nicht durch die Schule oder das Fußball spielen oder was auch immer..... Und oft sind Hausaufgaben auch ohne Internet nicht lösbar...
 
Kann dies nur bestätigen. Vieles spielt sich heutzutage im Internet ab. Wer da keinen Anschluss hat ist extrem benachteiligt. Viele Infos die übers Netz verteilt werden gehen an denen, die keinen Anschluss haben, einfach so vorrüber.
 
@RegularReader: Ja und man muss dazu bedenken, jeder weiss wie gemein Kinder und junge Jugendliche sein können..."Was du hast kein DSL? Du Opfer" - Ihr kennt sowas...wie es auch mit Klamotten oder anderen Sachen der Fall ist. Dieses Problem macht viele Kinder und Jugendliche depressiv und sorgt dafür dass sie sich zurückziehen.


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, bewerten Sie Kommentare oder diskutieren Sie mit anderen WinFuture.de Lesern!

Melden Sie sich jetzt kostenlos an
oder verwenden Sie Ihren bestehenden Zugang.

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

Community

  • Neue Kommentare
  • Neue Mitglieder

WinFuture wird gehostet von Artfiles

MSDN Online

News zu IT Pro- und Dev-Tools