Chip-Entwicklung soll einfach wie Programmieren werden: DARPA zahlt

Prozessor, Chip, Arm, Gpu Bildquelle: ipal GmbH
Das Design von Chips ist für die meisten Nutzer heute ein großes Mysterium. Doch das soll nicht immer so bleiben. Aktuell zielt eine hohe Forschungsförderung darauf ab, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich Nutzer eigene Chips genauso einfach entwickeln können sollen, wie es heute bei Software-Anwendungen der Fall ist. Im Groben sieht die Idee so aus, dass eine Open Source-Bibliothek entstehen soll, in der Silizium-Designs für verschiedene Funktionen enthalten sind, berichtet das Branchenmagazin EETimes. Das ähnelt den bekannten Libraries aus der Programmierung, in denen Entwickler bereits viele vorgefertigte Problemlösungen finden und diese direkt in die eigenen Codes integrieren können.

Letztlich soll es mit entsprechenden Werkzeugen möglich sein, die fraglichen Chip-Komponenten zu einem SoC zusammenzufügen, der den eigenen Anforderungen für eine bestimmte Aufgabe entspricht. Im Rahmen der Förderung sollen auch entsprechende Entwickler-Tools und Test-Umgebungen entstehen. Wenn dann auf dem Papier alles fertig ist, könnten die fraglichen Chips in Kleinserien in Auftrag gegeben werden.

Geld vom Militär

Die entsprechenden Forschungsprojekte mit den Bezeichnungen Posh Open Source Hardware (POSH) und Intelligent Design of Electronic Assets (IDEA) werden von der DARPA, dem Wissenschafts-Förderer des US-Verteidigungsministeriums, finanziert. 100 Millionen Dollar stehen für die Projekte zur Verfügung. Damit handelt es sich um die bisher größten Finanzierungsvorhaben im Rahmen der Electronics Resurgence Initiative (ERI), mit der die US-Regierung die eigene Elektronik-Industrie mit Investitionen von 1,5 Milliarden Dollar binnen der kommenden fünf Jahre voranbringen will.

Sollten die Projekte erfolgreich sein, dürfte das die IT-Industrie unzweifelhaft verändern. Denn aktuell muss im Grunde jeder auf eine bestimmte Palette an Standard-Hardware zurückgreifen - was in vielen Fällen letztlich zu Kompromisslösungen bei Leistung und Effektivität führt. Wenn die Entwicklung eigener Chips aber nur unwesentlich teurer und komplizierter wäre als die Programmierung einer Software, stünden durchaus signifikante Veränderungen an.

Siehe auch:

Prozessor, Chip, Arm, Gpu Prozessor, Chip, Arm, Gpu ipal GmbH
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren10
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Video-Empfehlungen

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Tipp einsenden