Copyright-Irrsinn: Sony lässt Bach-Aufnahme eines Pianisten sperren
Johann Sebastian Bach, der wohl bekannteste Musiker des Barocks, ist 1750 in Leipzig verstorben, er ist also seit 268 Jahren tot. Das bedeutet, dass seine Musik längst von Urheberrechten befreit ist. Das hinderte Sony Music aber nicht daran, Ansprüche an der Aufnahme eines Pianisten anzumelden.
Der britische Pianist James Rhodes musste vor kurzem eine Erfahrung machen, die zeigt, welche Auswüchse das Copyright-Thema nehmen kann. Denn Rhodes hat auf Facebook ein kurzes Video veröffentlicht, das ihn beim Spielen eines Teils der ersten Partita (Klavierübung) von Bach zeigt. Entstanden ist das in seinem Wohnzimmer, gespielt hat er das Stück auf seinem eigenen Klavier. Das bedeutet: Er ist Urheber dieser Aufführung, denn die (unveränderte) Musik selbst ist längst in Public Domain übergegangen.
Doch wie Ars Technica berichtet, hat das Sony Music nicht gehindert, 47 Sekunden der Aufnahme für sich zu beanspruchen. Man ließ das vom sozialen Netzwerk stummschalten. Das ist an sich nichts Dramatisches, den dafür verantwortlichen Bots unterlaufen immer wieder Fehler, entsprechend kann man das auch recht einfach per Einspruch wieder rückgängig machen. Das dachte sich auch Rhodes und widersprach dem Schritt.
Die Weigerung, diese Entscheidung zurückzunehmen, ist der eigentliche Skandal, Rhodes war "außer sich vor Wut" und bezeichnete das als "irrsinnig". Erst nach Mails u. a. an den Chef von Sony Classical sowie die PR-Abteilung konnte die Sache aufgelöst werden und wurde rückgängig gemacht. Wobei Rhodes betont, dass das ohne "tausende Retweets und Faves" nicht möglich gewesen wäre und er fragt sich, was eigentlich Musiker, die nicht so viele Follower haben, in solchen Fällen machen. Eine Erklärung oder Entschuldigung hat der Konzern bisher nicht abgegeben.
Doch wie Ars Technica berichtet, hat das Sony Music nicht gehindert, 47 Sekunden der Aufnahme für sich zu beanspruchen. Man ließ das vom sozialen Netzwerk stummschalten. Das ist an sich nichts Dramatisches, den dafür verantwortlichen Bots unterlaufen immer wieder Fehler, entsprechend kann man das auch recht einfach per Einspruch wieder rückgängig machen. Das dachte sich auch Rhodes und widersprach dem Schritt.
Sony blieb dabei
Doch dann passierte das Ungewöhnliche: Sony Music beharrte auf seinem Anspruch. Warum, erklärte man nicht, auch gegenüber Rhodes schaltete die Plattenfirma auf stur. Rhodes war deswegen außer sich und machte den Fall auf Twitter öffentlich. Dort schrieb er in klaren Worten, dass man bei Sony "offenbar denkt, meine Performance zu besitzen", so der Musiker. "Hört auf Arschlöcher zu sein. Ihr besitzt gar nichts."Die Weigerung, diese Entscheidung zurückzunehmen, ist der eigentliche Skandal, Rhodes war "außer sich vor Wut" und bezeichnete das als "irrsinnig". Erst nach Mails u. a. an den Chef von Sony Classical sowie die PR-Abteilung konnte die Sache aufgelöst werden und wurde rückgängig gemacht. Wobei Rhodes betont, dass das ohne "tausende Retweets und Faves" nicht möglich gewesen wäre und er fragt sich, was eigentlich Musiker, die nicht so viele Follower haben, in solchen Fällen machen. Eine Erklärung oder Entschuldigung hat der Konzern bisher nicht abgegeben.
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