Kleine Händler unterdrückt? Amazon droht in Frankreich Millionenstrafe

Amazon, Logo, Versandhandel, Logistikzentrum Bildquelle: Amazon
Die französische Regierung hat beim Handelsgericht von Paris Beschwerde gegen den weltgrößten Online-Händler Amazon eingereicht. Man wirft dem Unternehmen vor, seine übermächtige Position missbraucht zu haben, um einige Lieferanten zu Nachlässen zu zwingen. Das Wirtschaftsministerium will nun eine Geldstrafe verhängen lassen.
Wie die Zeitung Le Parisien heute morgen meldete, hat der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire vor dem Pariser Handelsgericht Klage angestrengt, weil bei einer Untersuchung umfangreiche Belege für den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch Amazon gefunden wurden. Zuvor hatte die Wettbewerbsaufsicht in Frankreich die Verträge diverser großer Online-Handelsplattformen untersucht, die diese mit kleineren Firmen abschließen, wenn letztere ihre Produkte über die jeweilige Plattform verkaufen wollen.

Unfaire Bedingungen?

Um auf Amazons französischer Website verkaufen zu können, seien viele kleinere Firmen gezwungen, teilweise höchst unfaire Bedingungen zu akzeptieren. Sie würden durch die Dominanz von Amazon einerseits dazu gezwungen, ihre Waren über die Plattform anzubieten, um überhaupt Kunden zu erreichen. Andererseits müssten sie dabei erhebliche Nachteile in Kauf nehmen, die die kleinen Unternehmen oft "an den Rand des Ruins" treiben können, hieß es von den Wettbewerbshütern.

Das Wirtschaftsministerium nannte auch Beispiele für die unfairen Bedingungen, unter denen Firmen zu leiden hätten, die über Amazon Frankreich Produkte anbieten wollen. So behalte sich Amazon das Recht vor, die Verträge jederzeit nach Belieben zu ändern. Dadurch gebe es die Möglichkeit, praktisch über Nacht kürzere Lieferzeiten zu erzwingen. Außerdem erfolgen angeblich regelmäßig "Überprüfungen", während denen ein Anbieter überhaupt keine Verkäufe tätigen könne, wobei diese teilweise Jahre dauern sollen.

Kritisiert wird auch, dass Amazon zwar drakonische Verträge verwendet, sich andererseits aber bei Problemen aus der Verantwortung stiehlt. So müsse bei beschädigten Paketen, Problemen bei der Lieferung oder überschrittenen Deadlines stets der kleine Händler die Verwantwortung und eventuelle Kosten übernehmen - oder er wird innerhalb kürzester Zeit vom Vertrieb über Amazon ausgeschlossen. Dies komme zwar auf den ersten Blick den Kunden zugute, doch sei Amazon dabei auch in der Lage, seine Marktmacht zu nutzen, um die Verkäufer zu teilweise wettbewerbswidrigen Zugeständnissen zu zwingen.

Das Wirtschaftsministerium will die Vorwürfe der Wettbewerbshüter nun durch das Handelsgericht prüfen lassen, um letztlich eine Änderung des Umgangs mit kleinen Händlern durch Amazon zu erzwingen. Sollte sich das Gericht der Meinung anschließen, dass Amazon seine dominante Stellung ausnutzt, droht dem Konzern eine Strafe in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro. Für das Unternehmen wäre dies wohl nur ein sprichwörtlicher Tropfen auf dem heißen Stein, schließlich erwirtschaftet es hunderte Milliarden Dollar pro Jahr. Allein in Frankreich verzeichnet Amazons Homepage täglich mehr als 3,5 Millionen Besucher.

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